Integration

Junges syrisches Paar hat in Velbert Tritt gefasst

Yasmin und Mohammed sind am 22. Juli 2015 nach Deutschland eingereist.

Yasmin und Mohammed sind am 22. Juli 2015 nach Deutschland eingereist.

Foto: Socrates Tassos

Velbert-Mitte.   Vor eineinhalb Jahren standen Yasmin und Mohammed vor großen bürokratischen Hürden. Jetzt bereitet das syrische Paar sein Leben in Velbert vor.

Es war ein sonniger Tag im September 2016, als Horst-Günther Ostholt gemeinsam mit Yasmin und Mohammed die WAZ-Redaktion besuchte. Damals ging es darum, welche bürokratischen Hürden das junge syrische Paar hier in Deutschland überwinden musste.

Sprachkurs mit Erfolg absolviert

Gut eineinhalb Jahre später ist Ostholt erneut in der Redaktion – mit guten Nachrichten: „Die Hürden von damals sind aus dem Weg geräumt“, berichtet der engagierte Velberter. Yasmin hat ihren Sprachkurs mit Niveau B 1 bestanden, Mohammed legt seine Prüfung Ende des Monats ab. Bei ihm habe es etwas länger gedauert, da er berufstätig ist. „Auch da haben wir einen Erfolg zu verbuchen: Ab 1. April, wenn der Integrationskurs ausläuft, bekommt er eine Vollzeit-Stelle als CNC-Mechaniker.“

Zu Weihnachten kam die Heiratsurkunde

Große Probleme bereitet im September 2016 auch die Einstufung in die korrekte Steuerklasse. Denn Yasmin und Mohammed sind da schon längst verheiratet, doch die beglaubigt übersetzte Kopie der syrischen Heiratsurkunde wird nicht anerkannt. „Ende 2016 hat der Vater dann das Original-Dokument geschickt. Das war wie ein Weihnachtsgeschenk“, sagt Horst-Günther Ostholt, der inzwischen weit weniger eingespannt ist. Denn: „Mohammed besteht darauf, so viel wie möglich selbst zu erledigen.“ Nur bei schwierigen Fällen seien er und seine Frau zur Stelle.

Kita-Platz für die Tochter

Mit der Geburt des zweiten Kindes – Tochter Elina kam bereits im Jahr 2015 auf der Flucht aus Syrien zur Welt – ist nun auch die Wohnung zu klein geworden. Aber die Aussichten für ein neues Zuhause sind gut: Elina hat einen Kitaplatz bekommen, so dass Yasmin halbtags arbeiten gehen kann. Eine Stelle hat sie auch schon bekommen: Als 450-Euro-Kraft fängt sie beim Pflegedienst Lange an der Langenberger Straße an. „Wir sehen jetzt mal, wie das klappt. Und wenn dieser Job etwas für Yasmin ist, kann sie bei uns auch gerne eine Ausbildung machen“, sagt Eva-Maria Lange, die stellvertretende Geschäftsführerin des Pflegedienstes.

Unabhängig vom Jobcenter werden

Gelingt das, wäre ein weiterer wichtiger Schritt geschafft. Denn „die Familie möchte gerne mit ihrem eigenen Einkommen unabhängig vom Jobcenter werden. Sie wollen in Deutschland bleiben und sich hier ihre Existenz aufbauen“, weiß Horst-Günther Ostholt. Doch dafür muss die junge Familie noch etwas durchhalten: Erst nach fünf Jahren kann eine Niederlassungserlaubnis erteilt werden – also frühestens im Juli 2020.

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