Bildung

Initiative will eine freie Grundschule für Velbert aufbauen

So sieht die „Schatzkammer“ für die Fächer Mathe und Deutsch in der Wülfrather Schule aus.

So sieht die „Schatzkammer“ für die Fächer Mathe und Deutsch in der Wülfrather Schule aus.

Foto: FASW/Joe Ellinger

  Velbert soll Haupteinzugsbereich für eine neue freie Grundschule werden. Angesagt ist ein offenes Konzept ohne feste Klassenverbände.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Aktuell gibt es in Velbert 15 städtische Grundschulen, davon zwei katholische und eine evangelische, sowie die Windrather Talschule in Langenberg. Diese Freie Waldorfschule geht hoch bis zur elften Stufe bzw. zur Fachoberschulreife. Gut möglich, dass die jetzige Landschaft im Primarbereich schon bald erweitert wird. Eine noch recht junge Initiative will nämlich eine freie Grundschule aufbauen.

Wobei es „nicht zwingend um den Standort Velbert“, wohl aber um die Schlossstadt „als Haupteinzugsbereich“ geht, wie Oliver Leiste erklärt. Der 43-Jährige, Lehrer an der christl. Gesamtschule Bleibergquelle, hat versucht, seinen Sohn in Wülfrath an der Freien Aktiven Grundschule anzumelden. Vergebens. Es habe 60 Bewerbungen auf die neun frei zu vergebenden Plätze gegegeben, das sei die Initialzündung gewesen, selbst aktiv zu werden. Die Situation sei vorher auch schon so gewesen, berichtet Mitstreiterin Britta Giese, die bis vor einem Jahr in Wülfrath als Mentorin gearbeitet hat und mittlerweile eine Awo-Ogata an einer Wuppertaler Grundschule leitet. Sie denke schon seit ihrer Schulzeit, so die 46-Jährige, dass es noch etwas anderes geben müsse: „Kinder haben es verdient, eine Alternative zu haben und nicht nur das, was sie so vorgesetzt bekommen.“

Das Konzept habe man im Kopf, es müsse noch geschrieben werden, sagt Leiste. Grundsätzlich gehe es um Reformpädagogik, werde Montessori eine große Rolle spielen. Eine andere Strömung wäre die Freinet-Pädagogik. Ganz praktisch werde ein offenes Konzept ohne klassische Klassenverbände und starres Unterrichtsschema gelebt, bei dem das Kind entscheiden könne, woran es arbeiten wolle und sich Aufgaben und Ziele setze.

Gründungstreffen ist am Samstag

Dabei setze man auf die Lernneugierde, die Kinder ganz normal hätten. „Das kriegt auch ein guter Pädagoge an einer staatlichen Schule hin“, meint Oliver Leiste, doch stecke der ja selbst in einem Korsett: „Wir wollen einfach einen ganz anderen Rahmen!“

Was die Initiative braucht, sind Mitstreiter, interessierte Eltern und Pädagogen und ein Gebäude. Danach schaut man sich bereits vor Ort und in der Umgebung um, sucht den Kontakt zu den Ratsfraktionen in Velbert, Heiligenhaus und Essen. Wie hoch die Initiative den Bedarf einschätzt? „Groß,“ sagt Britta Giese, „wenn ich mir das Interesse an unserer Facebook-Seite begucke.“ Leiste hält es für „realistisch“, zum Schuljahr 2018/19 eher klein und wohl einzügig“ starten zu können. Laut Leitfaden der Bezirksregierung Düsseldorf dauert das Genehmigungsverfahren allerdings drei bis vier Jahre. Wenn’s denn recht flott geht.

Das Gründungstreffen beginnt am Samstag, 14. Januar, um 16 Uhr im „Karstens“ im Emka-Sportzentrum. Kontakt per E-Mail an neueschulevelbert@web.de.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben