Bildung

In Velberter Grundschulen ist viel Musik auf dem Stundenplan

Musiklehrer sind an vielen Grundschulen Mangelware. Doch viele Grundschullehrer haben eine  Zusatzausbildung.

Musiklehrer sind an vielen Grundschulen Mangelware. Doch viele Grundschullehrer haben eine Zusatzausbildung.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Velbert.  Musiklehrermangel in an Velberter Grundschulen offenbar kein Thema. Großes Lob für das Jekits-Programm. Musikschule bemerkt Fachkräftemangel.

Deutschlandweit fehlen an den Grundschulen derzeit 23.000 Musiklehrer, für die kommenden Jahre ist der Trend sogar noch düsterer, in acht Jahren könnten noch einmal 2000 Lehrer weniger unterrichten – das zeigt eine Studie, die der Deutsche Musikrat gemeinsam mit der Konferenz der Landesmusikräte und der Bertelsmann-Stiftung initiiert hat. Wie sieht es an den Velberter Grundschulen aus, findet dort der Musikunterricht ganz planmäßig statt? Und unterrichten ausgebildete Musiker oder fachfremde Lehrkräfte?

Auf drei Säulen aufgebaut

„Wir bauen den Musikunterricht auf drei Säulen auf“, erzählt Sandra Deibl, Mitglied des Schulleitungsteams an der Grundschule Kastanienallee. „Zum einen haben wir ausgebildete Fachkräfte, zum zweiten bauen Lehrkräfte, die sich dementsprechend fortgebildet haben noch zusätzlich Musikelemente in den Unterricht ein und zum dritten nehmen wir am Jekits-Programm teil“.

Der Musikunterricht, der auf jeden Fall Teil des kreativen Angebots jeder Grundschule sein müsse, sei so gut abgedeckt. „Und die Kinder freuen sich auf jeden Fall immer sehr über Möglichkeiten, sich zu bewegen oder Musik zu machen, auch wenn coronabedingt momentan einiges ausfallen muss, Singen ist ja derzeit nicht erlaubt.“

Kolleginnnen mit Weiterqualifikation

Auch in der Grundschule Kuhstraße in Langenberg gibt es keine Schwierigkeiten mit dem Musikunterricht, wie Schulleiter Wolfgang Köhler berichtet. „Wir Grundschullehrer sind ja Mädchen für alles und unterrichten dementsprechend auch fast alle Fächer. Ich bin aber froh, dass zwei Kolleginnen eine Weiterqualifikation im Fach Musik gemacht haben und sich nun besonders gut auskennen.“ So sei ein relativ qualifizierter Musikunterricht möglich, zu dem vom Ständchen bis zum rhythmischen Klopfen, um Konzentration zu bündeln, alles dazugehöre.„Eine Musikstunde steht fest im Stundenplan, der Rest passiert zwischendurch: Mit einem Bewegungslied im Sport oder auch Gesang im Religionsunterricht – das ist aber gerade ja nicht möglich.“

Alle nehmen an Jekits teil

„Komplett alle Grundschulen der Stadt nehmen am JeKits-Programm teil, das ist ganz selten“, berichtet Frank Eerenstein, Leiter der Musik- und Kunstschule Velbert, dessen Lehrkräfte für diese Stunden an den Grundschulen unterrichten. Jedes Kind nimmt also ein Jahr kostenlos an dem Bildungsprogramm des Landes NRW teil, das drei alternative Schwerpunkte hat, nämlich Instrumente, Tanzen oder Singen.

„Wir merken schon, dass es einen Fachkräftemangel gibt, einige Musikhochschulen sind sogar von der Schließung bedroht, weil es zu wenig Studenten gibt“. Velbert, so Eerenstein, sei aber eine der letzten Städte, in denen es für Musiklehrer noch gute Arbeitsbedingungen gebe, auch während der Corona-Hochzeit im Frühjahr seien Stellen an der Musik- und Kunstschule nach Plan neu besetzt worden, es habe keine Verzögerungen und auch keine Kündigungen gegeben. „Das ist nicht selbstverständlich, in anderen Städten lief das anders ab.“

Schon vor der Geburt

Schön fände Frank Eerenstein es auch, wenn mit der musikalischen Bildung bereits wieder vor der Geburt angesetzt werde: „Es gab früher in Velbert pränatale Kurse, das würde ich gern wieder einführen.“

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