Neueröffnung

In „Limis Eiscafé“ schwelgen Nevigeser in Erinnerungen

Die Auswahl an Eissorten ist riesig, die Gökcen Malkoc anbietet. Zu sehen ist auf dem Foto gerade mal die Hälfte des Angebots. Zurzeit hilft ihr Verwandter Burakhan Sariibrahimoglu im „Limis“ aus.

Die Auswahl an Eissorten ist riesig, die Gökcen Malkoc anbietet. Zu sehen ist auf dem Foto gerade mal die Hälfte des Angebots. Zurzeit hilft ihr Verwandter Burakhan Sariibrahimoglu im „Limis“ aus.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Neviges.  „Limis Eiscafe“ in der Passage der Fußgängerzone hat erst kürzlich eröffnet. Trotzdem schwelgen Nevigeser, die hier herkommen, in Erinnerungen.

Viele Nevigeser, die in diesen Tagen durch die Passage in der Fußgängerzone schlendern, schwelgen plötzlich in Erinnerungen: Dort, wo früher das „Lorenzo“ war, wo man sich vor Jahrzehnten traf mit der Clique, gibt es wieder eine Eisdiele: „Limis Eiscafé“ hat erst vor wenigen Tagen eröffnet und ist doch so vielen vertraut: „Ein Frau hatte Tränen in den Augen und sagte zu mir: Das ist so schön, Sie haben mir ein Stückchen Jugend wieder gegeben“, erzählt Gökcen Malkoc. Die 37-Jährige zögerte keinen Moment, als sie vor Wochen hörte, dass Gerhard Tennhagel seinen Generationentreff aufgibt und somit ein leeres, aber voll ausgestattetes Ladenlokal zur Verfügung stand. „Ich hab immer viel und auch gern gearbeitet, aber immer für andere. Ich wollte jetzt mal etwas Eigenes haben, und ich weiß: Ich kann das.“ Damit gibt es jetzt neben dem San Remo in der Fußgängerzone eine zweite Eisdiele.

20 Sorten Eis stehen zur Auswahl

Die Qual der Wahl hat, wer vor den 20 Sorten Frucht- und Milcheis steht. „Ich selbst mag am liebsten Haselnuss, bei den Gästen sind auch Capucchino und Schokolade beliebt. Viele mögen auch die Sorte griechischer Joghurt mit Honig und Walnuss-Öl.“ Da sage noch mal jemand, Türken und Griechen verstehen sich nicht. Gökcen Malkoc, geboren und aufgewachsen in Velbert und wohnhaft in Heiligenhaus, erinnert in ihrem neuen Café auch ein bisschen an die Geschichte ihrer Familie.

Ihre Familie kommt aus der Türkei

„Meine Mutter ist am Schwarzen Meer aufgewachsen. Da sagte man früher manchmal: Ich kann bis zum Limis gucken, das hieß so viel wie Grenze.“ Die kleine Anekdote fiel ihr ein, als sie nach einem Namen für ihre Eisdiele suchte. „Freunde sagten, es müsse etwas sein, das man leicht aussprechen und sich merken kann, was ja bei Gökcens Eiscafé nicht gerade der Fall wäre.“

Vertrauen in die Qualität

Die Leidenschaft für Eis hat sie am Düsseldorfer Flughafen entdeckt. Fünf Jahre lang, von 2003 bis 2008, servierte sie in der Ankunfthalle italienische Eisspezialitäten. Der Lieferant kam aus Osnabrück und fährt jetzt einmal in der Woche nach Neviges. „Ich kenne die Qualität, die ist super, ich vertraue dem Unternehmen.“ Nach ihrer Düsseldorfer Zeit arbeitete Gökcen Malkoc im Nostalgie-Cafe – und freut ich jetzt darauf, selbst die Geschicke eines Unternehmens zu bestimmen. Die wohl wichtigste Voraussetzung kann man nicht lernen, die hat man oder hat man nicht: „Ich gehe gern auf Menschen zu, mag besonders auch ältere Leute. Wenn die erzählen, das finde ich einfach spannend.“ Was sie in letzter Zeit immer wieder hört: „Hier in Neviges war früher viel mehr los, gerade auch im Lorenzo.“

Schwimmen ist ihr Hobby

Was nicht mehr ist, kann ja wieder werden. An Tatkraft mangelt es der quirligen 37-Jährigen, die liebend gern im Schwimmbad ihre Bahnen zieht, jedenfalls nicht: Der Frühstückstisch für den Ansturm der Marktbesucher ist gedeckt, neben Eis und fruchtigen Smoothies wie Red Berry oder Pink Lady stehen bald auch Salate und kleine Speisen wie Toast Hawai auf der Karte. „Im August möchte ich die Öffnungszeit verlängern, da hab ich ein kleines Bistro geplant.“ Unterstützt wird sie im Moment von ihrem Verwandten Burakhan Sariibrahimoglu, der in der Türkei Touristik studiert. Wenn „Limis Eiscafé“ gut läuft und das nötige Kleingeld abwirft, will Gökcen Malkoc sich ihren zweiten großen Traum erfüllen: „Reisen. Am liebsten ein Mal um die ganze Welt.“

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