Umwelt

In den Wäldern rund um Velbert liegt immer mehr Müll

Statt ihren Abfall in den Sperrmüll zu bringen, entsorgen einige Mitbürger ihren Unrat einfach in der Natur. Dabei ist der Weg zum Wertstoffhof meist nicht weiter.

Statt ihren Abfall in den Sperrmüll zu bringen, entsorgen einige Mitbürger ihren Unrat einfach in der Natur. Dabei ist der Weg zum Wertstoffhof meist nicht weiter.

Foto: Patrick Pleul

Velbert.   Förster Peter Tunecke registriert ein erhöhtes Abfallaufkommen. Nach Party lassen einige ihren Dreck einfach liegen. Warum sich eine Kita ärgert.

Wer sonntags gerne einen gemütlichen Spaziergang durch den Wald macht, der sieht ihn immer wieder: Müll, der achtlos im Wald abgeladen und nicht ordnungsgemäß entsorgt wurde. Auch in Velbert ist das ein bekanntes Problem, sagt Diplom-Forstwirt Peter Tunecke: „Wir haben in unseren Wäldern ein erhöhtes Müllaufkommen, für mich ist aber nicht erkennbar, warum.“

Große Mülltonne

Mit dem gelben Sack, der Grünschnitttonne oder der Sperrmüllkarte gibt es eigentlich genug Anlaufstellen, an denen man seinen Müll loswerden kann. Doch trotzdem wird der Wald immer wieder als große Mülltonne für jeglichen Abfall missbraucht. „Derjenige, der etwas im Wald liegen lässt, hat es ja auch hereingebracht. Man sollte die Dinge, die man hineinbringt und die dort nicht hingehören, auch wieder mit raus nehmen“, appelliert Tunecke.

Party-Müll liegt im Wald herum

Ein zunehmendes Problem, dass der Forstwirt feststellt: Party-Müll, der nach einer Feier im Wald nicht vernünftig entsorgt wird. „Immer wieder findet man den, salopp ausgedrückt, Erholungsmüll, wie zum Beispiel leere Flaschen.“ Für die Entsorgen ist jeder selbst verantwortlich, denn „wir Forstwirte sind eigentlich auch nicht dazu da, den Müll anderer Leute zu entsorgen“, erklärt der Velberter Forstwirt.

Menschliche Fäkalien

Mit der Forderung „mehr Mülltonnen in Waldbereichen“ lasse sich das Problem aber nicht lösen, erläutert Tunecke: „Wenn man Tonnen mit großen Öffnungen hat, kommt es vor, dass auch Hausmüll abgeladen wird, weil die Menschen sich keine größere Tonne für Zuhause anschaffen wollen. Außerdem zerren Tiere dann Nahrungsreste heraus.“

Es geht aber noch schlimmer. So wird sich nicht nur häufig über den Müll im Forst beschwert, sondern auch über menschliche Fäkalien. „In der Nähe von Haupttrassen kommt das schon vor“, so Tunecke, „es ist nur schwierig, so etwas zu verhindern. Das ist eine Sache von Sitte, ob man so etwas macht, oder nicht“, findet Tunecke.

Ärgerlich für die Kita

Auch tierische Hinterlassenschaften sind an einigen Stellen im Wald unerwünscht. So hat der Kolping-Waldkindergarten Wurzelland im Wald rund um die Bernsmühle jetzt Schilder aufgehängt und bittet dort Hundebesitzer darauf zu achten, dass ihre Vierbeiner nicht ausgerechnet da ihr Geschäft verrichten, wo die Spielflächen der Kindergartenkinder sind. Oder sie sollten die Fäkalien dann zumindest in Tüten packen und in einem Mülleimer entsorgen. Ob Müll oder sogar menschliche Fäkalien: Beides gehört nicht in den Wald.

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