Gesellschaft

Im Kreis Mettmann leben Senioren besonders gut

Im Kreis Mettmann geht es Senioren besonders gut, ergab zumindest eine Prognosstudie.

Im Kreis Mettmann geht es Senioren besonders gut, ergab zumindest eine Prognosstudie.

Foto: Stephan Scheuer / dpa

Kreis Mettmann.  Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Prognos-Studie. Dort landet der Kreis auf dem ersten Platz in NRW. Was Velberter Senioren davon halten.

Im Kreis Mettmann lebt es sich für Senioren in Nordrhein-Westfalen am besten. Das hat eine Studie herausgefunden, mit der das ZDF das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos beauftragt hat. Bundesweit landet der Kreis auf dem 38. Platz. Zum Vergleich: Düsseldorf schafft es im Ranking nur auf Rang 250.

Anhand verschiedener Kategorien wie etwa Freizeit und Kultur, Gesundheit oder Bildung hat Prognos erforscht, wo es sich für ältere Menschen am komfortabelsten lebt. Im Kreis Mettmann sei demnach die Anbindung an Krankenhäuser, Hausärzte oder Supermärkte besonders gut. Auch Busse und Bahnen seien in den zehn Gemeinden des Kreises gut zu erreichen.

Finanzielle Unterstützung würde helfen

Siegfried Giesenhaus hat vor ungefähr anderthalb Jahren die Seniorenunion Velbert gegründet, um die Interessen der älteren Generation zu vertreten. Als Vorbild diente die Seniorenunion in Heiligenhaus, die großen Anklang findet und mittlerweile circa 160 Mitglieder zählt.

Dass die Kommune zum Beispiel besonders viele Freizeitangebote für ihre Senioren anbietet, kann Giesenhaus so nicht bestätigen: „Es gibt sicherlich viele Vereine, aber von der Kommune kommt nicht viel. Das sind meist Privatinitiativen. Was so lebenswert sein soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht.“

So bietet die Seniorenunion immer wieder Vorträge oder Bustouren an, um Senioren die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren. Solche Angebote finden immer viel Anklang bei den Senioren, so Giesenhaus. Finanziert werden diese Aktivitäten aber ausschließlich aus den Mitgliedsbeiträgen der Seniorenunion. Das würde der Vorsitzende gerne ändern: „Finanzielle Unterstützung seitens der Kommune würde definitiv helfen. Dann wäre auch noch mehr möglich. Diese Angebote kommen gut an, das zeigt ja, dass dort Interesse besteht. In Velbert leben schließlich auch viele ältere Menschen. Da steckt ja auch ein Wählerpotential.“

Langenberg ist sehr aktiv

Wolfgang Werner ist Vorsitzender der SPD AG60+ in Velbert-Langenberg und Neviges. Er selbst lebt in Langenberg und findet, dass es dort „viele Angebote für Senioren gibt“ und dass Langenberg insgesamt „sehr aktiv“ sei.

Vor allem das Kulturangebot rund um das Alldie-Kunsthaus oder das Bürgerhaus hebt er heraus. Auch sonst gebe es zahlreiche Möglichkeiten für die älteren Generationen sich zu engagieren und aktiv zu werden, erzählt Werner: „Wir haben zudem zwei Seniorentagesstätten in Langenberg und auch die AWO macht viel. Außerdem haben wir eine aktive ZWAR-Gruppe.“ Die Initiative „ZWAR“ steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ und unterstützt ältere Menschen am Leben in Gemeinschaft, in der Mitgestaltung und im bürgerschaftlichen Engagement vor Ort teilnehmen zu lassen.

In ländlichen Regionen geht es Senioren besser

In der ZDF-Studie sollten die Regionen aber nicht nur im Hinblick auf Freizeitangebote untersucht werden, sondern auch die Verkehrsanbindung spielt für die Lebensqualität von Senioren eine große Rolle. Auch hier sei der Kreis vergleichsweise gut aufgestellt, findet Werner, kritisiert aber auch: „Dass die S9 demnächst nur noch im Halbstundentakt fährt, tut natürlich weh. Aber die Busverbindungen nach Velbert-Mitte haben sich sicherlich verbessert.“

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung war, dass es Menschen in ländlichen Gebieten tendenziell eher besser gehe als in den städtischen. Auch das sei im Kreis Mettmann grundsätzlich gegeben, findet Werner: „Unsere Niederbergische Landschaft lädt natürlich zum Entdecken ein. Da kann man gut aktiv werden.“

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