Gesundheit

Im Kreis Mettmann ist Grippeimpfstoff knapp geworden

In diesem Jahr ist die Nachfrage nach Impfungen in den Arztpraxen besonders hoch.

In diesem Jahr ist die Nachfrage nach Impfungen in den Arztpraxen besonders hoch.

Velbert.   In diesem Jahr wollen sich viel mehr Menschen impfen lassen. Warum die Nachfrage nach Impfungen deutlich gestiegen ist.

Liegt es an der größeren Impfbereitschaft in der Bevölkerung durch die Erfahrungen der heftigen Grippewelle zu Beginn dieses Jahres? Oder daran, dass es den im vergangenen Jahr nur auf Privatrezept erhältlichen Vierfach-Impfstoff gegen die Influenza nun auch als Kassenleistung gibt? Tatsache ist: Auch im Kreis Mettmann wird der Grippeimpfstoff knapp.

Ein Lieferant ist ausgefallen

„Wir haben heute noch einmal eine kleine Menge bekommen“, sagt Apothekensprecherin Inge Funke, „aber insgesamt sieht es sehr mau aus.“ Sie sieht dafür mehrere Gründe: „Den Vierfach-Impfstoff gibt es jetzt auch als Kassenleistung. Zudem ist auch ein Lieferant komplett ausgefallen.“

Impffreudigkeit ist größer sonst

Die kassenärztliche Vereinigung habe den Ärzten geraten, nicht zu großzügig zu kalkulieren. Funke: „Allerdings ist die Impffreudigkeit in diesem Jahr größer als sonst.“ So komme es, dass mancher Arztpraxis der Grippeimpfstoff bereits ausgegangen sei. „Wir selbst“, sagt die Inhaberin der Apotheke am Strauch in Hilden, „konnten die Ärzte bisher gut versorgen.“ Inge Funke hatte nämlich aus den oben genannten Gründen damit gerechnet, dass die Impfbereitschaft deutlich größer ausfallen wird als im vergangenen Jahr: „Deshalb hatte ich großzügig eingekauft.“ Was Inge Funke Patienten rät, die sich noch gegen die Influenza immunisieren lassen wollen? „In der Apotheke anrufen und fragen. Und den Arzt fragen, ob er Kollegen kennt, die noch Impfstoff vorrätig haben.“

Explosive Grippewelle

Der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Mettmann, Dr. Rudolf Lange, sieht ähnliche Gründe für die Impfstoffknappheit. „Wir hatten in der letzten Saison eine erhebliche Grippewelle, die sich explosiv abgespielt hat. Das lag unter anderem daran, dass ein Influenzatyp nicht im Standard-Impfstoff war – und genau der hat wider Erwarten bei den Infektionen eine große Rolle gespielt.“ Für Kassenpatienten habe es nur die Standard-Impfung gegeben; Selbstzahler seien durch eine Vierfach-Impfung besser geschützt gewesen. Lange: „Deshalb gab es für 2018/2019 auch die gesundheitspolitische Entscheidung, ausschließlich den Vierer-Wirkstoff zu verwenden.“

Vorschriften wurden gelockert

Man habe aufgrund der Grippewelle schon damit gerechnet, dass die Impfung stärker angenommen werde und mehr Impfstoff bestellt. „Aber selbst dort, wo viel geordert wurde, ist zu wenig da.“

Das Gesundheitsministerium hat aus diesem Grund bereits die Vorschriften gelockert: Apotheken und Arztpraxen dürfen sich untereinander mit Grippeimpfstoff versorgen. Lange: „Zudem gibt es Versuche, international noch Impfstoff zu bekommen.“ Patienten, die bisher leer ausgegangen sind, rät er: „Bleiben Sie am Ball! Fragen Sie beim Arzt und in den Apotheken – vielleicht nicht unbedingt jeden Tag, aber fragen Sie nach.“ Denn eine Grippe sei eine schwere Erkrankung und nicht zu verwechseln mit einer Erkältung.

Immunabwehr wird verbessert

Gefährdet seien vor allem Patienten mit Vorerkrankungen sowie ältere Menschen. Auch wenn die Grippewelle bereits rolle, so Lange, mache eine Impfung noch Sinn. „Jedes Jahr variieren die Virustypen, deshalb erweitert man mit jeder Impfung das Repertoire der eigenen Immunabwehr für Virustypen, die vielleicht einmal wiederkommen.“

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