Warntag

Im Kreis Mettmann haben die Sirenen meist gut funktioniert

Nicht überall im Stadtgebiet waren die Sirenen gleich gut zu hören.

Nicht überall im Stadtgebiet waren die Sirenen gleich gut zu hören.

Foto: Jens Büttner / dpa

Kreis Mettmann.  Kreisbrandmeister zieht eine positive Bilanz des Warntages. Nur laut genug sind die Sirenen mancherorts noch nicht. Daran wird aber gearbeitet.

Er existiert, um den Ernstfall zu proben: Der bundesweite Warntag. Eigentlich sollten am Donnerstag pünktlich um 11 Uhr zeitgleich in allen 16 Ländern, in den Landkreisen und in den Kommunen mit einem Probealarm die Warnmittel wie beispielsweise Sirenen und Lautsprecherwagen ausgelöst“ werden: ein eine Minute langer ununterbrochener Dauerton (Entwarnung), ein eine Minute langer abschwellender Dauerton (Warnung) und ein erneuter ununterbrochener Entwarnungston.

Einige bekamen vom Alarm nichts mit

So viel zur Theorie. In der Praxis sah das schon etwas anders aus. Einige WAZ-Leser etwa hatten gar keinen Alarm mitbekommen. Monika Felten schrieb dieser Redaktion auf Facebook: „Gehen meine Uhren falsch oder war das eher nix bis nicht viel?“ Doch, das war was. Denn grundsätzlich sei der Warntag im Kreis Mettmann gut gelaufen, erklärt Kreisbrandmeister Torsten Sams auf Anfrage dieser Redaktion. „Die Sirenen haben wie gewohnt funktioniert“, erklärt er, lediglich „die eine oder andere“ sei nicht angesprungen. „Dort wird man die Fehler beheben.“

Unterschiedliche Hör-Erlebnisse

Ein Langenberger Leser schrieb in einem Brief an die Redaktion: „Ich warte jetzt seit einer guten halben Stunde auf das Heulen der Sirenen. Bisher war aber nichts zu hören – jedenfalls nicht im Haus an meinem Schreibtisch mit Blick auf den Hordtberg.“ Das mag zwar durchaus der Wahrheit entsprechen, auf dem Hordtberg selbst aber waren zumindest zwei der drei Alarme mehr als deutlich zu vernehmen. Dass es in einem Stadtteil unterschiedliche Hör-Erlebnisse gibt, ist durchaus nicht unmöglich.

An manchen Stellen gibt es keine Sirenen

Das liegt dann meist daran, dass es an manchen Stellen einfach keine Sirenen gibt. „Sie sind in einigen Kommunen zurückgebaut worden, als der Bund aus der Finanzierung ausgetreten ist“, erklärt Schams. „Außerdem ist bei manchen Sirenen die Technik veraltet und stammt noch aus den Sechzigerjahren.“ Diese Sirenen seien nicht laut genug, um die heutzutage gut isolierten Fenster zu durchdringen. „Genau das war für uns auch der Grund, die ganzen Sirenen zu untersuchen und sie zu modernisieren; kreisweit sollen 120 neue Hochleistungssirenen im Laufe des nächsten Jahres angebracht werden.“

Der betreffende Leser jedenfalls, der nichts vom Warntag mitbekam, blieb ernüchtert zurück: „Hätte ich nicht in der Zeitung seit Tagen davon gelesen, wüsste ich nichts von diesem Test“, schrieb er uns.

Panne bei der Warn-App

Eine große Panne gab es indes mit der staatlichen Warn-App „NINA“ (Notfall-Informations- und Nach- richten-App des Bundes). Sie sollte eigentlich die Bürger um Punkt elf Uhr per Push-Mitteilung über eine fiktive Gefahr aufklären und einige Minuten später Entwarnung geben. Das aber funktionierte nicht, stattdessen erreichten Warnung und Entwarnung die Nutzer erst viele Minuten später – wenn überhaupt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz erklärte, um 11 Uhr sei nicht nur zentral eine Warnung ausgelöst worden, sondern viele andere angeschlossene Leitstellen hätten ebenfalls eigenständig Warnungen ausgelöst. So sei es „zu einer Überlastung des Systems“ gekommen. „Dies muss für den nächsten Warntag noch viel deutlicher abgestimmt werden.“ Die Warnungen über NINA seien „suboptimal gelaufen“, sagt auch Kreisbrandmeister Schams.

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