Stadtentwicklung

Im Heka-Center in Velbert entsteht mehr Wohnraum

Seit „Thalia“ in die neue „Stadtgalerie Velbert“ umgezogen ist, herrscht auch hier gähnende Leere.

Seit „Thalia“ in die neue „Stadtgalerie Velbert“ umgezogen ist, herrscht auch hier gähnende Leere.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Heka-Center-Immobilie in Velbert soll künftig mehr für Wohnzwecke genutzt werden. An der Metallstraße entsteht ein Waschpark für Autos.

Das ehemalige Heka-Center – oder genauer gesagt: dessen Zustand – ist vielen Velbertern schon seit ganz langem ein Dorn im Auge. Alle Jahre wieder scheint mal Bewegung in die Sache zu kommen, doch bisher ist alles stets im Sande verlaufen. Möglicherweise zeichnet sich jetzt doch eine Entwicklung ab. Der Bezirksausschuss (BZA) Mitte stimmte mehrheitlich dem Bebauungsplanentwurf Nummer 611 „Friedrich-/Bahnhofstraße“ zu, der dort künftig eine stärkere Wohnnutzung erlaubt. Zudem gab er bei nur einer Gegenstimme grünes Licht für eine neue Autowaschanlage an der Metallstraße.

Aufstellungsbeschluss stammt aus dem Jahr 2014

Nach Auskunft von Björn Leißner, Stadtplaner für den Bezirk Mitte, ist der Bereich des Heka-Centers an zentraler Stelle der Innenstadt noch als Kerngebiet ausgewiesen – zurzeit gilt dort der rechtskräftige Bebauungsplan 610.01 „Koelverstraße“ –, nun solle der Bereich ein „Urbanes Gebiet“ werden. Der zugehörige Aufstellungsbeschluss stammt aus 2014; Eigentümer der Immobilie soll nach wie vor Henning Conle (Duisburg) sein.

Das Plangebiet liegt in der City im Bereich der Fußgängerzone. Es wird geprägt durch das Gebäude Friedrichstraße 143 - 147/Bahnhofstraße 8 (das ehemalige Heka-Center) sowie die kleine Fläche – als „Platz am roten Schirm“ bekannt – westlich des Centers. Zuletzt ist dort die Buchhandlung „Thalia“ aus- und in die neue „Stadtgalerie Velbert“ umgezogen. Laut Vorlage der Verwaltung will der Eigentümer das in Teilbereichen leerstehende Gebäude umbauen, um neue Nutzer zu erreichen. Die kleineren Ladenlokale im Erdgeschoss der Friedrichstraße 147 sollen zu einer größeren und zusammenhängenden Einheit zusammengefügt werden, um dadurch die Attraktivität der Gewerbeflächen zu verbessern.

Flankierende Gestaltungsmaßnahmen

Die Ebenen darüber im ersten und zweiten Obergeschoss sollen fortan nicht mehr nur gewerblich, sondern auch zum Wohnen genutzt werden dürfen. Von diesen Maßnahmen, so sie denn tatsächlich umgesetzt werden, wird von außen nichts zu sehen sein. Allerdings ist darüber hinaus auch von „flankierenden Gestaltungsmaßnahmen“ und einer „Aufwertung“ der Bahnhofstraße 8 die Rede. Laut Vorlage sollen die Fassade erneuert und Balkonanlagen sowie Terrassenflächen angebaut werden, um die Wohnflächen attraktiver zu gestalten.

Waschstraße und zehn SB-Plätze

Beim Thema Metallstraße (vorhabenbezogener Bebauungsplan 718.01) ist ebenfalls eine Änderung erforderlich, da der bisherige Plan nämlich eine Autowaschanlage explizit ausschließt. Wie Björn Leißner weiter erläuterte, handelt es sich um die Brachfläche zwischen Obi-Zufahrt und -Parkplatz sowie dem dortigen Kreisverkehr. Das nahezu quadratische Grundstück messe rund 4500 Quadratmeter. Nach Süden bzw. Südwesten werde zwecks Abschirmung eine 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet. Die „Otto Christ AG – Wash Systems“ (Benningen), die nach eigenen Angaben „seit 1963 einer der führenden Hersteller von Waschanlagen in Europa“ ist, plant einen so genannten Waschpark mit einer Waschstraße, zehn SB-Waschplätzen und elf Staubsaugerplätzen. Aus Sicht der Fachverwaltung „ist der Standort für eine solche Einrichtung als optimal zu bezeichnen“.

Beide Bebauungspläne kommen in der nächsten Woche noch zur endgültigen Beschlussfassung im Umwelt- und Planungsausschuss auf den Tisch.

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