Wirtschaft

IG Metall hofft noch auf Rettung für Knorr-Bremse-Werk

Hakan Civelek, von der IG Metall Velbert appelliert an das Management von Knorr-Bremse.

Hakan Civelek, von der IG Metall Velbert appelliert an das Management von Knorr-Bremse.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Die IG Metall sieht noch Chancen, den Wülfrather Standort des Automobilzulieferers Knorr-Bremse zu erhalten. Dies hätte Auswirkungen auf Velbert.

Nach Ansicht der IG Metall könnte der Wülfrather Standort des Automobilzulieferers Knorr-Bremse mit reduzierter Personalstärke gerettet werden. Das würde auch Auswirkungen auf Velbert haben, wie der Gewerkschafter Hakan Civelek sagt: „Denn sehr viele der Mitarbeiter kommen aus Velbert“, so der Erste Bevollmächtigte des IG Metall-Bezirks Velbert. Er fordert das Knorr-Bremse-Management nun zum Umdenken auf, um eine Zukunftsperspektive für das Werk in Wülfrath zu schaffen. Dort werden Lenkungssysteme produziert.

Aufträge bis 2026

Zwar wurde die Werksschließung in diesem Jahr von der Konzernleitung bereits beschlossen und verkündet. Dennoch sieht Civelek noch eine reale Chance, zumindest für einen kleineren Teil der Beschäftigten: „Bis 2026 gibt es konkrete Aufträge aus der Automobilindustrie. Außerdem ist bereits ein Investor in Erscheinung getreten, der die Restproduktion am Wülfrather Standort weiterführen möchte. Der Investor hat bereits grünes Licht von den Automobilherstellern erhalten und die Produkte könnten sicher in Wülfrath bleiben.“ So würde auch VW als Kunde „sofort am Standort weitermachen“. Perspektivisch könnte sogar vor dem Hintergrund der stärkeren Zusammenarbeit von VW und Ford bei der Elektromobilität dem Werk eine strategische Bedeutung zukommen.

50 bis 60 für Restproduktion

Für Civelek ist aber auch klar, dass solche Szenarien nur mit weniger Mitarbeitern realisiert werden können. „Wir reden hier von 50 bis 60 Beschäftigten, die wir mit der Restproduktion bis 2026 retten könnten. Dafür lohnt es sich aber zu kämpfen.“ Derzeit würden rund 130 Beschäftigte in Wülfrath arbeiten, 73 seien in eine Transfergesellschaft gewechselt, dorthin würden weitere 30 bald folgen.

Deutliche Kritik richtet der Gewerkschafter an den Knorr-Bremse Konzern selbst: Dieser sei „mit sagenhaften zweistelligen Renditen“ gewachsen. Doch: „Im Konzern arbeiten die Beschäftigten 42 statt 35 Stunden. Angesichts der fehlenden Tarifbindung im Großteil der Konzernunternehmen verdienen die Beschäftigten auch weniger als in anderen tariflich gebundenen Unternehmen.“ Und: Im Jahr 2016 habe Knorr-Bremse den Lenkungshersteller Tedrive Steering System in Wülfrath aufgekauft, „um Know-How abzuschöpfen und um einen Marktzugang für spezialisierte Lenksysteme zu erhalten. Zukünftige Produkte sollen billig im Ausland produziert werden“.

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