Betriebsschließung

Huf schließt Gießerei in Velbert: 80 Arbeitsplätze weg

Die Firma Huf hat eine große Ausdehnung im Stadtgebiet von Velbert-Mitte.

Die Firma Huf hat eine große Ausdehnung im Stadtgebiet von Velbert-Mitte.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Velbert.  Das Velberter Traditionsunternehmen verlagert diesen Teil der Produktion bis Ende 2020 nach Spanien. Was dann mit den Beschäftigten geschieht.

Das Velberter Traditionsunternehmen Huf schließt seine Gießerei in Velbert. Das teilte die Firma am Donnerstag mit.

Auf einer Mitarbeiterversammlung hat die Leitung des Huf-Werks in Velbert nach eigenen Angaben die Belegschaft der Gießerei über die bis Ende 2020 geplante Schließung dieses Betriebsteils informiert. Von der Maßnahme sind rund 80 Mitarbeiter in der Velberter Gießerei betroffen.

Kostendruck in der Automobilindustrie

Begründung der Geschäftsführung: Um angesichts des weiter verschärften Kostendrucks in der Automobilindustrie wettbewerbsfähiger zu werden, optimiere die Huf Group im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms ihr weltweites Produktionsnetzwerk. Für die Gießerei im Werk Velbert, die Gussteile für Schließgarnituren,Lagerbügel und Lenkschlösser produziert, seien verschiedene Optionen analysiert worden,einschließlich eines möglichen Verkaufs.

IG Metall hat kein Verständnis

„Ich weiß nicht, ob darüber wirklich schon das letzte Wort gesprochen ist“, sagt Hakan Civelek. Er sei von den Huf-Plänen nicht überrascht, so der erste Bevollmächtigte der IG Metall Velbert weiter. Der Gewerkschafter hat kein Verständnis für die beabsichtigte Schließung samt Verlagerung ins Ausland. Man könne die Gießerei doch ebenso gut outsourcen, wie das bereits mit der Kunststoffabteilung von Huf geschehen sei.

Nach dem Verkauf könne der neue Eigentümer dann am Standort Steeger Straße nicht nur für Automobilzulieferer, sondern künftig auch für andere Abnehmer und Kunden gießen; das dürfe nämlich eine zertifizierte, Huf-eigene Gießerei nicht. Laut Civelek sind in der Belegschaft viele ältere Arbeitnehmer. „Sie werden es schwer haben, etwas Neues zu finden.“ Er glaube jedoch, dass man die Gießerei samt Arbeitsplätzen erhalten kann: „Man könnte mit Sicherheit auch noch Leute in der Region ansprechen.“

„Keine andere tragfähige Lösung möglich“

Das sieht Huf allerdings anders. „Trotz intensiver Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten ergab sich aber weder eine wirtschaftlich tragfähige noch im Hinblick auf die Arbeitsplätze in Velbert nachhaltige Lösung, was wir sehr bedauern. Angesichts der weiter rückläufigen Auslastung der Gießerei in Velbert sehen wir uns gezwungen, die Produktion bis Ende 2020 schrittweise zu verlagern“, so Graf. Nach Auskunft von Sprecherin Maria Lahaye-Geusen soll künftig in Spanien gegossen werden.

Sozialverträgliche Lösungen gesucht

Gemeinsam mit dem Betriebsrat sollen nun sozialverträgliche Lösungen für die Gießerei-Mitarbeiter erarbeitet werden. Bereits Anfang Juni hat der Automobilzulieferer für den Standort Velbert ein mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandeltes freiwilliges Personalprogramm gestartet. Es bietet Mitarbeitern die Gelegenheit, zu besonderen Konditionen Aufhebungsverträge abzuschließen und sich beruflich neu zu orientieren. Damals war allerdings nur vom Abbau von 50 Arbeitsplätzen auf diese Weise die Rede gewesen.

Das Unternehmen versuche betriebsbedingte Kündigungen zu vermieden, so Sprecherin Lahaye-Geusen weiter. Auch werde versucht, soziale Härten zu vermeiden. Einige der Gießerei-Beschäftigten könnten möglicherweise in anderen Unternehmensteilen von Huf Weiterbeschäftigung finden, aber sicherlich nicht alle.

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