Wetter

Hitze stellt Natur in Velbert vor Probleme

Statt sattem in Grün zeigen sich die Bergischen Wiesen momentan in verbranntem Braun-Beige.

Foto: Victor Gurov

Statt sattem in Grün zeigen sich die Bergischen Wiesen momentan in verbranntem Braun-Beige.

Einige Bäume lassen bereits ihre Blätter fallen. Zudem besteht aktuell erhöhte Waldbrandgefahr. Getreide und Futterpflanzen wachsen schlecht

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Vielerorts waren die letzten drei Monate die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dies stellt nicht nur Mensch und Tier vor besondere Herausforderungen, auch für die heimische Flora wird die Rekord-Hitze zur riesigen Prüfung. Doch noch schlimmer als die Wärme ist für die Pflanzen der Wassermangel. „Wir sehen das jetzt schon an Birken und Linden“, erklärt Forstwirt Peter Tunecke von den Technischen Betrieben (TBV), „das Laub verfärbt schon jetzt wie im Herbst“.

Bäume verlieren bereits ihre Blätter

Zudem seien einige Bäume bereits kahl – ein absolut außergewöhnlicher Zustand für diese Jahreszeit. Tunecke hält die diesjährigen Wetterlagen für erste Anzeichen der Klimaerwärmung: „Im Winter gab es viel Niederschlag und demnach sehr weiche Böden.“ Heute sehe das anders aus. „Selbst fünfzig oder sechzig Zentimeter unter der Erde ist es noch immer staubtrocken“, erklärt er.

Bürger sollen Straßenbäume gießen

Flächendeckend kann aktuell niemand dem Problem entgegenwirken. Tunecke appelliert allerdings an die Bürger, sich wenigstens um „das Kleinod vor der Haustür“ zu kümmern. Oftmals reichten bereits zwei Eimer Wasser, um einem trockenen Baum zu helfen. Gleiches gelte übrigens auch für öffentliche Grünanlagen.

Walsbrandgefahr besteht

Bei besonders trockenen Böden lauert zudem die Gefahr eines Brandes. Deshalb bittet der Experte die Menschen, nicht im Wald zu rauchen und keine erhitzten Autos am Wegesrand oder an sonstigen trockenen Stellen zu parken. Denn aktuell herrscht Waldbrandgefahr.

Falls doch ein Brand ausbrechen sollte, hilft die Feuerwehr. Die hatte erst vor kurzer Zeit einen 600 Quadratmeter großen Flächenbrand auf einem Feld am Kostenberg löschen müssen. Dort war es den Einsatzkräften gelungen, eine Ausbreitung des Feuers auf ein angrenzendes Waldstück zu verhindern. „Ein Flächenbrand ist für uns kein Standardeinsatz“, sagte der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Tobias Flentje-Meier. Allerdings habe es in diesem Jahr trotz der Hitze „keine weltbewegenden Einsätze“ gegeben, verrät er.

Nutzpflanzen gießen

Dramatischer sieht die Lage für die Landwirtschaft aus: „Die Pflanzen wachsen nicht gut“, erklärt Ulrich Krispin vom Hof zur Hellen. „Das Futter für die Tiere wächst schlecht nach und das Korn ist sehr trocken; die Körner sind kleiner als sonst.“ Diese Tatsache sorgt für geringeren Ertrag – und damit auch später für finanzielle Einbußen.

Krispin ist mit seiner Sorge nicht allein: Die wetterbedingten Probleme kennt auch Karla Ulber vom Schepershof. „Wir müssen unser Gemüse extra bewässern“, erklärt sie und fügt an: „Wir wären sehr froh, wenn etwas Niederschlag käme.“

Tagelanger Landregen nötig

Aber nur ein starker Schauer hilft nicht, es braucht mehr dauerhaften Regen. Förster Peter Tunecke: „Gerade kann der Natur jetzt nur ein ordentlicher Landregen helfen.“

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