Ungeziefer-Plage

Hausbewohner kämpfen seit zwei Jahren mit Kakerlaken

2016 traten sie zum ersten Mal in diesem Haus an der Alten Reitbahn auf – nach zwei Jahren sind sie immer noch da: Vergeblich versuchten zwei Kammerjäger, der Kakerlaken-Plage in dem Wobau-Haus Herr zu werden.

2016 traten sie zum ersten Mal in diesem Haus an der Alten Reitbahn auf – nach zwei Jahren sind sie immer noch da: Vergeblich versuchten zwei Kammerjäger, der Kakerlaken-Plage in dem Wobau-Haus Herr zu werden.

Foto: Uwe Möller

Langenberg.   Ärgerlich für die Mieter: Seit 2016 gibt es in einem Haus in Langenberg Kakerlaken. Die Schädlinge erweisen sich als sehr hartnäckig.

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„Hilfe – bei uns sind Kakerlaken im Haus! Und das schon zum wiederholten Mal!“ Mit diesem Notruf meldete sich jetzt Leser Francesco Siragusano in der Redaktion. Und der Mieter des Hauses Alte Reitbahn 2 ärgerte sich: „Nix passiert – außer dass kleine Fallen aufgestellt werden, was aber auch nichts bringt.“

„Ja, wir haben in diesem Haus Probleme mit Ungeziefer“, bestätigte Christoph Stein, Abteilungsleiter Rechnungswesen der Wohnungsbaugenossenschaft Velbert (Wobau) den Kakerlaken-Befall im Haus an der Alten Reitbahn. Vor zwei Jahren schon sei das Ungeziefer zum ersten Mal in dem Wobau-Haus aufgetaucht.

Schädlingsbekämpfer sind seit 2016 im Einsatz

„Wir haben damals sofort zwei Schädlingsbekämpfungs-Unternehmen beauftragt, gegen die Kakerlaken vorzugehen“, so Stein. Dieser Auftrag laufe noch immer. Denn: „Bevor wir das ganze Haus entgiften lassen, wird natürlich zuerst versucht, gezielt gegen die Schädlinge vorzugehen.“

Dass trotz aller Abwehrmaßnahme im September erneut Kakerlaken im Haus Alte Reitbahn 2 entdeckt wurden, kann sich der Wobau-Abteilungsleiter nur so erklären: „Die Biester sind halt sehr resistent.“ Auf jeden Fall seien inzwischen auch die Schäd­lingsbe­- kämpfer in dem Haus wieder im Einsatz.

Die Probleme in dem Langenberger Wohnhaus seien im Übrigen einzigartig im Wohnungsbestand des Unternehmens. „Wir haben in keinem anderen unserer Häuser Probleme mit Kakerlaken“, betont Klein. Wie es dazu im Wohnhaus an der Alten Reitbahn kam, lasse sich kaum noch nachvollziehen: „Die müssen da wohl irgendwann eingeschleppt worden sein.“

Gericht entschied in Bonn: Mietminderung ist möglich

Inzwischen haben Mieter aus dem Haus Alte Reitbahn auch schon Rechtsbeistände eingeschaltet, um bei der Wobau Mietminderungen geltend zu machen. „Den Rechtsanwalt eines Mieters haben wir gestern in dieser Sache angeschrieben“, bestätigte Klein. Und er räumte ein: „Natürlich hat der Mieter bei so einem Schädlingsbefall das Recht auf Mietminderung.“

Um wie viel die Miete gekürzt werden könne, wisse er nicht genau. „Maximal aber wohl 20 Prozent“, vermutet der Wobau-Mitarbeiter. In einem Urteil von 1985 hatte das Amtsgericht Bonn bei einem Kakerlakenbefall einem Mieter zugebilligt, die Miete um zehn Prozent zu kürzen (Aktenzeichen 6 C 277/84) .

Für Francesco Siragusano, der vor einigen Tagen nach dem Lüften im Schlafzimmer wieder Kakerlaken entdeckt hatte, bleibt noch eine Alternative: „Meine Schwester bot mir an, bei ihr zu bleiben, bis das Problem geklärt ist.“

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