Aus dem BZA

Großer Wurf und kleine Schritte in Neviges

Der Bereich „Auf der Beek“ soll umgestaltet werden.

Der Bereich „Auf der Beek“ soll umgestaltet werden.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Neviges.   BZA befürwortet Maßnahmenplan eines Handlungskonzeptes. Jedoch hat das Gremium das Warten auf Taten satt. Für Innenstadt rasch aktiv werden.

Erst trugen mehrere Bürger bei der Fragestunde für Einwohner ihre Anliegen vor, ließen auch gehörig Ärger und Frust ab, dann äußerten verschiedene BZA-Mitglieder ihren Verdruss vor allem darüber, dass Neviges stets stiefmütterlich bedient worden sei, und schließlich kamen nach anfänglich recht massiver Skepsis sogar noch einstimmige Beschlüsse zustande.

Beschlussfassung nicht vor Frühjahr 2019

Breiten Raum nahm nämlich im Bezirksausschuss (BZA) Neviges das integrierte Handlungskonzept für diesen Stadtbezirk ein, das wohlgemerkt noch längst nicht in „Förder-Prosa“ – so der Beigeordnete Jörg Ostermann – gegossen ist, voraussichtlich frühestens im Frühjahr 2019 vom Rat beschlossen werden könnte und zu dem Elisabete Lopes (Planungsamt) am Dienstagabend 27 mögliche Maßnahmen in fünf verschiedenen Handlungsfeldern skizzierte.

Für die Zukunft vielfältig aufgestellt

Von der Neugestaltung des Bereichs „Auf der Beek“ bis zur angestrebten Aufnahme in die AG historischer Stadt- und Ortskerne NRW. Wenn nichts passiere, werde sich die Abwärtsspirale fortsetzen, meinte die speziell für die Stadtentwicklung in Neviges zuständige Fachfrau. Man müsse „vielfältig aufgestellt für die Zukunft“ sein, empfahl Lopes. Sie sprach u. a. von der Stärkung als Standort für Wohnen und Wallfahrt, von der Notwendigkeit, die Nahversorgung zu erhalten und verbessern, plädierte darüber hinaus für die Einbeziehung des Tourismus.

Umgehend gegen den Schwund angehen

Viele Punkte aus dem mittel- bis langfristig angelegten Maßnahmenpaket sind bereits hinlänglich bekannt, vor allem aber hat der BZA das Warten auf Taten satt. Zumal das Gassmann-Aus frisch ist, bereits Gerüchte über angebliche weitere Schließungen kursieren. So plädierte nicht nur Wilbert Hager (UVB) dafür, fix mit kleinen Schritten anzufangen: „Die Uhr steht auf Viertel vor Zwölf für Neviges. Wir müssen für die Innenstadt aktiv werden, sonst droht uns die Katastrophe.“ Man müsse umgehend gegen den Schwund angehen, sagte auch August-Friedrich Tonscheid (Velbert anders), und viele kleine Dinge anpacken. Alle Beteiligten müssten jetzt kräftig in die Hände spucken.

Auskunft zu den Kosten

„Sie müssen diesen großen Wurf tun“, appellierte Jörg Ostermann, „ohne die kleinen Schritte zu unterlassen.“ Er brauche ein Votum, ob die Verwaltung das Handlungskonzept weiter vorantreiben solle. Er bekam ein ganz klares.

Nachdem sich der Grüne Michael Pannen für einen Beschluss stark gemacht hatte, stimmte das gesamte Gremium für den vorgestellten Maßnahmenplan. Zudem soll die Verwaltung zum nächsten BZA eine geschätzte Kosten- und Finanzierungsübersicht vorlegen.

>>KONZEPT IST ALS GRUNDLAGE UNERLÄSSLICH<<<

Die Förderrichtlinien des Landes NRW sehen integrierte Handlungskonzepte seit 2008 als verpflichtende Grundlage für alle Teilprogramme der Städtebauför derung vor. Sie sollen u. a. eine ganzheitliche, sektorenübergreifende Betrachtung der Probleme und Chancen fördern.

Auf Basis der Konzepte sollen Akteure der Stadtentwicklung eingebunden und Beteiligungs prozesse durchgeführt werden.

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