Aktion

Gewalt gegen Frauen kommt uns nicht in die Tüte

Die Frauenbeauftragten des Kreises Mettmann stellen ihre Aktion vor.

Die Frauenbeauftragten des Kreises Mettmann stellen ihre Aktion vor.

Foto: Stadt Velbert

Velbert.  Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Mettmann starten gemeinsam Aktion mit Bäckereien. 757 Fälle von Gewalt gegen Frauen im Kreis gemeldet.

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Der Aktionstag „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ findet weltweit am 25. November findet statt. Jede dritte Frau weltweit war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt. Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Mettmann machen seit 2011 mit einer Brötchentütenaktion auf das Thema aufmerksam.

Die Idee ist einfach: Anstatt der handelsüblichen Brötchentüten werden die Brötchen am Aktionstag in pink und weiß leuchtenden Informationstüten verkauft. Auf der Rückseite von insgesamt 55.500 Tüten kreisweit sind neben der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in sieben Sprachen auch die wichtigsten Notruf- und Beratungsnummern bei Fällen von Gewalt gegen Frauen abgedruckt. Auf der Seite der Tüte ist ein QR-Code für die Weiterleitung zu einer Informationsplattform mit Chat-Möglichkeit zu finden. Niederschwellig, unkompliziert und für jedes Mädchen und jede Frau leicht erreichbar.

Untersützung in der Muttersprache

„Wenn Frauen und Mädchen über die Telefonnummer Hilfe anfordern, bekommen sie sogar in ihrer Muttersprache Unterstützung“, erläutert Annegret Pollmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erkrath, die die Brötchentütenaktion im Kreis Mettmann seit vielen Jahren organisiert. In Velbert beteiligen sich die Bäckerei Bär, die Bäckerei Mittelmann, die Konditorei Kaiser sowie die Sozialpsychiatrische Gesellschaft Niederberg an der diesjährigen Brötchentütenaktion. Hier werden ab Samstag, 23. November, die besonderen Brötchentüten ausgegeben.

119 Frauen aus Velbert meldeten sich bei der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt

Jährlich flüchten in Deutschland etwa 30.000 Frauen und ihre Kinder vor der Gewalt ihres Partners in ein Frauenhaus. 2018 wurden im Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Mettmann 38 Frauen mit 42 Kindern aufgenommen. Für sie gab es trotz des seit 2002 bestehenden Gewaltschutzgesetzes keine Alternative zu diesem Schritt, da nur in einem Frauen- und Kinderschutzhaus der besonders hohe Schutzbedarf gewährleistet wird. 2018 wurden der zuständigen Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann insgesamt 757 Fälle im Kreis Mettmann gemeldet – 124 mehr als im Vorjahr. 119 Meldungen kamen aus Velbert. Sämtliche Notrufnummern sowie Flyer und Informationen zum Frauenhaus im Kreis Mettmann (02104/922220) und zur Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (02104/1419221) sowie des bundesweiten Hilfetelefons (08000 116016) liegen im Büro der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Velbert, Thomasstraße 7, Zimmer 171 aus oder können kostenlos unter 02051/26-2239 oder per E-Mail an gleichstellung@velbert.de angefordert werden.

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