Bildung

Gesamtschule in Velbert geht jetzt nach vorne

Eine der jüngsten – und offensichtlich auch eine beliebte – Errungenschaften an der Poststraße ist die komplett neu gestaltete Pausenhalle.

Eine der jüngsten – und offensichtlich auch eine beliebte – Errungenschaften an der Poststraße ist die komplett neu gestaltete Pausenhalle.

Foto: Carsten Klein

Velbert.   Adventsbasar ist Vergangenheit, stattdessen stehen an der Poststraße erstmals die Türen offen. Engagement fördern und Verantwortung fordern.

Mit dem Tag der offenen Tür verhielt es sich vor Ort bislang ganz so wie mit dem römischen Imperium und dem kleinen gallischen Zeichentrick-Dorf: Eigentlich luden alle Velberter Schulen dazu ein, nur die Gesamtschule an der Poststraße, die hatte traditionell immer ihren großen Adventsbasar. Und zwar stets an dem Freitag vor dem ersten Advent. Das ist jetzt passé.

Einstieg in den Konkurrenzkampf

„Zweck war nicht die Außenpräsentation, das war eher nach innen gerichtet“, erklärt Antje Häusler das Umschwenken und das Aus für den vorweihnachtlichen Basar. Schließlich gebe es ja mehrere weiterführende Schulen und man steige in den Konkurrenzkampf ein, erklärt die Schulleiterin auf Nachfrage, obwohl man bislang mangels Kapazitäten immer habe Anmeldungen ablehnen müssen. Und: Die mögliche Gründung einer zweiten städtischen Gesamtschule spiele bei den Überlegungen schon eine Rolle.

„Wir brauchen hier eine heterogene Schülerschaft“, führt Häusler weiter aus, „eine gesunde Mischung aus Leistungsstarken und Leistungsschwächeren.“ Man wolle Eltern gewinnen, „die unsere Art des Unterrichts schätzen und ihn bewusst wählen“. Die Gesamtschule könne sechs Eingangsklassen mit maximal 174 Mädchen und Jungen bilden. Die endgültige Menge hänge von der Zahl der zugewiesenen Inklusions-Kinder ab.

Doch ein kleines Advents-Dörfchen

Also findet jetzt an der Poststraße erstmals ein Tag der offenen Tür statt: Am 24. November gibt’s dort von 11 bis 14 Uhr Einblicke in den Unterricht und in das Schulleben. Schulleitung, Lehrer, Sozialpädagogen, Beratungslehrer, Förderlehrer und Schüler stellen Konzepte und besondere Projekte vor. Angesprochen sind Grundschuleltern und ihre Kinder, aber auch interessierte Schüler, die gerne die Oberstufe besuchen möchten. Und damit das Vorweihnachtliche nicht völlig auf der Strecke bleibt, erwartet die Besucher auch ein „kleines Advents-Dörfchen“.

Lernzeiten-Prinzip wird ausgeweitet

Nach Auskunft von Petra Gahmann hat sich das Kollegium auf den Weg gemacht, um die Konzepte in Richtung Individualisierung zu überarbeiten. Überdies wolle man das selbstständige Lernen fördern, so die didaktische Leiterin weiter, werde das Prinzip der Lernzeiten ausgeweitet, das auch mit dem Wandel „vom Lehrenden zum Lerncoach“ einhergehe.

Selbst ein Projekt erarbeiten

Die Lernzeiten sind im Stundenplan fixiert und in die Unterrichtsstunde eingebettet, jedoch „kommen die Schüler mit selbst zusammengestellten Material und müssen ein Projekt erarbeiten“. Und es später der Schulgemeinde präsentieren. Gahmann zufolge sollen so das eigene Engagement gefördert und die eigene Verantwortung gefordert werden. „Curriculum und Lebenswirklichkeit“, ergänzt Antje Häusler, „klaffen oft weit auseinander.“

>>>120 LEHRER UNTERRICHTEN 1300 SCHÜLER<<<

  • Die städt. Gesamtschule führt zu allen Abschlüssen und lässt die Laufbahn des Kindes lange offen. An der Poststraße sind 120 Lehrer für 1300 Schüler da. Bis zum Tag der offenen Tür soll auch noch geklärt werden, ob es im Februar 2019 ggf. ein vorgezogenes Anmeldeverfah ren gemeinsam mit der geplanten, zweiten Gesamtschule gibt.

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