9. November

Gesamtschüler setzen sich mit Auschwitz auseinander

Die Gesamtschule Velbert hat mit Schüler bislang zehn Fahrten zu Vernichtungslager und Gedenkstätte Auschwitz unternommen. Jetzt gibt es eine Ausstellung zu dem Thema.

Die Gesamtschule Velbert hat mit Schüler bislang zehn Fahrten zu Vernichtungslager und Gedenkstätte Auschwitz unternommen. Jetzt gibt es eine Ausstellung zu dem Thema.

Foto: WAZ FotoPool

Velbert.  Gesamtschule an der Poststraße eröffnet Ausstellung anlässlich der zehnten Fahrt von Schülern zum wichtigsten deutschen Schicksalsort

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es fällt schwer, sich vorzustellen, was damals passiert ist – vor 75 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Hunderte von Menschen ließen in jener zynisch von den Nationalsozialisten betitelten „Reichskristallnacht“ ihr Leben, tausende wurden verschleppt, gedemütigt und enteignet. Mehr als 1400 Synagogen gingen in Flammen auf, unzählige jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe wurden zerstört und verwüstet. Was in jener Schreckensnacht geschah, kann und darf nicht vergessen werden. In diesem Sinne luden die Gesamtschule Velbert und die Stadt Velbert am Wochenende zu einer Gedenkveranstaltung ein.

Zurückkehren als anderer Mensch

„Ein jüdisches Sprichwort besagt: ‚Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung‘. Das Geschehene liegt schon fast ein ganzes Menschenleben zurück. Aber nur wer weiß, was damals in Deutschland passiert ist, ist auch in der Lage, den Wert von Frieden, Freiheit und Demokratie zu schätzen“, formulierte es Dezernent Holger Richter in seiner Ansprache in der Aula der Gesamtschule. „Was vor 75 Jahren passiert ist, ist nicht irgendwo passiert – auch hier in Velbert, in der Bahnhofstraße, in der Friedrichstraße, in Neviges und in Langenberg wurden Wohnungen zerstört und Juden enteignet“, erinnert Richter.

Die Gedenkveranstaltung ist auch gleichzeitig eine Ausstellungseröffnung – die Gesamtschüler zeigen Exponate rund um das Thema Auschwitz. Jenen Schicksalsort in Polen besucht jährlich eine Gruppe von Gesamtschülern, in diesem Jahr schon zum zehnten Mal. „Mit einem Besuch dort kann man besser begreifen, was damals vorgefallen ist. Viele auch von unseren Schülerinnen und Schülern kehren als ein anderer Mensch zurück“, spricht Thomas Badstieber aus Erfahrung. Der Deutsch- und Englischlehrer in der Gesamtschule ist sichtlich gerührt, und auch andere im Auditorium müssen schwer schlucken – das Thema lässt auch heute niemanden unberührt.

Die Ausstellung zeigt Bilder, Plakate, Modelle und Kunstwerke. Die Eindrücke, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkstättenfahrten der letzten zehn Jahre in Auschwitz gewonnen haben, haben sie darin individuell verarbeitet. Auch ein Film wird gezeigt.

„Man sieht, wie die Schüler sich im Laufe der Reise entwickelt haben und auf die Situation reagieren“, erklärt Gesamtschülerin Mona Morali. Historische Ereignisse und emotional Erlebtes miteinander zu verbinden – das haben die Schüler und Schülerinnen in ihrer besonderen Ausstellung wahrlich geschafft.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben