Kirche

Generationen von Presbytern tauschen sich in Neviges aus

Einen kurzweiligen Abend verlebten die aktuellen und früheren Mitglieder des Kirchenvorstandes im Gemeindesaal, herzlich begrüßt von Pfarrer Detlef Gruber.

Einen kurzweiligen Abend verlebten die aktuellen und früheren Mitglieder des Kirchenvorstandes im Gemeindesaal, herzlich begrüßt von Pfarrer Detlef Gruber.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Neviges.  Premiere in der evangelisch-reformierten Gemeinde. Generationen von Presbytern trafen sich zum Austausch – da staunten vor allem die Jüngeren.

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Das hat es noch nie gegeben in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde: Mehr als 20 ehemalige Presbyter aus fünf Jahrzehnten trafen sich mit aktuellen Mitgliedern des Gemeindevorstandes zum Töttern, um Erinnerungen auszutauschen und gemeinsam nach vorn zu blicken. Der vergnügliche Abend im renovierten Gemeindesaal an der Siebeneicker Straße war zugleich Schlusspunkt der Aktion „Der Nächste bitte. Eine 40-Tage-Liebesoffensive“. Mehr als 20 Gemeinde-Gruppen hatten alle möglichen Projekte auf die Beine gestellt – da sollten auch die Presbyter nicht fehlen.

Die Jugendarbeit hat Tradition

„Eine sehr schöne Idee“, meint Siegfried Gast (85), der von 1968 bis 1976 und von 1992 bis 2012 im Kirchenvorstand mitgearbeitet hat. Vor allem an seine erste Amtszeit erinnert er sich gern: „So eine Presbyteriums-Sitzung, die ging schon mal bis zwei Uhr nachts. Da ging es oft hoch her, jeder wollte gehört werden.“ In beiden Amtsperioden war die Jugendarbeit sein Steckenpferd: „Es gab ja 1968 noch keinen CVJM, aber die christlichen Pfadfinder. Wir haben viele Fahrten unternommen, zusammen gefeiert, ich habe das sehr genossen.“ Noch heute kommt Siegried Gast regelmäßig zum Montags-Treff in den Jugendkeller der Roonstraße, leitet auch manches Mal den Bibelkreis in der Lukasstraße.

Turbulente Sitzungen bis spät in die Nacht

An turbulente Sitzungen des Presbyteriums erinnert sich auch Eduard Römer, der von 1972 bis 1984 im Bauausschuss saß. „Es wurde oft auch kontrovers diskutiert, aber immer fair. Gemeinde muss ja in Bewegung bleiben.“ Er könne sich gut weitere Treffen dieser Art vorstellen: „Ja, warum nicht? Man trifft alte Bekannte wieder, mit denen man sich früher gestritten und wieder vertragen hat.“ Kein ehemaliger, sondern ein aktueller Presbyter ist Rainer Grosche (75), der allerdings bei der nächsten Wahl im März nicht mehr kandidiert. Sein Blick geht hinauf zur Decke des gewaltigen Gemeindesaals: „Es war eine gute Entscheidung, dass wir die Sanierung so durchgezogen haben, es hat sich gelohnt.“

Spannende Bauarbeiten

Eineinhalb Jahre dauerten die Arbeiten an dem 1905 erbauten Gebäude, bei dessen Sanierung es eine dicke Überraschung gab: Niemand hatte mit dem imposanten Tonnengewölbe gerechnet, das beim Abriss der Zwischendecke zum Vorschein kam. Kosten der Gesamtarbeiten: rund 500 000 Euro. Für Olaf Braß, der seit zwölf Jahren als Bau und Friedhofskirchmeister im Presbyterium sitzt und ebenfalls im März aufhört, ist das Gemeindehaus ein besonders schöner Abschluss: „Ich habe ja viel erlebt in den Jahren, die Stadtkirche wurde saniert, dann unser neues Friedhofs-Kolumbarium, aber es gab auch weniger angenehme Dinge wie den Verkauf unserer Immobilien.“ Unter anderem hat sich die Gemeinde vor zwei Jahren von der Kirche samt Gemeindesaal im Siepen getrennt.

Gemeinde will weiter innovativ sein

Ja, das Zurücklassen des Siepens, wie es Jugendleiter René Görtz nennt, sei ein schmerzhafter Prozess gewesen. „Die Gemeinde musste sich neu finden. Aber es geht weiter, wir sind immer offen für innovative Ideen.“ Wie auch für „Der Nächste bitte“, dessen geistiger Vater ebenfalls René Görtz ist. Dass auch die Ehemaligen dabei nicht vergessen werden, findet Gisela Brandt (82) „ganz toll“, wie sie sagt: „Ich hab damals den Eine-Welt-Kreis gegründet, an die Zeit denke ich gern zurück. Und heute hat man mal wieder alle gesehen.“

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