Kirche

Gemeinde in Velbert gibt rund um St. Joseph Immobilien auf

In diesem Abschnitt wird sich das Aussehen der obersten Friedrichstraße gründlich ändern.

In diesem Abschnitt wird sich das Aussehen der obersten Friedrichstraße gründlich ändern.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Kirchengemeinde St. Michael und Paulus trennt sich in Velbert von Immobilien. Die alte Kirche St. Joseph bleibt aber erhalten und wird umgebaut.

Das Gesicht der Friedrichstraße wird sich in ihrem obersten Teil in absehbarer Zeit gehörig wandeln: Die katholische Kirchengemeinde St. Michael und Paulus will sich nämlich von einem Großteil ihrer Immobilien rund um St. Joseph trennen. Letztlich bleiben dort lediglich die alte Kirche und der frei stehende Glockenturm erhalten.

Unwirtschaftliche Leerstände beseitigen

„Das ist unsere zweite große Baustelle“, sagt Christopher Frieling beim Ortstermin mit der WAZ. Und damit meint der stv. Vorsitzende des Kirchenvorstands natürlich die Planung für die Mittelstraße bei St. Marien. Beides steht auch miteinander im Zusammenhang. Hier auf dem Riesengelände, das bis an die Berliner Straße reiche, werde sich Einiges tun.

Fünf Standorte in Mitte und Langenberg

Vor dem Zusammenschluss der beiden zuvor eigenständigen Pfarrgemeinden vor rund zehn Jahren sei ja jeder Standort autark gewesen, erzählt Willi Schwippert, ebenfalls Mitglied im Kirchenvorstand. „Mit eigenem Büro, eigenem Pfarrzentrum und zuweilen auch bisschen eigenem Kirchturmdenken.“ Fünf Standorte gehören dazu: St. Marien, St. Joseph, St. Paulus und St. Don Bosco in Velbert-Mitte sowie St. Michael in Langenberg.

Im Pfarrzentrum fehlen Fluchtwege

Jetzt habe man zu viel Fläche und zu viel – sowohl schon vorhandenen als auch bereits klar absehbaren – Leerstand, seien Gebäude mitunter rein brandschutzrechtlich nicht mehr zu halten. So habe etwa das

Pfarrzentrum an der Friedrichstraße keine Fluchtwege und dürfe daher nicht mehr benutzt werden. Der Bau, in dem seit Jahren die OGS der Albert-Schweitzer-Schule untergebracht ist, wird überflüssig, wenn die neue, große Grundschule an der Kastanienallee in Betrieb geht, und dann an der Deller Straße nicht mehr unterrichtet wird.

Tafel Niederberg darf mit ihrem Standort vorläufig bleiben

Der ehemalige Kindergarten St. Joseph ist vor fünf Jahren in den Kita-Neubau St. Paulus umgezogen. Die Tafel Niederberg könne mit ihrem Standort aber vorläufig in dem Kindergarten bleiben, so lange sie das vorübergehende Domizil brauche, versichert Holger Beckmann. Er gehört auch zum Kirchenvorstand und fügt hinzu: „Wir reißen ja schließlich nicht schon morgen ab.“ A propos Abriss: Auch der 1959 errichtete Kirchenneubau – die alte Kirche war damals tatsächlich zu klein – kommt weg. Er sei baufällig, begründet Beckmann diesen Schritt. Alle Nutzer seien über die Absichten der Kirchengemeinde teils sogar schon seit Vertragsabschluss im Bilde. Das gelte auch für den Pflege-Stützpunkt der Caritas.

Im Preissegment für Otto-Normalverbraucher

Die Pfarrgemeinde hat bereits einen Investor „fest an der Hand“, der an der Friedrichstraße nach dem Abriss der zwei Wohnhäuser, der Kirche und des Kindergartens neu bauen will. Sein Vorhaben umfasse Mehrfamilienhäuser mit Miet- und Eigentumseinheiten an der Straße und drei oder vier Einfamilienhäuser im hinteren Teil des Geländes. „Im normalen Preissegment für Otto-Normalverbraucher“, merkt Schwippert an. Die Gemeinde werde ihre Immobilien aber nicht veräußern: „Kirche verkauft grundsätzlich nicht.“ Die Festlegung des Erbpachtzinses sei letztlich eine Sache zwischen Erzbistum und Investor.

Bebauungsplan muss geändert werden

Die Zeitschiene in Sachen St. Joseph gestaltet sich ähnlich wie bei St. Marien. Übrigens agiert dort bei der geplanten Wohnbebauung auch der selbe Investor. Die Gemeinde führt für den Bebauungsplan an der Friedrichstraße Gespräche mit der Stadt. Die Kirchenvorstände gehen davon aus, dass die Bebauungsplan-Änderung etwa ein bis anderthalb Jahre beansprucht.

Altar bildet den Mittelpunkt

Ein weiteres Kapitel ist der darüber hinaus geplante Umbau der Kirche anno 1906. Sie werde in ihren Ursprung zurückgeführt, kündigt Christopher Frieling an, erhalte eine neue Sakristei und einen neuen Versammlungsraum: „Alles wird komplett barrierefrei.“ Pfarrer Ulrich Herz ist vor allem wichtig, dass der Altar in Zukunft tatsächlich den Mittelpunkt bilde und sich die Gemeinde um ihn herum versammle.

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