Prozess

Gang soll Jugendliche in Velbert mehrfach ausgeraubt haben

Am Bahnhof in Langenberg sollen die drei Täter einen Jugendlichen sogar in ein Auto gedrängt und mit einer Waffe bedroht haben.

Am Bahnhof in Langenberg sollen die drei Täter einen Jugendlichen sogar in ein Auto gedrängt und mit einer Waffe bedroht haben.

Foto: Uwe Möller

Wuppertal.   Drei Heranwachsende (18, 19, 20 Jahre) müssen sich vor Gericht verantworten. Sie sollen Jugendliche in Langenberg und Neviges ausgeraubt haben.

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Vor dem Landgericht in Wuppertal müssen sich drei heranwachsende Angeklagte aus Langenberg und Heiligenhaus wegen Überfällen auf Gleichaltrige verantworten. Mit ihrer Berufung wehren sie sich gegen eine Verurteilung in erster Instanz zu teils mehrjährigen Gefängnisstrafen. Dabei geht es um mutmaßliche Taten in Langenberg und Neviges: Raub, Nötigung und Freiheitsberaubung. Die Staatsanwaltschaft verlangt höhere Strafen.

Ein Zeuge soll eingeschüchtert worden sein

Laut Vorsitzendem Richter haben Zeugen die Männer (18, 19 und 20 Jahre alt) als Mitglieder einer Jugend- oder Schülergang benannt. In den Ermittlungsakten heiße es: „Die kennt man aus Langenberg und Nierenhof. Mit denen legt man sich nicht an. Wenn man sich widersetzt, gibt es Gewalt.“ Seit Februar gibt es bereits ein weiteres Verfahren. Mutmaßlich war der jüngste Angeklagte am Bahnhof Langenberg ein früheres Opfer noch einmal angegangen. Der sollte womöglich vor seiner erneuten Aussage eingeschüchtert werden. Die Ermittlungen laufen noch.

Der Anklage zufolge war der Bahnhof ebenso Schauplatz einer massiven Nötigung Ende März vor einem Jahr. Dabei sollen die Angeklagten einen Bekannten in ein Auto gedrängt und mit einer Waffe bedroht haben. Der Geschädigte soll mit einem Raubversuch sogar gerechnet haben. Er habe Geld und Handy deshalb zu Hause gelassen. Die klare Ansage eines Täters an ihn: Kein Wort zur Polizei – „sonst ficke ich Deine Familie“.

Zwei jungen Männern die Handys und 20 Euro geraubt

Zwei Wochen zuvor hatte eine bis zu fünfköpfige Gruppe zwei junge Männer (beide heute 18 Jahre alt) angegriffen, geschlagen und gezielt erniedrigt. Die Beute: Handys und 20 Euro aus einer Geldbörse. Mutmaßlich mittendrin: Der Hauptangeklagte (19) aus Heiligenhaus.

Ihn führte die Polizei damals bereits als Intensivtäter. Er wurde Anfang April dingfest gemacht und verhaftet. Dieser Angeklagte hat die Vorwürfe zugegeben. Er verhandelt nun um Milderung seiner Jugendhaft von vier Jahren.

Besonders heikel ist der Prozess für den ältesten Angeklagten, einen inzwischen berufstätigen Langenberger. Gegen ihn sind 20 Monate Bewährungsstrafe ausgesprochen. Fällt die Strafaussetzung weg, muss er die Haft verbüßen. Er selbst verlangt Freispruch.

Angeklagte behaupten: Es war eine Verwechslung

Laut Urteil soll dieser Angeklagte die Haupttäter durch seine Begleitung unterstützt haben. Daneben gibt es ein weiteres, nicht rechtskräftiges Urteil wegen eines Raubes. Und noch eine neue Anzeige von Weihnachten. Da soll er in Essen eine Schranke eingetreten haben. Der Richter: „Es ist mir unbegreiflich, wie man zwei Verurteilungen offen haben kann und dann noch weitere Straftaten begeht.“

Der Angeklagte bestritt, mit der neuen Tat etwas zu tun zu haben. Ein Zeuge habe etwas verwechselt. Der Richter kommentierte: „Das kommt mir bekannt vor. Da ist eine Gruppe unterwegs, es gibt eine Anzeige und die Kumpel sagen dann: Der war es nicht.“

Der jüngste Angeklagte hat einen Ladendiebstahl in Düsseldorf zugegeben, bestreitet aber die anderen Taten.

Die Verhandlung wird am kommenden Donnerstag, 9 Uhr, im Gerichtszentrum Wuppertal, Eiland, fortgesetzt. Der Saal wird durch Aushang bekannt gegeben.

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