Konzert

Fünf Frauen spielten Tango vom Allerfeinsten

Die fünf Musikerinnen von Tango de Minas spielen den Tango  voller Leidenschaft.

Die fünf Musikerinnen von Tango de Minas spielen den Tango voller Leidenschaft.

Foto: Editha Roetger

Velbert-Langenberg.  Tango de Minas gastierten bei Alldiekunst in Langenberg und begeisterten ihr Publikum restlos. Es war ein schöner Abend mit traurigen Liedern.

Tango ist eine ernste Sache“, erläuterte Pianistin Claudia Glocksin von „Tango de Minas“ zur Begrüßung im Alldiekunst-Haus. Beim Tango ginge um Liebe, Flüche, ums Verlassen werden: „Falls sie es noch nicht gemerkt haben, dass sie Karten für einen Abend mit traurigen Liedern gekauft haben.“

Dann demonstrierten fünf Frauen beeindruckend ihre Liebe zur Musik, zu ihren Instrumenten und zum Tango. Über 60 Besucher wurden in die traditionelle und neu arrangierte argentinische Tangomusik entführt, die über hundert Jahre Tangomusik im Alldie-Saal erklingen ließ: aus den Anfangsjahren bis zum Tango Nuevo, in der auch der finnische und türkische Tango „zu Wort“ kamen.

Das wurde es gleich zwei Grad kälter im Saal

„Johanna liebt den unkonventionellen Umgang mit dem Cello, daneben Ursula Questa, die lebt, was sie besingt“, Glocksin, die 2016 das Ensemble gegründet hatte, stellte die Frauen des Quintetts vor. Gaby Jüttner „mag es nicht, wenn man sie schlagkräftig nennt“, dafür sei sie schlagfertig und Katharina Stashik, das jüngste Ensemblemitglied, komme mit dem Saxophon aus der Klassik, nicht aus dem Jazz.

Zwischen den Stücken sorgten die Frauen immer wieder für eine Auflockerung, dann „werden wir sofort wieder traurig.“ Das Stück, in dem es um Freundschaft, Alkohol und Trennung ging, sei auch in a-Moll komponiert. Dann wurde es gleich zwei Grad kälter im Saal, doch das argentinische Feuer vertrieb den Abschiedsschmerz. Musikalisch ging es emotional ging es auf und ab, bis zur Pause, die die Musikerinnen zusammen mit dem Publikum verbrachten.

Ausgebildete Musikerinnen

Dann ging es emotional weiter, in wechselnder Besetzung. Mal schnell, mal langsam, mal heiter, dann wieder melancholisch. Peter Reichert war begeistert: „Wow, starkes Schlagzeug. Man merkt, dass sie alle ausgebildete Musikerinnen sind, an der Qualität der Musik hört man es.“ – Doch er weiß auch: „Die Schlagzeugerin spielt an der Oper in Frankfurt.“ Als es ans Ende geht, hätte man glauben können, dass es so abgestimmt war. Edith Piafs „Non je ne regrette rien“ – das Schlusslied des Alldiekunst-Vinylabends – erklang in einer besonderen Tango-Interpretation.„Das spielen wir gar nicht immer“, freute sich Claudia Glocksin, als sie davon erfuhr. Sie hatten sich erst in der Künstlergarderobe entschieden, dieses Lied zu spielen.

„Frauenthemen, die auf der ganzen Welt aktuell sind“

Renate Kilb aus Wülfrath war voll des Lobes: „Es war sehr kurzweilig, sehr schön, sehr emotional. Es sind Frauenthemen, die immer noch aktuell sind, auf der ganzen Welt.“ Auch Altbürgermeister Heinz Schemken war sehr angetan: „Die spielen in einer anderen Liga, Tango vom Feinsten, das war argentinisch, konzertant.“

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