Schule

Freie Schule bis zur Stufe Zehn geplant

Die Johanneskirche, das zugehörige Pfarrhaus und das Nebengebäude möchte der Verein gerne anmieten.

Die Johanneskirche, das zugehörige Pfarrhaus und das Nebengebäude möchte der Verein gerne anmieten.

Foto: Uwe Möller

Velbert-Mitte.   Initiatoren haben Johanneskirche als Standort im Blick. Selbstbestimmtes Lernen und jahrgangsübergreifendes Konzept. Start zum Schuljahr 2019/20.

Derweil seit langem über das ob, wie und wo einer zweiten städtischen Gesamtschule gesprochen, gestritten und abgestimmt wird, arbeitet eine junge Initiative, die erst im Januar ihr Gründungstreffen hatte, zielstrebig daran, ihren Traum von einer freien Schule Wirklichkeit werden zu lassen. Seit wenigen Wochen gibt es auch den zugehörigen „Förderverein Neue Schule Velbert“, der jetzt mit der ev. Kirchengemeinde Velbert in Mietverhandlungen für einen Schulstandort einsteigen will.

Klein und überschaubar

Die Mitstreiterin Sarah Akbari habe bei einem Spaziergang die Johanneskirche an der Goebenstraße entdeckt, berichtet Oliver Leiste. Die Kirche werde aktuell als Möbellager genutzt und das Pfarrhaus sei vermietet, so der Hauptinitiator weiter. Langfristig wolle man auch noch das Nebengebäude nutzen und verfüge dann über rund 650 qm. Schließlich ist ja auch das Ziel größer geworden: War anfangs nur vom Aufbau einer freien Grundschule die Rede, so geht es inzwischen um die Stufen eins bis zehn.

Velbert als Haupteinzugsbereich

Das sei für die Eltern auch verlässlicher und vertrauensbildender, meint Susanne Trust. Sie gehört bald dem Vorstand an und ist Mutter des kleinen Lars (4), der möglichst schon die neue Schule besuchen soll. Die soll zum Schuljahr 2019/20 starten und mit maximal insgesamt 100 Jungen und Mädchen klein und überschaubar werden: „Ein nettes familiäres System, jeder kennt jeden“, schwärmt Sabine Räker. Als Haupteinzugsbereich sind Velbert und die direkte Umgebung der Stadt vorgesehen.

Zeitfenster gezielt nutzen

Mindestens ebenso wichtig ist den Gründern allerdings das pädagogische Konzept, an dem sie zurzeit schreiben und feilen. Es geht um Reformpädagogik; die Freinet-Pädagogik und das Prinzip des offenen Unterrichts werden eine Schlüsselrolle spielen. Und der Dreiklang „selbstbestimmt lernen, demokratisch entscheiden, kooperativ handeln“. Die Kinder müssten ja nicht unbedingt alle zur gleichen Zeit Mathe pauken oder Lesen lernen, erklärt Susanne Trust, vielmehr müsse man schauen, „welches Zeitfenster gerade offen ist“.

Lernen ohne Druck

Die Kinder müssten und könnten Verantwortung für sich selbst übernehmen. Immens wichtig seien das Lernen ohne Druck und mit Vertrauen sowie eine „Beziehung zwischen Schülern und Lernbegleitern“. Für letztere gibt es nach Auskunft des Vereins, den derzeit zehn „tatsächlich Aktive“ tragen, bereits drei interessierte Lehrer.

„Wir bereiten dann auf Abschlüsse vor, die extern erworben werden können“, erläutert Oliver Leiste. Das erfordere die Kooperation mit anderen Schulen (Kontakt: www.NeueSchuleVelbert.de).

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