Kirche

Franziskaner in Neviges eröffnen einen Klosterladen

Bruder Dietmar Brüggemann vor dem Wallfahrtsbüro. Hier soll 2019 auch ein kleiner Klosterladen mit Karten und Andenken eröffnen.

Bruder Dietmar Brüggemann vor dem Wallfahrtsbüro. Hier soll 2019 auch ein kleiner Klosterladen mit Karten und Andenken eröffnen.

Foto: Uwe Möller

Neviges.   Im Kloster gibt es 2019 auch Kerzen, Karten und Andenken zu kaufen. Spätestens zur Eröffnung der Wallfahrtssaison soll der Laden öffnen.

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Alle beklagen die Schließung von Geschäften, die Franziskaner machen im nächsten Jahr ihren ersten eigenen Klosterladen auf. „Wir arbeiten gerade an einem Konzept für einen Wallfahrtsshop, in dem es Kerzen und Andenken zu kaufen gibt“, sagt Bruder Dietmar. Möglichst vor Ostern, spätestens jedoch vor Eröffnung der Wallfahrtssaison im Mai soll der Verkauf losgehen. Als Ladenlokal haben die Franziskaner das geräumige Wallfahrtsbüro ins Auge gefasst.

Hintergrund ist die Schließung des Devotionaliengeschäftes von Erika Malecki Ende des Jahres, über dessen Gründe die Inhaber nichts sagen möchten. Den Brüdern liegt es am Herzen, dass Wallfahrer und Touristen auch weiterhin ein Andenken mit nach Hause nehmen. „Wir werden das nicht in dem großen Stil betreiben können, aber Kerzen, Karten und Kleinigkeiten als Andenken für Touristen und Pilger soll es schon geben.“

Nun wird an einem Konzept gefeilt, ein „nächster Schritt zur lebendigen Gestaltung der Nevigeser Wallfahrt“, sagt Bruder Dietmar. Nach dem Weggang von Bruder Frank ist er übergangsweise Leiter der Wallfahrtsseelsorge.

Zusammen mit Bruder Jakobus, der bis zum Herbst 2019 die Pfarrei leitet, „halten wir die Fahne hier hoch“, sagt Bruder Dietmar, der neben seiner neuen Aufgabe nach wie vor Hausoberer ist. Und somit für alles zuständig ist, was den Alltag im Kloster betrifft.

Zwei Heilige Messen mussten gestrichen werden

Wie in jedem Betrieb, so erläutert der sympathisch-weltoffene Bruder, müsse man jetzt sehen, wie Aufgaben neu verteilt werden, wenn eben plötzlich Personal ausfällt. So hat der Pfarrgemeinderat beschlossen, bis auf weiteres zwei Gottesdienste zu streichen: Die heilige Messe sonntags um 11.30 Uhr im Dom und die Messe mittwochs um 19 Uhr in Tönisheide.

In Zukunft auch Gottesdienste mit Lyrik

„Sonntags bleibt ja weiterhin fast zeitgleich um 11.15 Uhr die Messe in der Pfarrkirche“, so Bruder Dietmar. Und der Gottesdienst um 19 Uhr in Tönisheide – ursprünglich geplant als „Messe für Berufstätige“ – habe schon länger nur wenige Schäfchen angelockt. „Manchmal waren mehr Mitarbeiter da als Besucher, nämlich Priester, Küster und Organistin.“

Vier Priester für Gottesdienste, Trauungen und mehr

Doch es war nicht allein der Weggang von Bruder Frank, der zur Streichung der Gottesdienste führte – die Franziskaner haben ein Nachwuchsproblem: „Als ich 2014 nach Neviges kam, waren wir sieben Priester, die sechs Gottesdienste am Wochenende halten konnten.“ Zwei verließen Neviges turnusmäßig, nun auch unvorhergesehen Bruder Frank. „Bleiben vier Priester, von denen zwei mit ihren 73 Jahren längst das Rentenalter überschritten haben.“

Neue Gesichter für den Glauben neugierig machen

Dieses Quartett hält täglich sechs Stunden Beichtdienst, dazu kommen Trauungen, Taufen, Beerdigungen. „Wir müssen einfach mit unserer Kraft haushalten“, sagt Bruder Dietmar, dem eines wichtig ist: „Jeder Gottesdienst hat auch mit Kunst zu tun, es darf nie Routine werden.“ Die Gefahr besteht bei ihm nicht: Mit Leidenschaft und neuen Formaten wie einer „Messe Ü 30“ für junge Leute und einem „Lyrischen Komplet“, in dem auch Texte von Hilde Domin, Herbert Grönemeyer und Hape Kerkeling ihren Platz haben, möchte er in Zukunft „auch neue Gesichter neugierig für den Glauben machen.“

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