Ehrenamt

Flüchtlinge sind bei der Velberter Tafel im Einsatz

Alorr A. such Arbeit als Mikrobiologe.

Foto: HO

Alorr A. such Arbeit als Mikrobiologe. Foto: HO

Velbert-Mitte.   Junge Syrer helfen Sprachbarrieren zu überwinden und übersetzen. Richtige Arbeit haben der Schneider und der Mikrobiologe noch nicht gefunden.

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Anas A. ist Schneider und hat seit kurzem eine kleine Wohnung in Velbert. Der syrische Kriegsflüchtling ist mit seiner Familie aus Aleppo geflohen. Arbeiten durfte er hier bislang noch nicht, jedoch hat er sich eine Beschäftigung bei der Velberter Tafel gesucht.

Sorgen um die Familie

Dies lenkt ihn auch ein wenig von den Sorgen um seine Familie ab. „Die Menschen in Velbert sind alle sehr freundlich und hilfsbereit zu mir“, berichtet der Syrer. Über die so genannte Balkanroute ist er 2015 nach Deutschland gekommen – allerdings ohne seine Frau, seine Mutter, den Bruder und die kleine Tochter.

Tochter darf nicht in die Schule

Seine Familie musste Anas schweren Herzens in der Türkei (in Antalya) zurücklassen. Für seine verbliebenen Angehörigen ist es dort schwierig, da die Kriegsflüchtlinge in der Türkei nicht eben willkommen sind. So darf die sechsjährige Tochter dort nicht einmal die Schule besuchen. Nun hat Anas auch endlich offiziell einen begrenzten Aufenthaltstitel, der es ihm ermöglicht, Arbeit anzunehmen, denn er lebt von 400 Euro im Monat.

Zusammen mit seinem Landsmann Alorr A. bringt sich der Flüchtling ehrenamtlich bei der Velberter Tafel ein. Beide Männer sprechen, obwohl erst seit knapp zwei Jahren hier, hervorragendes Deutsch (B2 bzw. C1-Niveau) und können dadurch oftmals bei Sprachbarrieren an der Tafel vermitteln.

Artikel für Fachblatt geschrieben

Alorr stammt aus Damaskus und ist eigentlich Mikrobiologe. Er hat sechs Jahre am AECS, der Atomic Energy Commission of Syria, mit Bakterien und Pilzkulturen gearbeitet. Zudem hat er einen Artikel für ein renommiertes wissenschaftliches Fachblatt vorzuweisen.

Wenn Alorr Glück hat, wird ihm zumindest sein syrischer Bachelorabschluss von den deutschen Behörden anerkannt. Gerne würde er eine qualifizierte Arbeitsstelle in seinem Fachbereich finden – oder alternativ seinen Masterabschluss in Deutschland nachmachen. Alorr sorgt sich darum, dass seine Sprachkenntnisse für eine Univorlesung hierzulande möglicherweise nicht ausreichend sein könnten.

Beachtliches Level

Eine Befürchtung, die allerdings vollkommen unberechtigt scheint, denn er konnte sein Sprachniveau in wenigen Monaten auf ein beachtliches Level heben. Nicht zuletzt auch dadurch, dass er sich an der Velberter Tafel einbringt und dort – zusammen mit Anas sowie einem weiteren syrischen Gefährten – eine große Hilfe darstellt.

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