Wirtschaft

Fachverband der Schlossindustrie feiert seinen 70. Geburtstag

Geschäftsführer Stephan Schmidt und Sprecherin Nicole Geelhaar zeigen die Broschüre zum 70. Geburtstag des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie, der in Velbert sitzt.

Geschäftsführer Stephan Schmidt und Sprecherin Nicole Geelhaar zeigen die Broschüre zum 70. Geburtstag des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie, der in Velbert sitzt.

Foto: Socrates Tassos

Die Interessenvertretung der Unternehmen sitzt an der Offerstraße. Prüfinstitut sichert die Qualität der Produkte .

In der alten Villa an der Offerstraße dreht sich alles um Schlösser und Beschläge. Hier residiert der Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB), der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert.

Rund 70 Mitgliedsfirmen mit 25 000 Mitarbeitern bundesweit vertritt der in Velbert beheimatete Verband, allein 40 Unternehmen produzieren hier vor Ort Schlösser und Beschläge. Der Verband ist eine zentrale Interessenvertretung für die Branche, die seit 400 Jahren in der Region verwurzelt ist.

70 Mitgliedsfirmen bundesweit

Die Ursprünge des FVSB gehen noch deutlich weiter zurück als 1946, nämlich auf das Jahr 1918. Nachdem die gesamt Volkswirtschaft während des Ersten Weltkrieges auf Rüstung umgestellt worden war, sollte nun die zivile Produktion wieder angekurbelt werden. Da nicht mit jedem Betrieb einzeln verhandelt werden konnte, wurde der Fachverband gegründet, der zunächst in der Hauptstadt Berlin saß.

Nach Auflösung durch die Nationalsozialisten, wurde der Verband 1946 auf Anordnung der britischen Militärregierung neu gegründet. Diesmal im Herzen der Region der Schloss- und Beschlägeindustrie: in Velbert. In der Hochzeit, in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, hatte der Verband gut 400 Mitglieder. 1956 wurde dann der ARGE gegründet, die Europäische Arbeitsgemeinschaft in der 15 Länder vertreten sind, er ist ebenfalls in Velbert beheimatet.

Traditionelle Firmen

Gut die Hälfte der Firmen, die im FVSB organisiert sind, haben schon ihren 100. Geburtstag gefeiert. Und die Unternehmen wurden so alt, weil sie sich an die geänderten Anforderungen anpassen konnten. Immer noch werden natürlich traditionelle Schlösser für Türen und Beschläge für Fenster und Möbel hergestellt, aber elektronische Schließsysteme nehmen einen immer breiteren Raum in der Produktion ein, berichtet Stephan Schmidt, Geschäftsführer des FVSB. Auch die immer stärkere Vernetzung der Haushalte beschäftigt die Branche. Hier können dann Schließsysteme beispielsweise mit Handys gesteuert werden.

Die Mitgliedsfirmen haben zudem ein eigenes Instrument, um ihre Qualität prüfen zu lassen. Ebenfalls in Velbert beheimatet ist das Prüfinstitut Velbert (PIV), das 1978 seine Arbeit aufnahm. Hier werden unabhängig und räumlich nah an den Produktionsstätten die Produkte geprüft. Fachleute testen hier auch, ob die hergestellten Schlösser und Beschläge auch Einbruchsversuchen widerstehen können. „Hier wurden auch schon Gefängnistüren auf ihre Sicherheit geprüft sowie die Sicherheitstüren von großen Windrädern“, berichtet Stephan Schmidt.

Wie es sich für einen Schloss-Fachverband gehört, wohnt der FVSB äußerst sicher. Sein Haus in der Offerstraße hat einst die Landesbank beheimatet. Und so gibt es im Gebäude noch mehrere Tresorräume.

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