Orchesterkonzert

Essener Philharmoniker spielen im Bürgerhaus Langenberg

Harmonierten glänzend miteinander: Solo-Oboistin Sandra Schumacher und die Essener Philharmoniker.

Foto: Alexandra Roth

Harmonierten glänzend miteinander: Solo-Oboistin Sandra Schumacher und die Essener Philharmoniker. Foto: Alexandra Roth

Langenberg.   Die Essener Philharmoniker und Sandra Schumacher spielten unter Leitung von Tomáš Netopil im Bürgerhaus Werke von Martinů, Dvořák – und Weber.

Strahlender Sonnenschein draußen, strahlende Gesichter drinnen – nur zu gern ließ sich das Publikum beim sonntäglichen Konzert der Essener Philharmoniker im Bürgerhaus Langenberg von schwungvollen Klängen gefangen nehmen. Unter der Leitung von Tomáš Netopil gefielen die Profis aus der Nachbarstadt mit einem abwechslungsreichen, aber gut zueinander passenden Programm.

Zum Auftakt das Konzert für Oboe

Den Auftakt machte das Konzert für Oboe und kleines Orchester H 353 des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů, erstmals aufgeführt im Jahr 1956. Trotz aller Anklänge von Moderne handelt es sich bei diesem klassisch dreisätzig angelegten Werk im Schnell-langsam-schnell-Muster um ein sehr gut hörbares Stück mit vielen romantischen Einsprengseln. In Sandra Schumacher, der Solo-Oboistin der Essener, fand es eine hervorragende Interpretin: sehr beweglich, rund und weich im Ton, auch in extremen Dynamikbereichen blitzsauber. Wunderbar die Kantilene zu Beginn des ersten Satzes, gemeinsam mit dem Solo-Cellisten gefühlvoll gespielt. Überhaupt erwiesen sich die Kollegen im Orchester als aufmerksame Zuspieler, deckten Schumacher auch im Forte nicht zu und gestalteten abwechselnde Passagen im selben Duktus wie die Solistin.

Rund 65 Jahre früher entstand das zweite Hauptwerk des Abends, nämlich Antonín Dvořáks Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 – der gebürtige Tscheche Netopil hatte also ein rein tschechisches Programm ausgewählt. Nun deutlich vergrößert, legten sich die Essener ordentlich ins Zeug, bei Dvořák immer eine dankbare Aufgabe, denn für gemeine Stellen entschuldigt sich der Spätromantiker gern mit schönen Soli für die verschiedenen Stimmen. Auch wenn die nicht minder schwierig ausfallen können.

Netopil, angenehm klar im Dirigat, nahm den ersten Satz angemessen schwungvoll und sorgte für starke Stimmungen im Adagio – wunderbar etwa die Soli der Holzbläser mit den Töne tupfenden hohen Streichern. Der dritte Satz geriet zu Beginn etwas zu gemütlich, dann aber nahm der Walzer doch noch an Fahrt auf, um schließlich von der rasend-schnellen Coda abgeschlossen zu werden. Die prägnante Trompetenfanfare, rhythmisch präzise und sauber gespielt, leitete den vierten Satz ein – ein Feuerwerk an Bläsersoli, originellen kleinen Motiven (etwa die Horntriller) und viel Streicherarbeit, bei der besonders das Zusammenspiel von Celli und Bratschen gefiel. Hervorzuheben auch das große Klarinetten-Solo, das mühelos aus dem Fortissimo-Getümmel des Orchesters hervorstach und sich dann das Orchester untertan machte.

Ungewohntes Konzertende

Das Publikum dankte mit viel Applaus für ein gelungenes Konzert und bekam gleich noch einen nicht einfachen Klassiker der Orchesterliteratur als Zugabe, nämlich die Ouvertüre zu Carl Maria von Webers „Freischütz“. Ungewohnt für das Ende eines Konzerts, aber gewohnt gut gespielt. Respekt für die Hörner, die nach dem Dvořák noch immer genug Kraft und Ansatz für die solistischen Passagen hatten.

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