Kultur

Ergreifender Herbst-Ohrenschmaus in der Apostelkirche

Mit insgesamt 90 Sängern traten Männerchorgemeinschaft Velbert und MGV Sängerkreis Wülfrath auf.

Foto: Ulrich Bangert

Mit insgesamt 90 Sängern traten Männerchorgemeinschaft Velbert und MGV Sängerkreis Wülfrath auf. Foto: Ulrich Bangert

Gemeinsam mit dem Sängerkreis Wülfrath begeisterte die Männer-Chorgemeinschaft in der Apostelkirche. Überzeugende Solisten.

Mit spürbarer Ergriffenheit – etlichen der 500 Besucher in der Apostelkirche standen Tränen in den Augen – endete jetzt der „HerbstOhrenschmaus – Wir laden gern uns Gäste ein“. Alle Mitwirkenden konnten überzeugen.

Der große Chor aus Männer-Chorgemeinschaft Velbert und MGV Sängerkreis Wülfrath, zusammen etwa 90 Sänger, begann klanggewaltig mit der „Landerkennung“ von Edvard Grieg – mit schön gestaltetem Solo von Chor-Bariton Norbert Stevens – und dem „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“ von Weber. Unter der Leitung von Lothar Welzel bewies der Chor alle dynamischen Abstufungen bis zum zarten Piano. Im Wechsel am Dirigentenpult, als Begleiter am Flügel oder charmanter Plauderer am Mikrofon, drückte er in unnachahmlicher Weise dem Konzert seine Handschrift auf. Das Solisten-Quartett Migena Gjata, Boshana Milkov, Norbert Stevens und Kangschun Seo ernteten verdienten Beifall.

Die Königin der Nacht

Die beiden jungen Solistinnen nahmen das Publikum gleich mit den ersten Arien für sich ein. Boshana Milkov (Mezzosopran) sang die Seguidilla der Carmen aus der gleichnamigen Oper mit ihrer klangschönen und auch in der Tiefe vollen, wohlig warmen Stimme, Migena Gatja (Sopran) bezauberte als rachsüchtige Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“, sicher in den höchsten Tönen und bei den schwierigsten Koloraturen. „Fantastische Solistinnen mit unglaublichen Stimmen“, kommentierte Ehepaar Thiele aus Hösel und das Ehepaar Strenger aus Heiligenhaus „Ein imposanter Männerchor und hervorragende Solisten. Wir freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung der MCV“.

Musikalische Höhepunkte

Zweifellos musikalische Höhepunkte bildeten zwei Bearbeitungen von Chorleiter Lothar Welzel, die in dieser Weise sonst nicht zu hören sind.

In den „Polowetzer Tänzen“ aus der Oper „Fürst Igor“ von Alexander Borodin sangen die beiden Sopranistinnen die ruhigen, besinnlichen Frauenchor-Passagen, die Männerchöre wechselten zwischen fetzigem Jubel auf den Khan und tonschöner Begleitung und Ana-Maria Dafova als „Orchester“ spielte die halsbrecherische Begleitung mit Bravour an nur einem Flügel. Sie war äußerst kurzfristig für den erkrankten Folkwang-Kollegen Dirk Wedmann eingesprungen und überzeugte als Meisterin ihres Faches.

Tenor aus Korea

In dem Medley aus „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke hatte der Chor Spaß an bekannten Liedern mit witzigen Texten (Onkel und Tanten, Der Roderich), Migena Gatja besang träumerisch den „Strahlenden Mond“ und Tenor Kangschun Seo überraschte das Publikum als hervorragend singender „armer Wandergesell“. Der in Korea ausgebildete Tenor unterstützt seit einigen Monaten die Männer-Chorgemeinschaft, um Deutsch zu lernen, und beginnt jetzt ein Gesangsstudium an der Musikhochschule Trossingen.

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