Feuerwehr

Engpässe kosten Velberter Feuerwehr oft wertvolle Zeit

Da blieb kaum noch Luft, konnte es im Ernstfall in mehrfacher Hinsicht gefährlich eng werden. Das Foto zeigt eine so genannte Probebefahrung der Feuerwehr Velbert in der Straße Im Holz.

Da blieb kaum noch Luft, konnte es im Ernstfall in mehrfacher Hinsicht gefährlich eng werden. Das Foto zeigt eine so genannte Probebefahrung der Feuerwehr Velbert in der Straße Im Holz.

Foto: Stadt Velbert

Velbert.  Die Feuerwehr verliert zu oft wertvolle Zeit, weil sie in Velbert nicht überall problemlos zum Einsatzort kommt. Jetzt geht es an Gegenmaßnahmen.

Zeit ist nicht nur Geld, Zeit zählt vor allem dann, wenn es darum geht, Hab und Gut oder gar Leben zu schützen und zu retten. Doch viel zu häufig verlieren Fahrer und Besatzungen von Feuerwehr- und Rettungswagen wertvolle Zeit, weil sie auf ihrem Weg zum Einsatzort mühselig, vorsichtig und eben zeitraubend in engen, zumeist zugeparkten Straßen manövrieren müssen, statt dort flott durchfahren zu können. Die Wehr selbst, Straßenverkehrsbehörde und Ordnungsamt sind an der Sache dran, haben sich – nicht zuletzt mit Hilfe des Feuerwehr-Fahrschulfahrzeugs – das gesamte Stadtgebiet von Velbert vorgeknöpft und dabei erst einmal 22 prekäre Stellen ausgemacht.

In die Köpfe reinkommen

Was künftig konkret unternommen wird, wollen die drei Beteiligten nach nunmehr erfolgter Analyse und Bestandsaufnahme gemeinsam erörtern, abwägen und entscheiden. „Wir wollen und müssen vor allem in die Köpfe reinkommen“, sagt Jürgen Wosimski, „es ist ja kein Selbstzweck, Regelungen zu treffen und Verstöße zu ahnden.“ Das Thema, Rettungswege frei zu halten, setzt der Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste fort, gehe alle an. Schließlich wolle doch wohl niemand schuld sein, wenn einem Nachbarn nicht geholfen werden könne – es könne einen ja auch selbst treffen.

Kein Vergleich mit der Lage Im Holz

Absehbar sei, meint Wosimski, dass es nichts Vergleichbares mit der Lage Im Holz gebe, wo ein Vorfall die Gefahren besonders plastisch vor Augen geführt habe (s. Infobox), und dass die noch ausstehenden Maßnahmen wohl nicht so umfassend sein müssten wie dort in Neviges, wo es zu einer kompletten Neuregelung kam.

Der öffentliche Verkehrsraum wird knapper

Die Probleme häufen sich abends, nachts und an Wochenenden; kurzum: „Wenn die Leute zuhause sind“. Es gebe weiterhin mehr Zulassungen, die Fahrzeuge würden immer breiter und eher selten bewegt, konkretisiert Jan Schneider: „Der öffentliche Verkehrsraum wächst aber nicht mit.“ Deshalb, so die Beobachtung des Leiters der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Velbert, werde auch vor Zufahrten, auf Gehwegen sowie zu dicht vor Einmündungen und Kreuzungen geparkt.

3,05 Meter sollten schon frei bleiben

Die Straßen sind laut Schneider zwischen 5 und 5,5 Meter breit, „und in Wohngebieten eher schmaler, so dass man dort eigentlich nicht auf beiden Seiten stehen kann“. Die Feuerwehr-Fahrzeuge sind bis zu 2,55 Meter breit, „wie normale Lkw“, berichtet Frank Kapuczinski. Unterm Strich sollten 3,05 Meter für eine problemlose Fahrt frei bleiben, so der kommissarische Chef der Feuerwehr Velbert. „Martialisch auftreten und einfach mal beiseite schieben“, das wolle ja auch keiner. Tatsächlich irgendwo nicht durchzukommen sei die große Ausnahme, betont Kapuczinski, das Problem sei vielmehr der Zeitverlust: langsam fahren, einweisen, rangieren. Das kostet! Und im Regelfall sollen die Einsatzkräfte ja binnen acht Minuten nach dem Alarm am Ort des Geschehens eintreffen.

Größere Routine ist von Vorteil

Natürlich seien alle Fahrer geschult, fügt der derzeitige Feuerwehr-Chef hinzu. Allerdings hätten die ehrenamtlichen Wehrleute von Langenberg und Neviges weniger Erfahrung und Praxis als die routinierteren Hauptamtlichen, weil sie ja viel seltener auf dem Fahrzeug säßen.

Drehleiter passt nicht durch

„Wir haben priorisiert, wo wir handeln müssen“, sagt Jürgen Wosimski, und nennt beispielhaft im Stadtbezirk Mitte Zur Grafenburg und Hildegardstraße, in Langenberg Gartenheim und in Neviges Schützen- und Jägerstraße sowie Am Karrenberg. „Da kommen wir mit unserer Drehleiter nicht durch“, merkt Kapuczinski an und spricht noch das Problem der Schleppkurven an.

Schwerpunkt auf Kontrollen legen

Zunächst einmal soll der Fokus auf Kontrollen gerichtet werden, wohlgemerkt auch an Wochenenden. Eventuell werden aber auch noch andere Park-Regelungen getroffen. Womöglich mit alternierenden Verboten bzw. Einschränkungen so wie für die Kehrmaschinen oder mit Markierungen und gekennzeichneten Park-Flächen. Die kosten allerdings mehr Platz. Genau wie das wechselseitige Parken, das zwar zumeist prima für die Verkehrsberuhigung ist, das aber Parkraum kostet.

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