Kommunale Kooperation

Eine Region erfindet und formiert sich völlig neu

Konzepte gegen zeitfressende Pendlerströme sollen ebenfalls erarbeitet werden.

Foto: Kerstin Kokoska

Konzepte gegen zeitfressende Pendlerströme sollen ebenfalls erarbeitet werden. Foto: Kerstin Kokoska

  Motto lautet „Zwischen Rhein und Wupper: zusammen – wachsen“. Zu der Stadt-Umland-Kooperation gibt’s schon etliche Projektansätze.

Düsseldorf wächst und die bergische Region schrumpft? Von wegen. „Es war einmal“, sagt Michael Hubben. Der Stadtplaner vertritt die Stadt Velbert und ihre Interessen bei dem noch recht jungen Prozess namens „Zwischen Rhein und Wupper: zusammen – wachsen“, der bislang vor allem eine Sache der Verwaltungen und Hauptverwaltungsbeamten war.

An diesem Dienstag kommt die Stadt-Umland-Kooperation als Thema hier im Rat auf den Tisch. Und am nächsten Freitag findet im Südkreis die erste Regionalkonferenz statt, bei der das gesamte Konzept der Politik der Kommunen vorgestellt wird.

Schwächen angehen und ausgleichen

Das zentrale Anliegen sei „mehr Lebensqualität für alle Bürger“, sagt Hubben und spricht von einer „Riesenregion mit einer starken Pendlerverflechtung“. Sie umfasse insgesamt zwei Millionen Einwohner in fünf kreisfreien und 14 kreisangehörigen Städten auf einer Fläche von 1200 Quadratkilometern.

Die Kommunen arbeiten erst seit Jahresbeginn zusammen, analysieren Problemlagen und entwerfen Zukunftsszenarien, wie große Kommunen und ländliche Regionen kooperieren können. Wie kann durch gemeinsame Planung adäquater Wohnraum entstehen? Welche Lösungen gibt es für eine zeitgemäße, verträgliche Mobilität.

Eine, die hilft, die Pole des Alltagslebens – Wohnen, Job, Schule, Naherholung, Freizeit – wirklich reibungslos miteinander zu verknüpfen?

Lücken in der Infrastruktur

Teures Wohnen in der Stadt, vergleichsweise günstiges Leben auf dem Land, oft mit lückenhafter infrastruktureller Versorgung. Und dazwischen sowohl zeitfressende als auch ökologisch nachteilige Pendlerströme. Gemeinsam will man eine Entwicklung auf den Weg bringen, die genau dem gegensteuert.

Bevölkerungszahlen steigen

Denn die Region wächst. Entgegen alter Prognosen steigen die Bevölkerungszahlen im gesamten Raum. Es wird neuer adäquater Wohnraum gebraucht. Wie wäre es, gäbe es eine interkommunale Planung von neuem Wohnraum nebst Infrastruktur? Oder einen Rhein-Wupper-Verkehrsverbund?

Pilotprojekte für zeitgemäßen Wohnraum könnten zum Beispiel im Rahmen einer Rheinisch-Bergischen Bauausstellung entwickelt werden. Eine regionale Wohnungsmarktagentur könnte städteübergreifend agieren. Eine Vielzahl von Projektansätzen wurde bereits skizziert.

Im Schnellbus zum Flughafen

Zu Michael Hubbens ganz persönlichen Favoriten zählen übrigens ein Schnellbus via A 44 von Niederberg zum Flughafen Düsseldorf – „zumal wegen der mangelnden S-Bahn-Anbindung“ – und die Stärkung sowie Verbesserung der Radwege. Nagelneue Radschnellwege sind dabei inbegriffen.

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