Fotoausstellung

Eine Bilderschau der Kontraste in der Velberter VHS

Birgitt Saeger steht vor ihrem Bild aus der Serie „Schönheit der Vergänglichkeit" bei der Eröffnung der Fotoausstellung in der VHS Velbert.

Birgitt Saeger steht vor ihrem Bild aus der Serie „Schönheit der Vergänglichkeit" bei der Eröffnung der Fotoausstellung in der VHS Velbert.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Velbert.  Birgitt Saeger und Wolf Dieter Dietrich stellen in den Räumen der Volkshochschule ihre kunstvollen Fotografien aus. 50 Arbeiten sind zu sehen.

Es ist eine Bilderschau der Kontraste, wovon die etwa 50 Arbeiten der beiden Velberter Fotografen Birgitt Saeger und Wolf Dieter Dietrich im Rahmen der traditionellen Reihe von Doppelausstellungen des VHS-Fotoclubs Velbert künden, und wodurch den Mitgliedern eine Plattform der Darbietung ihrer künstlerischen Arbeit gegeben wird. Die VHS stellt dazu ihre Räumlichkeiten zur Verfügung.

Großes Interesse an der Eröffnung

Schon die Eröffnung ließ aufgrund des zahlreich erschienenen Publikums auf großes Interesse an der Konzeption dieser Ausstellung schließen, deren Profil aus zwei völlig verschiedenen Themenstellungen und Herangehensweisen entstanden ist. In seiner Rede ging der zweite Vorsitzende des Fotoclubs Tim Edler auf die Arbeiten beider Künstler ein und skizzierte zudem den Standort heutiger Fotografie.

Die Schönheit der Vergänglichkeit

Birgitt Saeger hat ihre Werke auf das Motto „Schönheit der Vergänglichkeit“ ausgerichtet, und quasi leitmotivisch weist darauf ein Foto mit dem Sekundenzeiger auf einem überdimensionalen Zifferblatt einer Normaluhr hin, die Vergänglichkeit alles Irdischen implizierend. Saeger lässt ihre Arbeiten unbetitelt. Recherchiert und aufgenommen wurde das motivische Material auf Exkursionen ins Ruhrgebiet und an die Nordseeküste. Selten offenbaren ihre Fotos den Gegenstand vollständig, was auch unnötig ist, da nur Details davon aufgegriffen werden sollen, denn sie liefern Material, das neu in Szene gesetzt wird, um eine völlig eigene Wirkung zu entfalten, Wertschätzung zu erhalten, nämlich durch seine Formung und Farbe.

Verfremdungseffekte

Durch größtmögliche Annäherung an das Objekt, entsteht dabei gleichzeitig ein Verfremdungseffekt. Das an sich bedeutungslose Detail ersteht so in ungeahnter Schönheit: eine liebevolle Hingabe an die Vielfalt des Winzigen, des eigentlich Belanglosen. Subtilster Ausdruck als Ergebnis geschickter Licht- und Farbregie. Doch auch Gegenstände in ihrer Vollständigkeit begegnen dem Betrachter. Sie erscheinen als wertlose Objekte: ein verdorrtes Blatt, eine zerknautschte Coladose, ein verbogenes Stück Draht, die gesprungene Glasscheibe, ja sogar ein demoliertes Cello. Letzteres, schon wie ein Wrack im Müll liegend, offenbart durch die elegante Form doch noch seine immanente Schönheit, erlebbar umso mehr wegen der tristen Farben im Ambiente. Mit dieser Fotoarbeit stehen wir vielleicht vor einem besonders exemplarischen Ergebnis im Hinblick auf die Themenstellung.

Motive aus Stadt- und Naturlandschaften

Einem anderen Motto sind die Werke Wolf Dieter Dietrichs verpflichtet. Er setzt seine ausschließlich in schwarz/weiß gehaltenen Fotos unter den Leitgedanken „Stein auf Stein“, bezieht seine Motive aus Stadt- und Naturlandschaften. Auch seine Arbeiten sind unbetitelt.

Dietrich nimmt nicht den einzelnen Stein in den Fokus, sondern verfolgt die Morphologie des geschichteten Steines, z. B. in Form einer in Jahrmillionen gewachsenen Felsformation oder in der Fügung zur Mauer, Wand, Treppe, zur Architektur. Baulichkeiten in geometrischen Formen wie Kubus, Bogen und Kreis dominieren, rechtfertigen ihr Dasein durch Funktionalität. Immer ist dabei die vegetative Natur anwesend, von der sie sich bisweilen wie Fremdkörper abheben.

Ausstellung ist bis Ende Januar zu sehen

Die Natur verhält sich entweder affirmativ oder erscheint als Konkurrent. Dietrich gelingt durch klug eingesetzte Licht- und Schattenwirkung dieses Miteinander in seiner Einzigartigkeit hervorzuheben, nutzt die Wirkung von Überblendungseffekten.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar 2020 in den VHS-Räumen in der Nedderstraße 50 ganztägig zu sehen.

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