Geschäftswelt

Ein Friseursalon mit ganz besonderem Flair

Piero Vecchio steht am Dienstag, den 8. Oktober 2019 in seinem Friseursalon und hält Geldscheine in der Hand. Er hat das Interieur seines alten Ladens verkauft und spendet den Erlös für einen guten Zweck.

Piero Vecchio steht am Dienstag, den 8. Oktober 2019 in seinem Friseursalon und hält Geldscheine in der Hand. Er hat das Interieur seines alten Ladens verkauft und spendet den Erlös für einen guten Zweck.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Piero Vecchio hat seinen neuen Salon auf der Hauptstraße eröffnet. Er wechselte die Straßenseite und zog jetzt in das ehemalige Notarhaus ein.

Mit einer großen Feier hat der Wahl-Langenberger und Friseur Piero Vecchio seine neuen Räume in der Villa „Alter Rosenberg“ Anfang letzten Monats eingeweiht. Nun hat er sich eingelebt und die Spendengelder, die er anlässlich der Neueröffnung seines Salons gesammelt hatte, gezählt. Insgesamt kamen 602 Euro zusammen, die er Kindern und Jugendlichen zukommen lassen möchte: „Die eine Hälfte geht an das Kinderheim Mary Ward, die andere an den Förderverein der Wilhelm-Ophüls-Grundschule“, freute er sich über die Spendenbereitschaft seiner Kunden und sagt danke.

Mit einem italienischen Palast verglichen

Waren die Räume des vorherigen Standortes, gleich gegenüber in der „Villa Zassenhaus“ schon beeindruckend, so hat sich der Friseurmeister nun in der Hauptstraße 101 fast selbst übertroffen. Manche Kundinnen würden gar die Räume mit einem italienischen Palast vergleichen, verriet Vecchio jetzt. Gold und Silber bestimmen farblich Decken, Wände und Ornamente. Große mehrarmige Kronleuchter hängen unter liebevoll restaurierten Rosetten. Legen sich die Kunden zum Waschen ihrer Haare bequem zurück, kommen sie nicht umhin, das Relief, eine mit Edelstahl umrahmte Fliesenwand, in der Gold, Silber und Bronze als Farben dominieren, zu bewundern.

Die Friseurräume sind unterteilt

Anders als man es gewohnt ist, sind die Frisierräume unterteilt. Gleich neben der Anmeldung werden die Kunden in dem großen Raum beraten, die Haare geschnitten oder gefärbt. Im nächsten werden das Haupthaar gewaschen und ein dritter Raum lädt zur Ruhe ein. Hier werden maximal zwei Kunden bedient. Auf Wunsch die, die vielleicht noch während ihres Friseurbesuchs am Laptop arbeiten wollen. Oder auch solche, die lieber alleine sind, nach einer möglichen Chemotherapie zunächst nicht so gesehen werden möchten.

Einen Innenarchitekten zur Gestaltung seines neuen Domizils hatte der 54-Jährige nicht: „Das habe ich mir selbst ausgedacht“, lacht er. Jahrelang standen die Räume des ehemaligen Notars Horst Benk leer. Dann beschloss Vecchio „die Seite zu wechseln“.

Auch viele Kinder unter den Kunden

Nicht nur zur Eröffnung kamen Männer wie Frauen. Zu seinem Kundenstamm gehören „auch Kinder und recht viele Studenten“, erzählt der Italiener, der vor über 30 Jahren aus Apulien zunächst nach Düsseldorf kam. Dort arbeitete er als Geschäftsführer in einem Friseurgeschäft auf der „Kö“.Vor 15 Jahren machte er sich dann in Langenfeld selbstständig, 2011 kam er mit dem zweiten Geschäft nach Langenberg.

Das zweite Geschäft in Langenfeld aufgegeben

Inzwischen wohnt er auch hier, hat das zweite Geschäft in Langenfeld aufgegeben. Einige seiner dortigen Kunden kommen immer noch zu ihm, fahren gern den weiten Weg. Neben den treuen Stammkunden finden aber auch immer wieder neue zu ihm. So wie am gestrigen Tag Fabiola Kuhlendahl, die sich „einen neuen Look verpassen“ ließ. Sie gab ein paar Dinge vor, ließ dem Friseurmeister aber auch freie Hand: „Eine Freundin von mir hat immer einen so tollen Haarschnitt“, verriet sie. Sie selbst wollte sich verändern: „Dann habe ich mir gesagt, wenn, dann hier.“ Dann wurde es still und zu italienischer Hintergrundmusik frisierte Vecchio seine neue Kundin.

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