Auswanderer

Ehepaar aus Velbert hat sein Glück in Südafrika gefunden

Arnim und Elke von Werne haben 20 Jahre lang ein Lederwarengeschäft in Velbert geführt. Jetzt leben sie in Südafrika und verkaufen auf einem Markt deutschen Kuchen. 

Arnim und Elke von Werne haben 20 Jahre lang ein Lederwarengeschäft in Velbert geführt. Jetzt leben sie in Südafrika und verkaufen auf einem Markt deutschen Kuchen. 

Foto: von Werne

Velbert.   20 Jahre hatten Arnim und Elke von Werne ein Lederwarengeschäft in Velbert. Nun bringen sie mit Backwaren etwas deutsche Kultur nach Südafrika.

Strahlender Sonnenschein, 20 Grad, das Meer in Reichweite: „Wir haben es wunderschön hier“, sagt Arnim von Werne schwärmend. Er lebt mit seiner Frau Elke nun schon seit über 20 Jahren in den Weinbergen Südafrikas. Doch auch an die Zeit vor der Auswanderung hat das paar gute Erinnerungen: „Die Zeit in Velbert war auch ganz toll.“ Nun führt das Ehepaar in Südafrika aber ein völlig anderes Leben.

Genauso lange, wie sie jetzt in der südafrikanischen Provinz Stellenbosch leben, haben sie auch ein Lederwarengeschäft in Velbert geführt. Mitten in der Innenstadt, auf der Friedrichstraße 101. „Wir hatten ganz, ganz tollen Kontakt zu den Velbertern“, erinnert sich Arnim von Werne.

Er war die treibende Kraft für die Auswanderung

In jungen Jahren habe er für ein Jahr bei einer TV-Produktionsfirma in Südafrika gearbeitet. Er verliebte sich sehr schnell in das Land und so stand danach fest: „Da will ich bleiben.“ Doch während er aus Deutschland alle Anträge für die geplante Auswanderung zusammen kramte, sei eine Kleinigkeit dazwischengekommen: „Ich habe meine Frau kennengelernt“, sagt der 67-Jährige lachend.

Diese sei komischerweise gar nicht von der Idee begeistert gewesen, mit einem Mann, den sie gerade erst kennengelernt hatte, nach Südafrika auszuwandern. „Das war mir dann doch ein bisschen zu früh“, sagt Elke von Werne heute. Und so entschieden die beiden sich, in der Velberter Innenstadt ihr Geschäft zu eröffnen. „Das war eher ein Zufall“, erklärt ihr Ehemann. Er habe in mehreren Städten nach Geschäften Ausschau gehalten, „und in Velbert war dann eben eins frei.“

Ehepaar fühlt sich in Südafrika zuhause

Doch so ganz konnte Arnim von Werne sich von dem Traum Südafrika nicht verabschieden: „Wir sind dann jedes Jahr in den Urlaub dorthin gefahren“, sagt der 67-Jährige. Und so kam es, wie es kommen musste: „Ich hab mich auch in das Land verliebt“, schwärmt Elke. Da sie beide nicht viele Verwandte in Deutschland haben, sei es ihnen relativ leicht gefallen, die Entscheidung zur Auswanderung zu treffen und Velbert zu verlassen.

„Und wir bereuen das auf keinen Fall“, sagt Arnim überzeugt. Seit elf Jahren waren die beiden nun schon nicht mehr in Velbert. „Wir fühlen uns hier jetzt komplett zuhause“, fährt seine Ehefrau fort. Eigentlich wollte das Ehepaar in Südafrika nicht mehr arbeiten und den frühen Ruhestand genießen. „Nichts tun ist irgendwann aber echt langweilig“, findet Arnim von Werne.

Kuchen in Südafrika? Die Einheimischen waren erst skeptisch

Für ein Fest habe er mal ganz zufällig einen Erdbeerkuchen gebacken. „Das hat mir so einen riesen Spaß gemacht“, berichtet er euphorisch. Nun steht das Ehepaar jeden Samstag auf einem Markt in Stellenbosch, verkauft Schwarzwälder Kirschtorte, Apfelkuchen, frische Waffeln. „Wir haben zwanzig verschiedene Kuchen“, sagt Elke fröhlich. Die Südafrikaner seien erst etwas skeptisch gewesen, meint Arnim. „Aber wenn sie ein Stück probieren, sind sie unserem Kuchen verfallen“, betont er.

Jeden Donnerstag beginnen die Vorbereitungen für den Markt. „Dann stehen wir jeden Tag sieben Stunden in der Küche“, sagt Elke von Werne. Manchmal fluche ihr Ehemann, er sei doch in Rente und wolle gar nicht mehr arbeiten. „Aber wenn einem die Menschen auf dem Markt dann sagen, das war die beste Waffel, die sie je hatten, vergesse ich das schnell.“

Backwaren als Medizin gegen Heimweh

Und auch für die Ostertage haben die beiden viel vorbereitet. „Wir haben 300 Eier gefärbt und Kuchenhäschen gebacken“, sagt Elke von Werne strahlend. So wollten sie ein bisschen deutsche Kultur nach Südafrika bringen. Elkes Mann ergänzt: „Unsere Kuchen sind die beste Medizin gegen Heimweh.“

>> VIELE NEHMEN FÜR DEN DEUTSCHEN KUCHEN EINEN WEITEN WEG AUF SICH

  • Arnim und Elke von Werne verkaufen ihre Kuchen auf dem „Slow Market“ in Stellenbosch. „Wir haben sogar Kunden, die extra aus Hermanus zu dem Markt kommen – nur für unseren Kuchen“, freut der 67-Jährige sich. Hermanus liegt rund eineinhalb Stunden Autofahrt von Stellenbosch entfernt.
  • Laut Elke von Werne leben in Stellenbosch über 20.000 Deutsche. Diese verbringen dann die Wintermonate von Oktober bis April im warmen Südafrika. Elke von Werne erklärt: „Da haben wir dann besonders viel zu tun.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben