Städte-Freundschaft

Die Städte Velbert und Morag bewegen sich aufeinander zu

Bei einem Empfang am Sonntag im Rathaus wurden die polnischen Jugendlichen aus Morag feierlich begrüßt. Nun soll erkundet werden, ob eine Partnerschaft zwischen den beiden Städten möglich gemacht werden kann.

Bei einem Empfang am Sonntag im Rathaus wurden die polnischen Jugendlichen aus Morag feierlich begrüßt. Nun soll erkundet werden, ob eine Partnerschaft zwischen den beiden Städten möglich gemacht werden kann.

Foto: Alexandra Roth

Velbert-Mitte.   Polnische Jugendliche aus Morag besuchen eine Woche lang Velbert. Vertreter aus beiden Kommunen wünschen sich nun sogar eine Partnerschaft.

„MoVe“ lautet das Motto der deutsch-polnischen Jugendbegegnung zwischen Velbert und Morag. Und das verbindet nicht nur die Anfangsbuchstaben der beiden Städte, sondern ist auch ganz wörtlich zu verstehen. Denn angelehnt an das Englische, bewegen sich die jungen Menschen eine Woche lang aufeinander zu. Beim ersten Austausch besuchten Velberter Jugendliche 2017 Morag, nun begrüßen sie ihre neuen Freunde aus Polen in ihrer Heimat.

„Wir tragen die gleiche Kleidung und hören die gleiche Musik.“

„Es ist toll, mit Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzukommen“, findet die 17-jährige Sena. Sie selbst reiste im vergangenen Herbst mit nach Morag, um Land und Leute kennenzulernen. „So entdeckt man unterschiedliche Kulturen“, freut sich die Schülerin aus Velbert, die außerdem Mitglied des Partnerschaftskomitees ist – räumt jedoch schmunzelnd ein: „Aber so verschieden sind wir aber gar nicht. Wir tragen die gleiche Kleidung und hören die gleiche Musik.“

Zwar ohne Musik, dafür aber mit warmen Worten und ebenso wohl temperiertem Buffet wurden die Gäste, die sich noch in der Nacht auf den Weg machten, am Sonntag feierlich begrüßt. „Einige waren noch nie in Deutschland“, erzählt Marta Rybska. Die polnische Deutsch-Lehrerin begleitet die zwölf Jugendlichen aus Morag auf ihrer Reise und weiß bereits jetzt, was aus dem vollgepackten Programm wohl der (kulturelle) Höhepunkt des Besuches werden könnte: „Auf Rosenmontag freuen wir uns besonders, das kennen wir so von zuhause nicht.“

Auch die Stadt Velbert hofft, dass mehr aus Begegnung wird

Aber nicht nur die Jugendlichen sind gespannt auf die Begegnung, auch Vertreter beider Städte, die eine Zusammenkunft der Länder ausdrücklich befürworten, bewegten sich am Sonntag ins Rathaus: „Wir hoffen natürlich, dass daraus mehr werden kann“, sagt Susanne Suso, bei der Stadt Velbert zuständig für internationale Kontakte. Eine solche Art von Pflege internationaler Beziehungen lobt auch der anwesende Dennis Radtke, Abgeordneter des Europaparlaments: „Es braucht Menschen, die sich engagieren, dann kann auch die Idee der Europäischen Union weiter wachsen.“

Ein Füller als symbolisches Geschenk aus Polen

Die mitgereisten Vertreter der polnischen Stadt haben als symbolisches Geschenk gar einen Füller mitgebracht. Dieser soll als Zeichen dienen: Wir sind bereit dazu, einen Vertrag zur Partnerschaft zu unterzeichnen. Bürgermeister Dirk Lukrafka äußert sich dazu noch vorsichtig. Denn der Rat der Stadt hatte vor ein paar Jahren beschlossen, keine weiteren Partnerschaften mehr einzugehen.

„Eine Partnerstadt aus Polen war jedoch immer ein Anliegen“, erklärt der Bürgermeister, der Morag selbst 2016 besucht hat. Man bleibe, getreu des Mottos, deswegen weiterhin in Bewegung: „Ich würde den Schritt Richtung Partnerschaft gern gehen. Deswegen werden wir den Rat damit demnächst noch einmal konfrontieren.“

>>DAS SIND DIE PARTNERSTÄDTE VELBERTS

  • Velbert ist Partnerstadt von Châtellerault in Frankreich, Corby in Großbritannien und Igoumenitsa in Griechenland. Eine Freundschaft besteht außerdem mit der türkischen Stadt Hacibektaş.
  • Mit Morag pflegt Velbert bereits seit ein paar Jahren den Kontakt. Die Kleinstadt liegt im westlichsten Teil der historischen Region Ostpreußens am Oststrand der Eylauer Seenplatte.

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