Schulpolitik

Die Ludgerus-Grundschule in Velbert muss zweimal umziehen

Das Dachgeschoss der Ludgerusschule ist gesperrt worden. Grund sind brandschutztechnische Mängel.

Das Dachgeschoss der Ludgerusschule ist gesperrt worden. Grund sind brandschutztechnische Mängel.

Foto: Carsten Klein

Velbert-Mitte.   Stadt plant auf Grundstück an der Nordstraße eine Kita mit fünf Gruppen. Intermezzo in ehemaliger Berufsschule soll nicht von langer Dauer sein.

Ein doppeltes Nein zur Lindenstraße war auf dem einen Plakat zu lesen, „Doppelter Umzug, doppelte Belastung“ stand auf dem anderen. Die Zuhörer mussten beide aber alsbald wieder verschwinden lassen, und ihr Protest fruchtete auch so überhaupt nicht: Der Ratsausschuss für Schule und Bildung entschied einstimmig, dass „die städt. katholische Grundschule Ludgerusschule zum Schuljahr 2019/20 bis zum Schuljahresende 2019/20 in das Gebäude Lindenstraße 3“ zieht. Und nach diesem Intermezzo in der ehemaligen Berufsschule folgt dann voraussichtlich zum Schuljahr 2020/21 der endgültige Umzug in die niegelnagelneue, fünfzügige Grundschule an der Kastanienallee – zusammen mit den beiden Grundschulen Sontumer- und Deller Straße.

Sehr schnell eine Kita errichten

Allerdings hatten einige Beteiligte am Donnerstagabend in dem Gremium ein gemeinsames Leiden, nämlich erklärtermaßen ganz ordentliche Bauchschmerzen. Dazu bekannte sich als erster Gerno Böll. „Es gibt schönere Beschlüsse“, sagte der Fachdezernent, „wir werben aber dafür.“ Man wolle das Schulgrundstück an der Nordstraße möglichst schon im nächsten Sommer so herrichten, dass dort sehr schnell eine Kita realisiert werden könne.

Dringender Bedarf an Plätzen

Fakt ist: Infolge der Geburten- und Zuzugsentwicklung herrscht in Velbert-Mitte dringender Bedarf an weiteren Kita-Plätzen. Für die Nordstraße – das Grundstück gehört der Stadt – wird jetzt eine fünfgruppige Kita ins Kalkül gezogen. Gerno Böll weiter: „Wir müssen massiv ausbauen, die Maßnahme ist ein Baustein.“ Er habe aber auch „großes Verständnis für die Leute, die nur einen Umzug wollen.“

Nutzungsgenehmigung läuft aus

Fakt ist darüber hinaus: Das Dachgeschoss des Ludgerusschulgebäudes ist wegen brandschutztechnischer Mängel gesperrt worden. Laut Verwaltungsvorlage gilt die bauaufsichtliche Nutzungsgenehmigung nur noch bis zum Jahresende 2019. Dafür wird jedoch der Neubau Kastanienallee nicht rechtzeitig fertig. Derzeit ist gerade einmal von einem Baubeginn im kommenden Frühjahr die Rede.

Aus den Reihen der Schulkonferenz wird vor allem der Umstand als unzumutbar bemängelt, dass künftig viele Kinder einen Schul(fuß)weg von „bis nahezu zwei Kilometer“ haben würden. Das alte Prinzip „Kurze Beine, kurze Wege“ werde hierdurch konterkariert. Aus pädagogischen Gründen sei gerade mit Blick auf die jetzigen I-Dötzchen sowie die aktuelle zweite Stufe ein zweimaliger Umzug nicht zu verantworten. Hinzu komme die Belastung für das unterbesetzte Kollegium.

„Wir haben uns auch schwer getan“, erklärte Marc Ratajczak (CDU), „aber wir schaffen dort ja was Neues.“ Ginge es um Wohnungsbau, würde man anders verfahren. „Wir müssen leider der Schule etwas zumuten“, sagte auch Ralf Wilke (SPD), „das ist der klaren Notsituation geschuldet.“

<<< KONFERENZ UND AUFSICHT FORMULIEREN BEDINGUNGEN

Nicht nur die Schulkonferenz hat für die Ludgerusschule am Standort Lindenstraße einige Erwartungen fixiert, auch die Unte re Schulaufsichtsbehörde (Kreis Mettmann) hat für diesen Fall eine Reihe von Forderungen formuliert. Sie befürwortet den Schritt übrigens grundsätzlich. Die Stadt will der Schulaufsicht nachkommen und u. a. für eine entsprechende Möblierung sorgen, WC-Anlagen instandsetzen und auch die OGS an der Lindenstraße unterbringen.

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