Geschäftswelt

Die Gaststätte für Jedermann in der Velberter City schließt

Ute Kiss steht noch bis Ende November hinter dem Tresen des Jedermann.

Ute Kiss steht noch bis Ende November hinter dem Tresen des Jedermann.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Das Wirteehepaar Kiss will es nach 36 Jahren in der Gastronomie etwas ruhiger angehen lassen. Abschied von der Eckkneipe fällt ihnen nicht leicht.

Erst zu Beginn des Monats feierte die Gaststätte „Jedermann“ an der Nedderstraße in Velbert-Mitte ihr neunjähriges Bestehen. Schon bald heißt es allerdings Abschiednehmen, denn am 30. November wird die Kneipe zum letzten Mal ihre Tore öffnen. „Wir müssen nicht schließen, aber wir wollen“, ist Inhaberin Ute Kiss wichtig klarzustellen. Grund dafür sind die privaten Ziele, die sie mit Ehemann und Mitinhaber Stefan in Zukunft angehen möchte.

„Wir sind seit 1983 gemeinsam in der Gastronomiegewerbe selbstständig. Wir würden bald gerne mehr Zeit für uns haben“, so der Wirt Stefan Kiss. In den Ruhestand wollen die beiden allerdings noch nicht gehen. Ute Kiss möchte als Bäckereifachverkäuferin, ihr Mann als LKW-Fahrer weiter tätig bleiben.

„Die Arbeit hat immer sehr viel Spaß gemacht“

Der Abschied von der Eckkneipe am Busbahnhof wird dem Paar nicht leicht fallen. „Uns hat die Arbeit hier immer sehr viel Spaß gemacht“, sagt Stefan Kiss. Ein wichtige Rolle spielte dabei stets der Kontakt mit den Kunden. Manche der Stammgäste kennen die beiden Gastronomen sogar bereits seit der Eröffnung ihrer ersten Gaststätte vor 36 Jahren am Kostenberg.

Schon zwei Gaststätten vor dem Jedermann

Das Lokal „Musketierchen“ bestand dort sieben Jahre lang. Die zweite Gaststätte „No 1“ am Berg bestand sogar 20 Jahre. Im September 2010 ging dann das Jedermann an den Start, in dem, wie der Name bereits verrät, jeder willkommen war, so die Besitzerin. Anfangs war die Kneipe vor allem für bei Fußballanhängern beliebt. „Liveübetragungen von Spielen zogen zwar immer viele Leute her. Allerdings waren diese dann nach Abpfiff auch schnell wieder weg“, erinnert sie sich. Die hinzukommend steigenden Kosten für die Übertragungsrechte des Senders „Sky“ sorgten dann zum Entschluss 2015 die Spiele nicht mehr weiter zu zeigen.

Den Biergarten ausgebaut

„Danach hatten wir immer mehr Gäste, die wegen unseres Essen kamen“. Eine besonders beliebte Wahl seien bis jetzt immer die Burger und Schnitzel gewesen, erzählt sie. Und auch der Ausbau des kleinen Biergarten sei sehr gut angenommen worden. „An warmen Tage wie in diesem Jahr ist der Biergarten natürlich perfekt für Besucher.“ Das Geschäft sei immer gut gelaufen, ist der Jedermann-Besitzer stolz. Kleinere Hindernisse seien jedoch normal. „So hat beispielsweise der Bau des neuen Busbahnhofs dafür gesorgt, dass viele Parkplätze vor unserem Lokal wegfielen“.

„An unserem Lokal hängt Herzblut“

Ob auch in Zukunft ein Lokal in die Räume des Jedermann kommen wird, ist bisher nicht bekannt. „An unserem Lokal hängt Herzblut. Wir werden den Standort mit einem lachenden und weinenden Auge verlassen“, sagt Wirtin Kiss.

Mit dem Wohnmobil durch Deutschland reisen

Allerdings steigt bei den beiden auch schon die Vorfreude auf die kommende Zeit. Das Paar hat sich ein Wohnmobil gekauft und möchte damit viele spannende Orte bereisen. „Wir planen zuerst die eigene Heimat in Deutschland näher kennenzulernen, denn es gibt auch hier viel schönen zu sehen“. Als Weinliebhaber stehen Anbaugebiete wie die Mosel und Isar auf dem Plan. „Ein weiter entferntes Ziel ist auf jeden Fall Schweden“.

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