Bildung

Die Firmen profitieren von den 25 tüftelnden Studierenden

Nadine Merchel hat sich gemeinsam mit Dominik Neltner, Cem Cakir und Jascha Weiß-Hamel mit der Rüstoptimierung an der Multi-Transfer-Anlage 1 bei der Walter Klein GmbH & Co. KG in Wuppertal beschäftigt.

Nadine Merchel hat sich gemeinsam mit Dominik Neltner, Cem Cakir und Jascha Weiß-Hamel mit der Rüstoptimierung an der Multi-Transfer-Anlage 1 bei der Walter Klein GmbH & Co. KG in Wuppertal beschäftigt.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Zwei Frauen und 23 Männer des Berufskollegs Niederberg präsentieren die Abschlussarbeiten ihres Projektsemesters. Der Hörsaal ist rappelvoll.

Der Hörsaal 2 des Berufskollegs Niederberg ist rappelvoll, es ist irgendwie auch ein bisschen feierlich. Und die Hauptdarsteller tragen Hemden. Sie haben sich schick gemacht, um ihre Abschlussarbeiten des Projektsemesters zu präsentieren. Aufgeteilt in sechs Gruppen haben die 25 angehenden staatlich geprüften Maschinenbautechniker getüftelt und entwickelt. „Das ist eine Win-win-Situation“, sagt Christian Hoppe, der stellvertretende Schulleiter. „Die Firmen haben junge, erfahrene Menschen, die diese Projekte realisieren, und sie sparen langfristig Geld.“ Etwas einfacher: Das, was die Studierenden so alles entwickelt haben, landet nicht irgendwo in der Tonne, es kommt tatsächlich auch zur Anwendung.

Diese Ergebnisse, die mit einer separaten Note in den Abschlusszeugnissen auftauchen werden, können sich sehen lassen. Schauen wir mal auf die erste Gruppe, die sich mit der Rüstoptimierung an der Multi-Transfer-Anlage 1 bei der Walter Klein GmbH & Co. KG in Wuppertal beschäftigt hat und deren Entwicklung sich schon nach zehneinhalb Monaten rentiert. „Wir haben unsere Ziele weit übertroffen“, sagt Jascha Weiß-Hamel.

Lehrer Werner Budde wird verabschiedet

Währenddessen werden die Präsentationen auch von Lehrern benotet und von Mitstudierenden eines anderen Kurses bewertet, die dabei auch Anstöße sammeln, wie etwas ordentlich präsentiert wird. In einer der letzten Sitzreihen des Hörsaals zum Beispiel wird unter anderem protokolliert, dass Nadine Merchel aus dieser Gruppe, zu der neben Jascha Weiß-Hamel auch noch Cem Cakir und Dominik Neltner gehören, selbstbewusst aufgetreten sei.

Im Saal sitzt übrigens auch Werner Budde, der seinen letzten Tag hat, seinen letzten inoffiziellen Tag, um genau zu sein. Der letzte offizielle Lehrer-Tag liegt inzwischen schon fünf Jahre zurück. „Er hat über die Pensionierung hinaus einige Jahre gearbeitet“, sagt Christian Hoppe. Und zu seinem endgültigen Abschied erhält Werner Budde an diesem Abend nicht nur ein paar Geschenke seiner Kollegen, sondern auch reichlich Applaus.

Das Prüfungssemester beginnt am Montag

Klar: Applaus gibt es auch für die Gruppen, die ihre Arbeiten vorstellen. Arbeiten, die auch deshalb bemerkenswert sind, weil sie ja quasi Freizeitprodukte sind, entstanden neben dem eigentlichen Job. Für fast alle ist es so, dass sie ihr Projektsemester in einer fremden Firma absolviert haben. Und wenn die Studierenden, für die am Montag das Prüfungssemester beginnen wird, am Ende ihrer vier Jahre am Berufskolleg Niederberg ihre Zeugnisse als Staatlich geprüfte Maschinenbautechniker in Empfang nehmen werden, können sie auf insgesamt 2400 Unterrichtsstunden zurückblicken, die immer an drei Abenden einer Woche erteilt worden sind.

Die weiteren fünf Gruppen und ihre Projekte: Bouchta El Maache, Seckin Erdem, Sergej Fiter, Volker Papke (Entwicklung eines Montagetisches für die individuelle Kabelbaumfertigung – Werner Doppstadt Umweltechnik GmbH und Co. KG, Velbert); Johann Hoff, Tobias Linke, Denis Motovilov, Maksim Motovilov (Teilautomatisierung eines Entnahmeprozesses für lasergeschnittene Blechwerkstücke – Rhewa Waagenfabrik August Freudewald GmbH & Co. KG, Mettmann); Sandra Schuldt, Eugen Deisling, Kevin Kocksholz, Simon Sander, Johann Wiens (Konzept einer Teilautomatisierung eines Verpackungsprozesses – Velleuer GmbH & Co. KG, Velbert); Marcel Hohmann, Felix Mauell, Robin Podolsky, Philip Zantes Krämer (Ganzheitliche Lösung zur Optimierung der Durchlauf- und Montagezeiten für Stanz- und Umformteile bis 800 mm – Kaiser Werkzeugbau GmbH & Co. KG, Velbert); Lukas Longrée, Nils Pahnke, Jens Reith, Benny Sattler (Vollautomatisierte Teilstation einer Sondermaschine für die Montage einer Automobiltürinnenbetätigung – MW-TEC Ingenieurbüro GmbH & Co. KG, Velbert).

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