Serie: Pflanzen helfen heilen

Die Brennnessel spült Müll im Körper einfach weg

Schwört auf die Heilkraft von Pflanzen: Für Apothekerin und Heilpraktikerin Martina Bellers ist die Brennnessel die Heilpflanze des Monats in der Serie „Pflanzen helfen heilen“.

Schwört auf die Heilkraft von Pflanzen: Für Apothekerin und Heilpraktikerin Martina Bellers ist die Brennnessel die Heilpflanze des Monats in der Serie „Pflanzen helfen heilen“.

Foto: Uwe Möller

Neviges.   Für Apothekerin Martina Bellers ist die Brennnessel die Heilpflanze des Monats. Gerade nach der Grillsaison räumt sie im Körper ordentlich auf.

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Wer beim Spazierengehen im Wald oder bei der Gartenarbeit ihre Bekanntschaft macht, hat noch Stunden später etwas davon: Brennende, rote Haut, Juckreiz, kleine Pöckchen. „Man spricht Brennnesseln die höchsten Wärmequalitäten zu, die eine Pflanze haben kann, und sie ist aggressiv. Das hat große Vorteile“, sagt Martina Bellers. Apothekerin und Heilpraktikerin. „Das Wort ,Aggression’ kommt ja aus dem lateinischen von aggredi: an etwas herangehen, sich dranmachen.“

Und die Brennnessel macht sich dran, sie räumt ordentlich auf im Körper – vor allem jetzt, in der Grill- und Eiscreme-Saison.

Durch falsche Ernährung gibt es mehr Abbauprodukte

Zu fett, zu süß, zu eiweißreich: So schmeckt der Sommer, denn wer isst schon Berge von Obst und Gemüse, wenn er mit Freunden gemütlich zusammensitzt. Und leider kneift nach zu viel Grillwürstchen und Eiskaffee nicht nur die Hose: „Durch unsere üppige Fehlernährung häufen sich stickstoffhaltige Abbauprodukte und auch Harnsäure an. Das Blut gibt diese Stoffe an das Gewebe, unter anderem an das Gelenkgewebe ab. Es kommt zu Ablagerungen und entzündlichen Reaktionen“, erläutert Martina Bellers. Eingenommen als Tee oder nach individueller Beratung in Tropfenform, kann die Urtica dioica, so die Bezeichnung in der Pflanzenkunde, im Bindegewebe abgelagerte Stoffwechselprodukte in Angriff nehmen und über die Niere ausscheiden.“

Die Brennnessel überlebt auch Dürreperioden

Wer Brennnesseltee trinkt, sollte sich allerdings nicht zu weit von der Toilette entfernen – man muss ziemlich oft rennen: „Die Harnausscheidung wird erhöht, die Durchblutung der Niere angeregt, leichter Nierengrieß wird mit ausgeschieden“, erläutert die Inhaberin der Sonnenapotheke.

In der Naturheilkunde wird das grüne Pflänzchen, das auch Dürreperioden wie jener dieses Sommers trotzt, wegen seiner anti-entzündlichen Wirkung bei Rheuma und Gicht angewandt.

Laboruntersuchungen bestätigen Wirksamkeit

Nicht nur wegen dieser Wirkung, die diverse Laboruntersuchungen bestätigt haben, ist die Brennnessel für Martina Bellers die Heilpflanze des Monats: „Sie entfernt das Alte, Überfällige, schafft so Raum für Neues und Frisches. Dadurch kann der Mensch kraftvoller werden, seine Aufgaben im Alltag besser in Angriff nehmen.“

Rezept für Kräutercreme-Suppe mit Brennnesseln

Rezept für vier Personen. Zutaten: 2 Scheiben Toastbrot vom Vortag, 4 Esslöffel Butter, 1 Schalotte, je eine Hand voll Bärlauch, Kerbel, Kresse, Brennnessel. Halbes Bund Dill, 1 Bund Petersilie, 2 Esslöffel Mehl, 850 ml Gemüsebrühe, 150 ml Sahne, 2 Esslöffel Creme fraiche, Salz, Pfeffer, frisch geriebenen Muskat.

Für Croûtons Toast in Würfel schneiden, in 2 Esslöffeln Butter anbraten. Schalotten hacken. Kräuter waschen, trocken schleudern, einige Dillspitzen und Petersilienblätter als Garnitur beiseite legen, alles andere grob hacken. Schalotten in 2 Esslöffeln Butter anschwitzen, die Hälfte der Kräuter zugeben, mit anschwitzen, mit Mehl bestäuben. Mit der Brühe ablöschen, ca 10 Minuten köcheln lassen. Sahne, Creme fraiche und restliche Kräuter dazugeben, alles pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit Kräutern und Croûtons servieren.

<<<DIE HÄRCHEN ENTHALTEN EINE ART SCHLANGENGIFT

Die Brennhärchen der Pflanze haben eine kugelförmige Spitze, die bei Berührungen abbricht. Dadurch entweicht eine Flüssigkeit, die reich an schlangen- und bienengiftartigenStoffen (Toxalbuminen) sowie Histamin und Ameisensäure ist.

Diese Substanzen sind verantwortlich für die manchmal heftigen Hautreaktionen.

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