Politik

CDU-Abgeordneter Sträßers aufregender Start im NRW-Landtag

Bislang war Martin Sträßer stellvertretender Geschäftsführer beim NRW-Landesverband der Chemischen Industrie (VCI).

Foto: Heinz-Werner Rieck

Bislang war Martin Sträßer stellvertretender Geschäftsführer beim NRW-Landesverband der Chemischen Industrie (VCI). Foto: Heinz-Werner Rieck

Velbert.   Die ersten Tage im Parlament forderten Neuling Martin Sträßer auch körperlich einiges ab. Ehrenamtliche Tätigkeiten will er behalten.

Auch wenn Martin Sträßer schon ein alter Hase in der Politik ist: Im Düsseldorfer Landtag ist er Neuling und sitzt dort seit dem 1. Juni erstmals als CDU-Abgeordneter für den Wahlkreis Mettmann IV, zu dem auch Velbert gehört. Im WAZ-Gespräch berichtet der 57-Jährige von den ersten Tagen seiner neuen Tätigkeit.

Start mit einem Gottesdienst

Dabei ging es für den gebürtigen Nevigeser auch gleich am ersten Tag richtig zur Sache: „Am 1. Juni war die konstituierende Sitzung im Landtag“, berichtet Sträßer. Zunächst gab es um 12 Uhr einen Gottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche – für den praktizierenden Katholiken auch die richtige Einstimmung auf die anstehenden Aufgaben. Am Nachmittag folgten dann die Fraktions- und Plenumssitzung, bei der vor allem die Wahl des Landtagspräsidenten André Kuper (CDU) anstand. „Ich freue mich auch sehr, dass mit ihm ein ehemaliger Bürgermeister mit kommunalem Hintergrund neuer Landtagspräsident geworden ist“, sagt Sträßer.

Das war aber nicht die einzige Wahl, die die 199 Parlamentarier hatten: Auch drei Vizepräsidenten mussten gefunden werden.

Schnittchen und ein spätes Abendessen

Eine Sache wurde bei der ganzen Arbeit aber vernachlässigt: „Das Essen ist zu kurz gekommen. Es wurden zunächst nur ein paar Schnittchen gereicht, die auch schnell weg waren“, erläutert Sträßer. Bis es am ersten Tag seiner Landtagstätigkeit etwas Gescheites auf die Gabel gab, stand aber noch mehr ,geistige Nahrung’ auf dem Programm: „Um 20 Uhr gab es das erste Treffen der CDU-Fraktion. Dabei wurden alle ehemaligen Abgeordneten vom kommenden Ministerpräsidenten Armin Laschet persönlich verabschiedet“, so der Christdemokrat. Und das Essen? „Um 22.45 Uhr haben wir die erste Hauptspeise bekommen.“

Sträßer würde gerne in den Schulausschuss

Sträßers Hunger auf die Landespolitik geht nun aber auch erst richtig los. „Als einen meiner Schwerpunkte sehe ich den Bereich Schule und Weiterbildung“, sagt er. Dies sei auch sein Wunschausschuss – ob er dort hineinkomme, müsse sich jedoch erst zeigen. „Als Neuling muss man sich brav anstellen und hoffen, dass die Wünsche zum Tragen kommen“, sagt der Jurist, der nun in Wülfrath wohnt. Die Ausschüsse würden auch frühestens vor der Sommerpause gebildet. Vorher stehe ohnehin zuerst die Wahl des Ministerpräsidenten bei der nächsten Plenarsitzung Ende Juni an, erklärt Sträßer den weiteren Terminplan.

Eines weiß der Vater von drei Kindern aber schon jetzt: „Mein Büro im Landtag hat Rheinblick.“ Allzu sehr muss sich Sträßer bei den Fahrten zur neuen Wirkungsstätte nicht umstellen: Bislang war er stellvertretender Geschäftsführer beim NRW-Landesverband der Chemischen Industrie (VCI) – und dessen Sitz ist nur wenige Schritte vom Landtag entfernt. Sträßer will nun auch seine Tätigkeit beim VCI ruhen lassen und befindet sich dazu gerade in Gesprächen mit seinem Arbeitgeber. „Ab September will ich mich ganz auf den Landtag konzentrieren.“

Tischtennis und Fußball

Was Sträßer aber auf jeden Fall weiterführen möchte, sind seine ehrenamtlichen Tätigkeiten. So ist er unter anderem im Vorstand des Katholikenrats des Kreises sowie im Pfarrgemeinderat in Wülfrath tätig. Auch sportlich will er aktiv bleiben: „Ich spiele Tischtennis und ein bisschen Fußball“, zeigt der 57-Jährige, dass er nicht nur bei seiner politischen Arbeit in Bewegung bleiben will.

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