Bildung

Den Weg in den Schulalltag ebnen

Schulsozialarbeiterin VanessaHoltkamp berät und betreut die Schüler und Schülerinnen der internationalen Klassen.

Schulsozialarbeiterin VanessaHoltkamp berät und betreut die Schüler und Schülerinnen der internationalen Klassen.

Foto: Peter Preis

Velbert.   Vanessa Holtkamp ist Sozialarbeiterin und betreut die Schüler der internationalen Klassen. Für einige ist es der erste Schulbesuch überhaupt

Einige der Kinder sehen mit 13 Jahren erstmals eine Schule von innen. In ihrer Heimat hatten sie weder Zeit noch Gelegenheit zur Bildung. Nun sind sie hier und unterliegen der Schulpflicht, müssen täglich in die Schule kommen und sich an Regeln halten. Vanessa Holtkamp hilft, dass ihnen das gelingt.

Die Stelle wurde neu geschaffen

Die 30-Jährige arbeitet seit Mai mit je einer halben Stelle an der Martin-Luther-King-Schule (MLK) und an der Realschule Kastanienallee. Sie betreut die internationalen Klassen an beiden Schulen. Die Stelle wurde ganz neu geschaffen und wird vom Land finanziert.

Viele Bulgaren in der Klasse an der MLK

An beiden Schulen gibt es je zwei internationale Klassen. Während an der MLK junge Bulgaren das Gros der Schüler dieser Klassen stellen, ist die Zusammensetzung an der Realschule heterogener; hier sitzen auch Italiener und Tschechen in der Lerngruppe. Zwei Stunden am Tag lernen sie gemeinsam Deutsch, dann gehen die Jugendlichen in eine ganz normale Klasse gemäß ihrer Altersstufe und haben Unterricht mit ihren deutschen Klassenkameraden zusammen.

Schwierige Kommunikation

„Sich an den deutschen Schulalltag und den regelmäßigen Schulbesuch zu gewöhnen, fällt manchen Kindern sehr schwer“, berichtet Vanessa Holtkamp. Fehlt jemand, greift die Sozialarbeiterin morgens zum Hörer und ruft bei dem Schüler zuhause an. „Das klappt dann meistens ganz gut“, berichtet sie weiter, denn das Wort „Schule“ würden auch Eltern mit minimalem Deutschwortschatz kennen. Ansonsten gestalte sich die Kommunikation mit den Eltern oft schwierig. „Elternbriefe können viele nicht lesen, bei Gesprächen ist immer ein Dolmetscher nötig“, führt Vanessa Holtkamp weiter aus.

Gut vernetzt

Mittlerweile ist die Sozialarbeiterin in der Stadt gut vernetzt, hat auch Kontakt zu den Mitarbeiterinnen des Projektes Südost-Europa. Sie helfen der Sozialarbeiterin, die oftmals fremde Kultur zu verstehen.

Vanessa Holtkamps Ziel ist es, dass die Kinder gerne in die Schule kommen und hier gute Erfahrungen machen – dann lernt es sich auch besser. So macht sie Angebote, die über den reinen Unterrichtsstoff hinausgehen. Es gibt für Schülerinnen eine Mädchen-AG, hier sind vor allem die kulturell unterschiedlichen Frauenbilder ein Thema. Mit den Jungen geht sie in die Boxhalle nach Birth, dort können sie sich richtig auspowern.

Das Vertrauen der Jugendlichen gewonnen

„Gemeinsam mit den Jugendlichen fragen wir ,Was kannst Du gut’“, sagt sie weiter. Das stärke das Selbstvertrauen und helfe zudem dabei, Ideen für ein Praktikum zu bekommen. Auch bei der Suche nach einem Praktikumsplatz gibt Vanessa Holtkamp Hilfestellung.

Die Sozialarbeiterin hat im Laufe der Zeit das Vertrauen der internationalen Schüler und Schülerinnen gewonnen. „Die Jungen und Mädchen kommen von sich aus mit Problemen zu mir und öffnen sich“, berichtet Vanessa Holtkamp. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn für die Jugendlichen ist die Sozialarbeitern eine Art Behördenmitarbeiterin und um die macht man in ihren Heimatländern gewöhnlich oft einen großen Bogen.

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