Theater

Das alte Märchen strahlt in neuem Glanz

Die Schauspieler Dorothee Carls (links) und Michael Hatzius (rechts) hauchen der über einen Meter großen Frosch-Puppe auf der Bühne Leben ein, geben ihr Bewegung und Stimme

Foto: Victor Gurov

Die Schauspieler Dorothee Carls (links) und Michael Hatzius (rechts) hauchen der über einen Meter großen Frosch-Puppe auf der Bühne Leben ein, geben ihr Bewegung und Stimme Foto: Victor Gurov

Neviges.   „Theater Urknall“ zauberte für Kinder die Geschichte vom Froschkönig auf die Bühne in der Nevigeser Vorburg. Riesige grüne Handpuppe

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Mit staunenden Augen blicken die Kinder in der Vorburg Richtung Bühne. Die Hälse nach dem Geschehen zu recken, das aber trauen sich in der ersten Reihe nicht alle; denn die Puppe, von der das Stück erzählt, ist mindestens so groß wie die kleinen Besucher selbst.

Zum Kindertheater waren am verregneten Sonntag Klein und Groß nach Neviges gekommen, um der märchenhaften Geschichte „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“ des Theaters Urknall aus Berlin zu lauschen. Vorbei am steinernen Brunnen, der im Inneren der Vorburg an alte Zeiten erinnert, schlüpfen die Besucher in ein verzauberndes Puppen- und Schauspiel. Und das Theater für die ganze Familie weiß dort mit winzigen Details für riesige Effekte zu sorgen.

Puppenspiel als Erinnerungen

Eine Schatztruhe gefüllt mit Erinnerungen an seine Vergangenheit ist das einzige, was ihm geblieben ist. Der grüne Kerl, der einst ein eitler Prinz war, fristet seine Zeit seitdem als übel gelaunter Frosch. Leben wird der Puppe von den beiden Pflegern Martin (Michael Hatzius) und Marina (Dorothee Carls) eingehaucht. Hatzius leiht dem griesgrämigen Frosch außerdem seine Stimme, die ähnlich herrlich quäkend klingt wie die von Kermit: „Ich bin der König!“, tönt der Frosch so dem Publikum entgegen, was bei den kleinen Zuschauern für lautes Gekicher sorgt.

Leise Klampfen-Musik setzt ein

Ein Frosch, der König sein will? Das kann auch Pflegerin Martina nicht glauben und bittet den Frosch darum zu erzählen, warum er verwunschen ist. Schlüpft der Frosch in diese Erinnerungen, verändert sich das Licht, setzt leise Klampfen-Musik ein und Handpuppen übernehmen die Rolle der einzelnen Figuren, von denen der Frosch berichtet. Das alte Märchen scheint so in einem ganz neuen Glanz.

Nur eine Prinzessin kann ihn erlösen

„Ey! Wie geht das wieder weg?“, will der Prinz von der Hexe wissen, die ihn verzaubert hat. „Gar nicht“, krächzt diese, „nur eine Prinzessin kann dich erlösen.“ Doch als der Frosch der Prinzessin die in den Brunnen gefallene goldene Kugel zurückbringt, hält diese sich nicht an ihr Versprechen und verschmäht das grüne klebrige Wesen: So dass, anders als im Märchen, der Prinz noch immer ein Frosch ist.

Und dabei können die kleinen Besucher noch etwas lernen. Denn hätte sich die Prinzessin an ihr Wort gehalten, wäre der Frosch schon längst gerettet. Beim üppigen Popcorn-Geburtstags-Mahl der Prinzessin erklärt ihr Vater deshalb: „Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen.“

Mit Knall und Rauch von seinem Fluch befreit

Am Ende seiner Geschichte beruhigt Marina den Frosch: „Ruhen Sie sich erst einmal aus. Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus.“ - „Ja! Aber ich nicht“, schmollt der verwunschene Prinz enttäuscht. Und dann passiert, womit keiner mehr gerechnet hätte. Ein Schattenspiel zeigt, wie Marina dem Frosch ein Küsschen ins Gesicht drückt. Und damit, begleitet von einem lauten Knall und Rauch auf der Bühne sowie lautem Applaus vom Publikum, schließlich von seinem Fluch befreit wird.

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