Chöre

Das Adventskonzert im Mariendom in Neviges fällt aus

Mit ihrem Konzert im Mariendom läuten die Hagling-Chöre traditionell die Vorweihnachtszeit ein.

Mit ihrem Konzert im Mariendom läuten die Hagling-Chöre traditionell die Vorweihnachtszeit ein.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Neviges.  Das Konzert des Rhythmus-Chors und des Rhythmus-Parenten-Chors am 1. Advent im Dom fällt aus. Nun wird für ein anderes großes Ereignis geprobt.

Monatelang haben die Sänger und Sängerinnen mit ihrem Chorleiter gehofft und gebangt, aber jetzt ist die Entscheidung doch gefallen: In 43 Jahren musste Manfred Hagling zum ersten Mal das Domkonzert des Rhythmus-Chors und des Rhythmus-Parenten-Chors absagen. „Es stimmt mich sehr, sehr traurig.“ Doch es habe keine Alternative gegeben: Die dramatisch steigenden Infektionszahlen hätten zu dem einstimmigen Beschluss der Vorstände und Beiräte beider Chöre geführt. „Uns tut das sehr leid“, so die Vorsitzende Brigitte Hagling. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber wir haben eine Fürsorgepflicht für unsere Mitglieder und ebenfalls für unsere Fans. Außerdem ist Corona viel stärker als wir alle zusammen.“

Gänsehaut bei jedem Konzert

Seit 43 Jahren eröffnen die Chöre mit ihrem Konzert im Mariendom am 1. Advent die Vorweihnachtszeit. Auch nach all den Jahren sei dies noch immer etwas ganz Besonderes, so Chorleiter Manfred Hagling: „Wir haben ja das ganze Jahr über viele Auftritte. Aber das Adventskonzert in diesem mächtigen Dom, da bekommen wir immer noch eine Gänsehaut.“ Und dieses Mal, so ist Manfred Hagling überzeugt, wäre es „ein Superkonzert geworden, wir hatten ja schon so viel geprobt“. Zunächst in verschiedenen kleinen Gruppen im Musikalischen Erlebniszentrum an der Tönisheider Straße, dabei wurden natürlich die Abstandsregeln genau eingehalten.

Eine unvergessliche Probe

„Ja, und dann hatten wir das Glück, alle zusammen nebenan in der Großturnhalle proben zu können. Das war natürlich praktisch, da konnten wir die ganzen Instrumente schnell eben rüber schaffen“, erinnert sich der erfahrene Chorleiter an eine Probe, die er nie vergessen wird. „Das war so wunderbar, endlich hatten wir wieder mal beide Chöre, das war das Größte überhaupt.“ Und er fährt fort: „Sonst habe ich vorher nur mit dem Sopran geübt oder dem Alt, aber jetzt kamen alle zusammen, und alle waren mit so viel Eifer bei der Sache.“ Nach dieser Ganztagsprobe habe er gemerkt, dass das anspruchsvolle Programm fast konzertreif gewesen sei. „Und alle haben gesagt: Wir geben unser Bestes.“

Opern-Tenor sollte Wolgalied singen

Manfred Hagling hatte zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens bekannte Chorstücke ausgesucht, dazu sollte die Organistin Petra Kubernus Beethovens „Adagio cantabile“ an der Domorgel spielen. Auch der Operettenkomponist Franz Lehar, der in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert, wurde nicht vergessen. Ihm zu Ehren sollte Opern-Tenor Werner Plath das Wolgalied aus der Operette „Der Zarewitsch“ singen. Dazu waren wieder, wie in jedem Jahr, zahlreiche Pop-Hits im Programm. Alles abgesagt.

Proben für das Jubiläum

In Lethargie und Traurigkeit werden die Chormitglieder jetzt trotzdem nicht fallen, sondern voller Schwung in kleinen Gruppen weiterproben. Denn schon jetzt werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus: „Das Jahr 2021 ist ein doppeltes Jubiläumsjahr. 50 Jahre Rhythmus-Chor und 40 Jahre Rhythmus-Parenten-Chor“, so Manfred Hagling. „Und alle fünf Jahre geben wir ja ein großes Jubiläumskonzert.“ Darauf werde man sich jetzt in Ruhe vorbereiten. Auch der Adventsmarkt des Pfarrcäcilienchores, auf dem sich die Besucher nach dem Konzert immer gern mit Glühwein stärkten, fällt aufgrund der Corona-Pandemie aus.

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