Arbeit

Damit Behinderte im Betrieb zu ihrem Recht kommen

Für Menschen mit Behinderungen gibt es besondere Vertretungen in größeren Unternehmen.

Für Menschen mit Behinderungen gibt es besondere Vertretungen in größeren Unternehmen.

Foto: Stefan Puchner/dpa

Velbert.   In Unternehmen werden jetzt die Schwerbehinderten-Vertretungen gewählt. Aufgestellt werden kann jeder, der seit sechs Monaten in der Firma ist

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Herr Müller hatte einen Bandscheibenvorfall und benötigt nun einen besonderen Bürostuhl, um weiter an seinem Schreibtisch arbeiten zu können. Doch sein Arbeitgeber kümmert sich nicht um sein Anliegen. Hier könnte die Schwerbehinderten-Vertretung (SBV) seines Betriebes vermittelnd eingreifen. Diese Vertretungen werden derzeit gewählt.

Betriebe mit mehr als fünf Betroffenen

Wahlberechtigt sind Beschäftigte mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent – sowie Beschäftigte, die durch Bescheid der Arbeitsagentur denen gleichgestellt sind. Gewählt wird in Betrieben mit mindestens fünf Wahlberechtigten – also Schwerbehinderten. Für die SBV kandidieren können alle Beschäftigten – auch wenn sie nicht behindert sind – die mindestens sechs Monate im Betrieb sind. Die SBV ist nicht nur wichtig für schwerbehinderte Beschäftigte, sondern für alle: Sie gestaltet Arbeit so mit, dass Beschäftigte gesund bis ins Alter im Betrieb arbeiten können. Dazu kann die SBV Maßnahmen anstoßen.

Darauf achen, dass Gesetze eingehalten werden

Stefan Fahl, DGB-Regionssekretär für den Bereich Düsseldorf-Bergisch Land, war bis vor einigen Monaten selbst Behindertenbeauftragter in einem Unternehmen der Metall-Industrie und erläutert die Aufgaben der Vertretung genauer: „Sie werden gewählt, um die Interessen der Behinderten im Betrieb zu vertreten und darauf zu achten, dass Gesetze eingehalten werden.“ Die Schwerbehindertenvertreter, so Pfahl weiter, nehmen an den Sitzungen der Betriebsräte teil, haben dort zwar kein Stimmrecht, können aber Beschlüsse aussetzen.

Viel Überzeugungsarbeit ist zu leisten

Oft müssten die Behindertenbeauftragten in den Firmen auch Überzeugungsarbeit leisten. „Bei den Arbeitgebern gibt es oft Vorurteile, die verhindern, dass sie einen Behinderten einstellen oder weiter beschäftigen“, berichtet Pfahl. So glaubten viele, dass Schwerbehinderte ständig krank seien. Da zahlten sie dann lieber die Fehlabgabe, als einen Behinderten einzustellen.

Eine besondere Leistung

„Aber es gibt eine Reihe von Möglichkeiten und finanzielle Mittel, den Behinderten die Arbeit zu ermöglichen oder zu erleichtern“, erklärt Pfahl. So gebe es häufig Geld von der Rentenkasse. Allerdings sei die Beantragung relativ aufwändig. Hier wüssten die Schwerbehindertenbeauftragten oft gut Bescheid. Häufig werden Mitarbeiter aber auch im Lauf des Erwerbslebens behindert, sei es durch Krankheiten oder durch Unfälle. Auch hier kann mit Hilfe des Schwerbehindertenbeauftragten ein Weg zur Integration des Betroffenen gefunden werden. „Dabei können beide Seiten gewinnen“, sagt Pfahl. Denn die Behinderten lieferten eine ganz andere Arbeitsleistung ab.

>>WAHLEN ALLE VIER JAHRE

  • Die Wahlen zu den Schwerbehinderten-Vertretungen laufen in diesem Jahr unter dem Motto „Gute Arbeit – barrierefrei – Deine SBV Wahl 2018“. Die regelmäßigen Wahlen finden alle vier Jahre in der Zeit vom 1.Oktober bis 30.November statt.


  • Es gibt weitere Informationen und Videos zur SBV-Wahl unter www.sbvwahl.de

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