Corona

Corona sorgt für abgespecktes Halloween in Velbert

Kostüm für Halloween schon gekauft? Kein Problem. Es gibt zwar keine offiziellen Partys, aber so mancher feiert in den eigenen vier Wänden im ganz kleinen Kreis mit der Familie oder der Partnerin/dem Partner.

Kostüm für Halloween schon gekauft? Kein Problem. Es gibt zwar keine offiziellen Partys, aber so mancher feiert in den eigenen vier Wänden im ganz kleinen Kreis mit der Familie oder der Partnerin/dem Partner.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Halloweenpartys wird es in diesem Jahr in Velbert nicht geben. Doch wer feiern will, wird kreativ: etwa im ganz kleinen Kreis mit der Familie.

In den Vereinigten Staaten von Amerika, die mit Grusel-Vorstellungen in letzter Zeit wahrlich nicht gegeizt haben, ist Halloween der umsatzstärkste Tag des Jahres, noch vor Weihnachten und Ostern: Süßigkeiten gehen dann en masse über die Ladentische.

Ursprünglich war das Fest, gefeiert am 31. Oktober, ein Brauch in Irland, irische Migranten brachten es später in die USA, wo es seinen Aufstieg in die Populärkultur feierte. Erst in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts fand es seinen Weg nach Mitteleuropa – und dort mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ direkt an die Haustüren.

Halloween wird auch in Velbert gefeiert

Mittlerweile feiern auch in hiesigen Gefilden viele Menschen das Grusel-Fest. „Wir haben Halloween früher in der Schule gefeiert, aber ich weiß nicht, ob wir das in meiner neuen Schule auch machen“, sagt die zehnjährige Emmi Nosbers.

Ihre Mutter ergänzt: „Früher haben wir immer mit Emmis Freunden eine kleine Feier veranstaltet und auch bei den Nachbarn geklingelt, aber weniger wegen der Süßigkeiten, sondern eher, um die Kostüme zu präsentieren.“

Pandemiebedingt keine Partys

Richtig feiern können werden die als Sensemann, Hexe oder Skelett verkleideten Kinder in diesem Jahr nicht. Pandemiebedingt wurden ja so einige Veranstaltungen abgesagt, die sonst vergnügungssteuerpflichtig sind.

Joachim Nissen, Betreiber des gleichnamigen Velberter Edeka, bereitet sich und seinen Laden im Corona-Jahr nicht anders auf das Fest vor als sonst auch: „Auf Halloween lege ich nicht so viel Wert. Ich mache zwar bei zwei, drei Aktionen mit, die von Edeka auch beworben werden, aber im Prinzip habe ich da noch nie viel gemacht.“

Süßwaren gibt es trotz allem

Auch wenn die Supermärkte vielleicht nicht mitziehen, die Fabrikanten von Süßigkeiten und Verkleidungen werden sich dennoch auch in diesem Jahr nicht lumpen lassen. In den vergangenen Jahren gab es Lachgummi, Kinder-Überraschungen und Haribo-Produkte im Halloween-Design zu kaufen und auch die Kostüm-Industrie will auf das Fest gewiss nicht verzichten.

Doch für sie gibt es ein großes Problem: Besonders Jugendliche und junge Erwachsene veranstalten oder besuchen am 31. Oktober oft große Halloween-Partys. Verkleidungen sind hier obligatorisch. Doch in diesem Jahr wird daraus nichts, die Pandemie und sämtliche Verordnungen machen einen Strich durch die Rechnung.

Alternativen zu Partys

Eine junge Langenbergerin erzählt: „Ich habe mir im letzten Jahr für eine Party eine Perücke, weiße Kontaktlinsen, Schminke und Kunst-Blut gekauft. Dann ist mir im letzten Moment etwas dazwischengekommen. Ich dachte: ‚Na gut, dann werde ich es halt im nächsten Jahr benutzen.’“

Aus diesem Plan dürfte nichts werden, jedenfalls nicht öffentlich. „Vielleicht“, sagt sie deshalb, „werde ich mich einfach mit meinem Freund in der Wohnung verkleiden und dann mit ihm ein Abendessen kochen. So gäbe es wenigstens eine kleine Halloween-Feier.“

Halloween ist Familiensache

Die Velberterin Katharina Müller indes veranstaltet traditionell Halloween-Partys bei sich. „Halloween ist mein Leben, das feiern mein Mann, meine Kinder und ich wie Weihnachten“, sagt sie. „Leider können die Partys in diesem Jahr nicht stattfinden.“

In normalen Jahren gestaltet Müller schon mal den gesamten Innenhof mit Spinnweben oder einen Garten mit Feuer, Heuballen und Kürbissen und lädt ihre Gäste dann zu einem Grusel-Parcours ein. „Ich war schon immer eine Hexe“, sagt Müller und ihr ist die Traurigkeit in der Stimme anzumerken, wenn sie sagt: „In diesem Jahr wird es all das leider nicht geben.“

Einmal im Jahr offiziell gruseln

Doch was fasziniert die Menschen an Halloween so? „Das ist der einzige Tag im Jahr, an dem wir sein können, wer wir wollen“, sagt die junge Langenbergerin. Und Emmi Nosbers ergänzt: „Ich mag das Gruselige. Manche Erwachsene schminken sich richtig cool gruselig. Das habe ich noch nie gemacht – will ich aber.“

Es wird ein schwieriges Halloween-Fest werden in diesem Jahr. Ganz unter dem Eindruck von Mund-Nase-Schutz, Abstandsregeln und Corona-Schutzverordnungen. Das alles klingt eigentlich bereits gruselig genug.

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