Corona

Corona: So gehen Velberter Sportvereine mit der Krise um

An normales Training ist in Zeiten von Corona nicht zu denken.

An normales Training ist in Zeiten von Corona nicht zu denken.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Velbert.  Velberter Vereine bieten Übungsprogramme auch online an, damit die Mitglieder fit bleiben. Aber die Vereine drücken auch die laufenden Kosten.

Das Corona-Virus hat das soziale Leben nahezu komplett eingefroren. Das betrifft auch die Sportvereine. Vorerst bis zum Ende der Osterferien sind alle Sportplätze, Turnhallen und Fitnessstudios geschlossen – kein Training oder Kurse also.

Videos für Workout in den eigenen vier Wänden

Das soll aber nicht heißen, dass es keine Möglichkeiten mehr gibt, sich zu bewegen und aktiv zu bleiben. Die Velberter Sportgemeinschaft (VSG) schafft dafür auf ihrer Webseite (www.velberter-sg.de) Abhilfe, wie der 1. Vorsitzende Holger Kocherscheidt erzählt: „Wir haben auf unserer Internetseite Videos eingestellt, wie man sich auch zuhause fit halten kann.“ Vier Videos gibt es bislang schon: Ein kurzes Warm-Up zum Start für jedes Training, sowie drei verschiedene Mitmachvideos zum Thema Rückenfitness.

Sport-Tutorial: Abwechslungsreiches Workout für Zuhause
Sport-Tutorial: Abwechslungsreiches Workout für Zuhause

Bei den VSG-Mitgliedern kommt dieses Alternativangebot gut an, so Kocherscheidt: „Wir haben extrem viel positives Echo bekommen. Deshalb wollen wir das jetzt auch weiterhin anbieten und drehen gerade weitere Videos.“

Auch der Landessportbund Nordrhein-Westfalen äußert auf seiner Website eine deutliche Meinung zur aktuellen Situation: „Heißt das automatisch, dass wir unseren inneren Schweinehund nun nicht mehr überwinden? Ganz klares Nein!“ Dort gibt es eine Liste mit Ideen von verschiedenen Vereinen – zum Beispiel Übungen zum Thema „Älter werden in Balance“.

Mettmann-Sport bietet auf seinen Profilen in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook ebenso Sportvideos für das Wohnzimmer, Balkon oder Garten an – kostenlos und abrufbar für jedermann. Rücken-, Cardiotraining oder Yoga sind zum Beispiel dabei.

Zukunft noch ungeklärt

Doch auch wenn Sportvereine wie die Velberter SG einen kreativen Weg gefunden haben, um sportlich zu bleiben, ist die Situation alles andere als entspannt, weiß der Vorsitzende: „Wir haben natürlich auch Fixkosten, die wir weiterhin zahlen müssen, wie Miete oder Nutzungsgebühren. Bei uns sind auch festangestellte Trainer beschäftigt, die bezahlt werden müssen. Das ist ein großes Problem für uns aktuell.

Auf Kurzarbeit umstellen geht nicht bei einem Sportverein. Theoretisch müssten wir jedem kündigen und wenn sich die Lage beruhigt hat, wieder einstellen.“ Noch ist nicht klar, wie die VSG dieses Problem lösen will. „Wir überlegen noch, was wir machen können. Vielleicht ist es dann auch eine Überlegung, dass Trainer auf Gehalt verzichten“, sagt Kocherscheidt.

Noch keine Kündigungen

Kündigungen oder Anträge auf Nichtzahlungen habe der Verein von seinen Mitglieder noch nicht erhalten, so der Vorsitzende: „Das gab es bislang überhaupt nicht. Aber die normalen Mitgliedsbeiträge sind auch dafür da, den Verein am Leben zu halten. Da muss erst einmal keine Leistung im Gegenzug für erbracht werden.“

Bei den Kursen sei das anders. Hierfür zahlen die Mitglieder meist extra und dann direkt für einen längeren Zeitraum. „Die Kursgebühren werden natürlich erstattet oder auf den nächsten Kurs angerechnet“, erläutert Holger Kocherscheidt.

Und noch eine Entlastung gibt es: Die Sportstättennutzungsgebühr entfällt derzeit. „In unserem Belegungsprogramm sind die Sportstätten derzeit ,gesperrt’. Während der Sperrung der Sportstätten errechnet das Programm dann auch keine Nutzungsgebühren. Somit werden die Sportvereine auch nicht mit Gebührenzahlungen belastet“, erläutert Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach.

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