Corona-Pandemie

Corona: Kreis fordert noch keine Hilfe bei der Bundeswehr an

In mehreren NRW-Städten unterstützen Bundeswehrsoldaten die Gesundheitsämter bei der Verfolgung von Infektionsketten. Der Kreis Mettmann verzichtet vorläufig noch darauf.

In mehreren NRW-Städten unterstützen Bundeswehrsoldaten die Gesundheitsämter bei der Verfolgung von Infektionsketten. Der Kreis Mettmann verzichtet vorläufig noch darauf.

Foto: Marijan Murat / dpa

Velbert/Kreis Mettmann.  Noch soll die Bundeswehr im Kreis Mettmann nicht helfen. Doch die Zahl der Infektionen hat deutlich zugenommen auf 466, 72 mehr als am Vortag.

Die Zahlen der Menschen im Kreis Mettmann, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben, steigen weiter. Nun sind es bereits 466, die Inzidenz beträgt 87,3. Dennoch will der Kreis Mettmann derzeit noch keine Amtshilfe bei der Bundeswehr zu erbitten, etwa um die Nachverfolgung der Kontakte von Corona-Infizierten vorzunehmen. Das bestätigte Kreissprecherin Tanja Henkel auf Anfrage dieser Redaktion.

Mittlerweile 116 Infizierte allein in Velbert

Auch in Velbert ist die Zahl der Infizierten erneut angestiegen auf nunmehr 116, am Mittwoch waren es noch 92. Auch die anderen Städte des Kreises Mettmann verzeichnen steigende Infektionszahlen. Erkrath 34 (Vortag: 31); Haan 28 (24), Heiligenhaus 26 (19), Hilden 53 (49), Langenfeld 35 (32), Mettmann 34 (29), Monheim 38 (32), Ratingen 64 (52) und Wülfrath 37 (34).

„Noch genügend Personal vorhanden“

„Noch haben wir genügend Personal aus den eigenen Reihen“, begründete die Kreissprecherin die vorläufige Absage an die Bundeswehr. So seien etwa Mitarbeiter aus anderen Abteilungen abgestellt worden, hinzu seien Neueinstellungen und Scouts gekommen.„Ob wir bei der Bundeswehr um Amtshilfe bitten, machen wir davon abhängig, ob unser eigenes Personal die Situation noch stemmen kann“, erklärte die Sprecherin. „Derzeit“, sagte Henkel, „machen wir noch keinen Gebrauch von der Möglichkeit“. Es gelte zudem zu bedenken, dass neues Personal auch irgendwie untergebracht werden müsse. „Hinzukommt auch noch technisches Know-How.“

In mehreren NRW-Städten aktiv

In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass verschiedene Städte – darunter Remscheid – die Bundeswehr um Amtshilfe geboten hatten, die ihnen oft gewährt wurde: 122 Anträge hat es seit Pandemie-Beginn in Nordrhein-Westfalen gegeben, 89 wurden bereits erfüllt. Bundesweit, das hatte Oberstleutnant und NRW-Landeskommando-Sprecher Stefan Heydt vor kurzem im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt, stünden 150 000 Soldaten in unterschiedlichen Bereitschaftsgraden bereit, die ersten könnten binnen 24 Stunden nach Anfrage am Zielort eintreffen. https://www.waz.de/staedte/velbert/jetzt-den-newsletter-mit-velberter-nachrichten-abonnieren-id227896281.html

Infektionsketten nachvollziehen

Erst einmal angekommen, wartet auf die Männer und Frauen eine kurze Einweisung, danach geht es an die Telefone: Dort gilt es, möglichst akkurat nachzuverfolgen, mit wem Corona-Infizierte wann und wo Kontakt gehabt haben könnten. Das soll dabei helfen, Infektionsketten zuerst nachvollziehen und schließlich unterbrechen zu können. In manchen Städten – Dortmund etwa – war das lokale Gesundheitsamt mit der massiven Zahl der Infizierten so überlastet gewesen, dass es die Hilfe der Armee in Anspruch genommen hatte.

Ausgeschlossen ist aber nichts

Im Kreis Mettmann, der mit einer Inzidenz von 87,3 ebenfalls als Risikogebiet gilt und in dem zahlreiche Maßnahmen verhängt worden waren, ist es so weit jedoch noch nicht gekommen. Im Moment schaffen die Ämter die Nachverfolgung noch aus eigener Kraft. Dass das immer so bleiben muss, weist Kreissprecherin Henkel von der Hand. Vom Tisch ist ein mögliches Amtshilfeersuchen daher nicht. „Es bleibt natürlich eine Option“, sagt Henkel. „In der derzeitigen Lage würde ich nichts ausschließen, weil wir nicht wissen, was passieren wird. Das ist Kaffeesatzleserei.“

Bäckereifiliale geschlossen

Unterdessen ist im Edeka-Center an der Sontumer Straße die Bäckerei Büsch geschlossen worden. Mehrere Mitarbeiterinnen hätten sich infiziert, hießt es auf einem Schild. Weitere Berichte aus Velbert lesen Sie hier.

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