Innenstadt

Corona: Drogerien in Velberts Innenstadt werden zum Magneten

Eigentlich ist es die beste Einkaufszeit: Doch am frühen Samstagnachmittag war die Velberter Innenstadt leer.

Eigentlich ist es die beste Einkaufszeit: Doch am frühen Samstagnachmittag war die Velberter Innenstadt leer.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  In Zeiten von Corona zählen die Geschäfte in der Velberter Innenstadt, die noch geöffnet haben, deutlich weniger Kunden als sonst.

Dunkle Ladenfenster schauen die Fußgänger traurig an. „Wegen Corona geschlossen“ heißt es an vielen Türen. Doch die Innenstadt ist noch nicht ganz ausgestorben, denn einige Geschäfte müssen in diesen schweren Zeiten die Stellung halten.

Die Drogerien sind zum neuen Ballungszentrum der Stadt geworden und wer sich bei Rossmann in die lange Schlange stellt, um noch eine Packung Toilettenpapier zu ergattern, muss viel Geduld mitbringen. Auch nebenan, bei Wursthaus König, muss man seit einer Weile draußen warten, denn es dürfen nur noch zwei Kunden zugleich den Laden betreten. Jetzt ist Iveta Utikal aber allein im Geschäft. „Es kommen deutlich weniger Kunden“, sagt sie. „Darum haben wir auch schon unsere Öffnungszeiten angepasst.“ Auch beim Imbiss kommt es zu Einbußen.

Kaum jemand genießt das schöne Wetter in der City

Was die Hygiene angeht, so ist Utikal positiv überrascht. In den Anfangstagen musste sie noch den Kopf darüber schütteln, dass die Menschen draußen sich nicht um die soziale Distanz zu kümmern schienen. „Die saßen dicht beieinander auf den Bänken draußen“, weiß sie, da sie von hinter der Theke einen guten Ausblick hat. „Aber ein, zwei Tage, nachdem wir die Abstandsregeln bei uns eingeführt haben, sind die Leute vernünftiger geworden.“Jetzt genießt kaum noch jemand das schöne Wetter in der Innenstadt. Nur vereinzelt sieht man die Menschen um den Brunnen herumsitzen. Die Devise „Abstand halten“ scheint bei jedem angekommen zu sein, egal ob auf der Parkbank oder in der Schlange vor den Drogeriemärkten.

Viele zahlen nur noch mit Karte

Dominique Schmidt hat hinter der Kamps‘schen Ladentheke schon ganz anderes erlebt. „Viele haben es mittlerweile verstanden“, erzählt die junge Verkäuferin. „Aber es gibt tatsächlich immer noch Menschen, die glauben, Corona sei ein Hirngespinst.“ Das Virus rüttelt hier besonders an den Finanzen. Der Umsatz sei stark eingebrochen. „Das liegt natürlich auch daran, dass die Menschen sich nicht mehr bei uns hinsetzen und in Ruhe einen Kaffee trinken dürfen“, erzählt Schmidt. Wer seinen Coffee to go im Außenbereich der Bäckerei trinkt, dem drohen sogar Strafen von 200 Euro. Auch der sinkende Bargeldumsatz schadet der Bäckerei.

„Natürlich zahlen viele nur noch mit Karte“, erklärt Schmidt. „Aber für jede Überweisung haben wir Einbußen.“ Da verdient man an einem Brötchen nicht mehr viel. „Tatsächlich würden wir gerne schließen, um Kurzarbeitergeld zu beantragen“, erzählt sie. „Aber wir müssen weitermachen, auch wenn wir natürlich die Stunden herunterschrauben und nur noch in Einzelschichten arbeiten.“

„Viele Kunden sind unfreundlich“

Am schlimmsten seien aber die Launen der Kunden. „Bei so viel Unfreundlichkeit, gerade jetzt bei uns im Einzelhandel, sind schon Tränchen geflossen“, erzählt Schmidt, die die Sache trotzdem mit Humor nehmen kann. „Ohne Café muss man weniger spülen.“

Bei der Traditionsbäckerei Mittelmann sieht die Lage ganz anders aus. „Die Kunden warten geduldig und sind im Grunde genommen ziemlich entspannt“, heißt es dort. Trotz abgesperrten Cafébereichs läuft das Hauptgeschäft fast ohne Einbußen weiter. Die Doppelschichten sind aber gestrichen, eine Verkäuferin steht allein hinter dem Tresen. „Die Kunden sind alle sehr freundlich“, erzählt sie gut gelaunt. „Und viele haben sich auch schon bei uns bedankt.“

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