Kabarett

Christian Ehring begeisterte Langenberger Publikum

Christian Ehring sang und spielte auch am Flügel. Besonders erfolgreich: seine veganen Kinderlieder.

Christian Ehring sang und spielte auch am Flügel. Besonders erfolgreich: seine veganen Kinderlieder.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.   Kurzweilig auf den Punkt gebracht: in zweieinhalb Stunden erklärte Kabarettist Christian Ehring, wie die Welt funktioniert und typisch Deutsches.

Er habe sie zum politischen Kabarett gebracht. Ein größeres Lob gibt es wohl kaum. Nich nur diese Teilnehmerin war von Christian Ehring begeistert, der am Wochenende im ausverkauften Alldiekunst-Haus mit seinem Programm „Keine weiteren Fragen“ brillierte. Fragen blieben tatsächlich keine offen und die Augen kaum trocken.

Der Sohn als roter Faden für das Programm

„Ich bin auch Vater geworden. Vor 18 Jahren.“ Der Sohn blieb bis zum Schluss der rote Faden, mit dessen Hilfe Ehring die Welt, die Gesellschaft, Politik, Freizeitverhalten, Umweltthemen und vieles mehr erläuterte. Zweieinhalb Stunden zeigte sich der 46-Jährige scharfzüngig und politisch, brachte Wichtiges auf den Punkt. „Das war doch ein sehr anregender, nachdenklicher, amüsanter Abend, bei dem einem manchmal das Lachen im Halse stecken blieb, so wie er den selbstgewissen Gleichgesinnten den Spiegel vorhielt“, resümierte Volker Basse. Auch Heinz Schemken war begeistert: „Stark, sehr stark ist er. Ehring ist große Klasse. Sehr aktuell und überzeugend in seiner Darstellung. Er packt das Publikum.“

Die dunkle Zeit der Pubertät

Ehrings Sohn wurde zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr genötigt und sollte bald in einem ausländischen Slum arbeiten: „Es ist sinnvoll wenn 18-jährige Deutsche in Slums gehen. Eine Erfahrung, die man sein Leben lang nicht vergisst. Zumindest die Waisenkinder in den Slums vergessen es nicht.“ Die vom Sohn bis dahin bewohnte Einliegerwohnung werde frei und ein Flüchtling sollte die erstklassige Unterkunft bekommen. Dann erläuterte Ehring die dunkle Zeit für die Eltern von Jugendlichen zwischen zwölf bis 18 Jahren, wie die Sportmarke Puma zu ihrem Namen kam und wie phlegmatisch die Jugend heute sei.

Keine Partei kam ungeschoren davon

Über Yoga, Beckenbodengymnastik, deutsche Sprache und Kultur ging es zu Politikern, die Lobbyisten seien. Keine Partei wurde ausgespart, kein brisantes Thema ausgelassen.

Rund eine halbe Stunde Zeit koste es den Künstler, sich auf die jeweilige Location einzustellen, sich vorab zu informieren. Wunderbar eingeflochten wurde immer wieder auch auf Lokales angespielt, tagesaktuelle Themen der hiesigen Tageszeitung entnommen. Ehring spielte – „ein differenziertes Publikum, durchaus amüsierwillig, aber nicht um jeden Preis!“ – und sprach mit dem Publikum: „Sie müssen nicht klatschen, Sie können auch innerlich durchwinken.“

Ehring kommt beim Publikum gut an

Für die lachende Waltraud Beckmann war Ehring „sein Geld auf jeden Fall wert!“ Annette Sonnenschein kannte den Kabarettisten bislang anders: „Wir lernen ihn hier anders kennen, als man ihn zum Beispiel beim Welke (Heute-Show) kennt. Man findet sich auf jeden Fall wieder, mit dem Alltag.“ - „Dass man mal neue Schulfächer einführen muss, das sei auch sehr wichtig“, ergänzte der Ehemann Matthias Sonnenschein.

Der Sohn hält den Spiegel vor

Das Leben schreibt die Geschichten und zum Ende hielt der eigene Sohn den Spiegel hin. „Es hat sich gelohnt,“ befand Marlies Rüße aus Remscheid. Schon zu Beginn hatte es der Vorsitzende des Kunsthaus Langenberg, Achim Peter, angekündigt: „Heute nicht ,Extra 3’, auch nicht die ,heute show’, aber was wir heute hier haben: Christian Ehring!“ Eine eigene Kabarett-Marke.

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