Neuerscheinung

Buchvorstellung am Bunker

Die Autoren Sven Polkläser, Jürgen Lohbeck und Dr. Helmut Grau halten ihr neuestes Werk über die Nachtscheinanlage stolz in den Händen.

Die Autoren Sven Polkläser, Jürgen Lohbeck und Dr. Helmut Grau halten ihr neuestes Werk über die Nachtscheinanlage stolz in den Händen.

Foto: Uwe Möller

Velbert-Mitte.   Die Geschichte der Kruppschen Nachtscheinanlage am Rottberg ist geheimnisvoll. Ein neues Buch bringt mehr Licht in die historische Dunkelheit.

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Die Kruppsche Nachtscheinanlage im Bereich der Rottberger Straße galt lange Zeit als eine Art Kriegsmythos. Erst vor wenigen Jahren begab sich eine Handvoll ehrenamtlicher Denkmalpfleger auf Spurensuche. Am Mittwoch präsentierten Dr. Helmut Grau, Jürgen Lohbeck und Sven Polkläser im Schatten des ehemaligen Leitbunkers nun ihr neues Buch über das geheimnisvolle Scheindorf aus Attrappen.

Ausgeklügeltes Beleuchtungssystem

Ein 36 Meter hoher Schornstein, eine Dampflok mit Waggons, deren Fläche so beleuchtet wurde, als wäre sie mit heißem Metall beladen, hüfthohe Holzkonstruktionen und ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem führten von 1941 bis 1943 die britischen Bomberverbände in die Irre. Ein Großteil ihrer explosiven Ladung schmissen die Piloten nämlich auf dem 2,5 mal 1,5 Kilometer großen Areal rund um den Rottberg ab. Das zehn Kilometer nördlicher gelegene, kriegswichtige Gussstahlwerk der Firma Krupp in Essen blieb währendessen verschont. Heute erinnert nur noch der massive Leitbunker an das Attrappen-Dorf.

Viele neue Erkenntnisse gewonnen

Direkt neben dem Betonblock unter einem kleinen Pavillon stellten Dr. Grau, Lohbeck und Polkläser ihr neustes Werk zum sagenumwobenen Gelände vor. „Das Buch ist eine Neufassung mit vielen spannenden Details zur Geschichte“, betont Helmut Grau. Nach der Veröffentlichung des ersten Buches im Jahr 2012 seien so viele neue Erkenntnisse zusammen getragen worden, die man unbedingt veröffentlichen wollte. „Die historische Forschung darf nicht ruhen“, fügt Grau hinzu. Als wichtigste Quelle diente den Autoren das Krupp-Archiv in Essen. Ein dort gelagerter Mikrofilm lieferte den endgültigen Beweis für die Existenz der kleinen Scheinwelt.

170 Seiten gespickt mit Fakten und Fotos

Das 170-seitige Buch bietet unter anderem eine Übersicht über alle Täuschungstaktiken der Wehrmacht, ist gespickt mit Zeitzeugenaussagen und beinhaltet Fotos und Dokumente des Soldaten Friedrich Voßmeier, der mit seinen Kameraden „wie die Spinne im Netz gesessen und den Feind angelockt hatte“, wie Sven Polkläser bildreich erläutert. Außerdem wird die Frage geklärt, wie eigentlich der Strom für die aufwendigen Lichteffekte in die ländliche Gegend kam.

Herausgegeben wird das Buch vom Scala Verlag, der sich auf regionale Literatur spezialisiert hat. „Wir haben gemerkt, wie groß das historische Interesse in dieser Gegend ist und sind deshalb auch erneut das finanzielle Risiko eingegangen“, sagt Dr. Jutta Scheidsteger. Der Tag des offenen Denkmals habe bei seinen drei Auflagen insgesamt über 3000 Besucher angelockt. „Das Buch bringt ein Stück mehr Licht in die historische Dunkelheit“, so Jürgen Lohbeck.

>>> Das neue Buch ist ab sofort lieferebar

Die Krupp’sche Nachtscheinanlage in Velbert“, 170 Seiten, Hardcover, kostet 26,80 Euro und ist im Scala Verlag erschienen. Das Buch ist unter anderem auf www.scala-regional.de ab sofort bestellbar.

Alle Informationen zu Führungen rund um den ehemaligen Leitbunker gibt’s auf www.nachtscheinanlage.de.

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