Karneval

Bonbons fliegen tief beim Thekbusch-Schulkarneval

Lehrer und Schüler schmissen zu Techno-Musik gemeinsam die Beine in die Luft.

Lehrer und Schüler schmissen zu Techno-Musik gemeinsam die Beine in die Luft.

Foto: Alexandra Roth

Die Förderschule feiert ihren Karneval bunt und mit viel Action. Mit dabei: Kopffüßler mit Zwergenmützen und ein Rollstuhl als Lokomotive

Der Schulgong schallt an Altweiberfastnacht gänzlich sinnlos durch die verwaisten Schulflure am Thekbusch. Denn am Donnerstag um 10.25 Uhr waren die sechs- bis 19-jährigen Schüler und die Pädagogen der Förderschule längst in einer großen Polonaise in die Turnhalle gezogen, wo sie als Tankwarte und Wüsten-Nomaden, als grüner Superheld Hulk und als rosa Prinzessin im Einkaufswagen feierten. Bonbons und Popcorntüten flogen tief, es ging laut, bunt und ziemlich bewegt zu, wie ein Karneval sein soll.

Ein Höhepunkt im Schuljahr

„Das ist für alle immer ein Höhepunkt im Schuljahr“, sagt der stellvertretende Schulleiter Stefan Lindemann, der als riesiges Schulkind mit Lockenperücke und Ranzen geht. Selbst wer gar nicht so viel mit Karneval zu tun habe, werde mitgerissen.

„Es war einmal am Thekbusch“ war das Motto des bunten Vormittags diesmal. Moderiert wurde er von Oma, Opa und Max. Max soll schon ins Bett, verhindert das aber immer wieder erfolgreich mit Sätzen wie: „Aber Oma, doch nicht ohne eine Geschichte!“ Oder mit einer unaufschiebbaren Frage wie: „Opa, erklär mir mal den Unterschied zwischen Benzin und Super!“

Sekundarstufe schrieb eigenen Rap

Die einzelnen Klassen lassen nun als Tankwarte den schweren Werkzeugkasten scheppern oder als Zauberlehringe Zettel fliegen und das Licht in der Turnhalle ausgehen. Oder sie tanzen als skurrile Kopffüßler mit riesigen Zwergenmützen bis zur Taille und riesigen Augen auf dem Bauch zu Techno. Auch das städtische Kinderprinzenpaar von der KG Urgemütlich kam zwischendurch mit seiner Garde vorbei, tanzte und verlieh Max, der noch nicht müde ist, seinen Sessionsorden.

Zum Teil mehrere Wochen haben die Klassen mit ihren Lehrern überlegt und geprobt, um diese Schau auf die Bühne zu bringen. Lindemanns Sekundarstufe hat sogar einen eigenen Rap geschrieben und aufgenommen, in dem unter anderem Rotkäppchen und der Wolf auftreten.

Eine Insel mit zwei Bergen

Die Klasse von Sonderpädagogin Lisa Pfeifer rast mit hawaianischen Blumenkränzen zu dem Technohit „Eine Insel mit zwei Bergen“ von den Dolls United im Kreis um „Jim Knopf“ und seine Betreuerin „Lukas“. Ein verkleideter Rollstuhl spielt die Lokomotive Emma. „Wir haben Youtube nach Ideen durchforstet und schließlich eine Choreographie gefunden, die uns gefiel“, erklärt Pfeifer, wie dieses Bild zustande kam. „Und die letzten eineinhalb Wochen haben wir morgens im Unterricht die Tische zur Seite geschoben und geprobt, geprobt, geprobt.“

Auch Stefan Lindemann spielt mit. Wie der schuleigene Elferrat es sich ausgedacht hat, haben die Zauberlehrlinge den Schlüssel für die anschließende Karnevalsparty geklaut. Um ihn zu bekommen, muss der Konrektor sich von Hausmeister Siegfried Schüürmann, der als Joker geht, auf einem Rollbrett über die Bühne ziehen lassen.

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