Gericht

Blutiger Streit endete mit dem Tod

Auf dieser Straße in Wuppertal-Oberbarmen kam es zu der Bluttat. Das 53-jährige Opfer starb.

Auf dieser Straße in Wuppertal-Oberbarmen kam es zu der Bluttat. Das 53-jährige Opfer starb.

Foto: Uwe Möller

Wuppertal.   Vor dem Landgericht Wuppertal steht ein 42-jähriger Velberter. Zu einem Treffen mit seinem späteren Opfer hatte er ein Messer mitgenommen

In einem Totschlagsprozess um eine Messerattacke hat ein 42 Jahre alter Angeklagter aus Velbert am Dienstag Teile des Vorwurfs zugegeben. Vor dem Landgericht in Wuppertal ließ der Mann seinen Anwalt erklären: Er habe zu einem Treffen mit seinem späteren Opfer (53) die Tatwaffe mitgenommen. Der Streit sei dann eskaliert. Der Verteidiger fügte hinzu: „Er bedauert außerordentlich, was er getan hat.“

Zeugen zogen den Angeklagten weg vom Opfer

Laut Staatsanwaltschaft trafen sich Angeklagter und Opfer am 19. August 2017 vor einem Lokal in Wuppertal-Oberbarmen. Nach einem Handgemenge habe sich der Ältere zurückgezogen. Da hätte der Angeklagte nachgesetzt und zugestochen, bis ihn Zeugen fortzogen. Der Rettungsdienst brachte den schwer Verletzten in eine Klinik. Er starb wenige Tage später.

Dem Angeklagten zufolge kann er sich an Einzelheiten nicht erinnern. Anwalt Dr. Frank Seebode sagte: „Er weiß, dass er irgendwann da stand und auf seine blutigen Hände starrte.“ Die beiden Männer hätten seit Jahren gestritten – um Schulden des Opfers.

Hohe Schulden

Ein Sohn (24) des Getöteten bestätigte, es sei zwischen den Männern um hohe Beträge gegangen. Sein Vater sei Nachbar eines früheren Büdchens des Angeklagten in Wuppertal gewesen. Beide Familien würden aus der selben Stadt im türkischen Kurdengebiet stammen, deshalb hätten die Männer sich angefreundet. Um Schulden abzuzahlen habe der Vater dem Jüngeren schließlich sein Auto überschrieben, einen zweisitzigen Sportwagen: „Damit hätte das eigentlich erledigt sein müssen.“

Das Opfer war seit Jahren arbeitslos

Der 24-Jährige beantwortete Fragen im ruhigen Ton, verlor nur kurz die Fassung. Er habe mit dem Vater nach der Tat nicht mehr reden können: „Er war nicht ansprechbar“, sagte er unter Tränen. Wofür der Getötete Kredite brauchte, bleibt ebenso unklar wie die Herkunft des Wagens. Der Vater sei gelernter Schuster und seit Jahren arbeitslos, bezeugte er: „Er hat über solche Sachen mit mir nicht geredet.“

Am Donnerstag geht der Prozess weiter

Der Angeklagte habe oft Geld verlangt und womöglich sogar Drohbriefe geschrieben. „Die habe ich aber nie gesehen“, fügte der Zeuge hinzu. Einmal habe die Frau des 42-Jährigen ihn angerufen und etwas gesagt, das er nur auf Türkisch wiedergeben könne: „Das Ganze kann auch in eine Blutfehde ausarten“, übersetzte der Gerichtsdolmetscher.

Zur Sitzung brachten weitere Angehörige des Getöteten demonstrativ ein Plakat mit dessen Foto in den Saal. Anwalt Seebode protestierte: „Die Familie ist zu Recht emotional betroffen, aber das geht zu weit.“ Das Plakat zogen Wachtmeister ein. Weitere Portrait-Fotos, angeheftet an die Kleidung, erlaubten die Richter.

Das Gericht verhandelt am kommenden Donnerstag weiter.

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